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Infrastruktur
Eine eigene Abwasserleitung als Vorsorge

Danach sehnt sich in Leegebruch niemand zurück: Die Gemeinde ist abwassertechnisch besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren und geht davon aus, dass künftige Starkregen nicht mehr für so dramatische Überflutungen sorgen können wie 2017.
Danach sehnt sich in Leegebruch niemand zurück: Die Gemeinde ist abwassertechnisch besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren und geht davon aus, dass künftige Starkregen nicht mehr für so dramatische Überflutungen sorgen können wie 2017. © Foto: Tilman Trebs
Frieddhelm Brennecke / 18.05.2019, 09:02 Uhr
Leegebruch (MOZ) Die Gemeinde Leegebruch will ihr Schmutzwasser in Zukunft nicht mehr über Oranienburg zum Klärwerk Wansdorf leiten. "Vielmehr wollen wir jetzt eine Feinplanung für eine Abwasserdruckleitung direkt zum Hauptpumpwerk Pinnow beauftragen", sagt der amtierende Bürgermeister Martin Rother.

Zuvor hatten die Mitglieder des Werksausschusses auf ihrer letzten Sitzung der Wahlperiode diesem Vorschlag Rothers zugestimmt. Auch OWA-Geschäftsführer Günter Fredrich, Betriebsführer des Leegebrucher Eigenbetriebs Abwasser, riet zu diesem Schritt. Denn auch bei extremen Niederschlägen, wie beim Starkregen im Sommer 2017, könnte ein solcher Entsorgungsweg für die Gemeinde eine schnellere Entlastung bedeuten.

Bereits  2011 hatte das Ingenieurbüro Pein, das für die Gemeinde aktuell den Generalentwässerungsplan erarbeitet, vier Varianten einer Abwasserdirektleitung nach Pinnow vorgelegt. "Die Feinplanung soll nun ergeben, ob eine solche Leitung wirklich realistisch ist oder nicht", sagt Rother. 30 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Sollten sich die Pläne nicht umsetzen lassen, hätte die Gemeinde dieses Geld schlimmstenfalls in den Sand gesetzt, wüsste dann aber, woran sie sei, so Rother. Die Gemeinde will mit dem Vorhaben unabhängig vom Entwässerungsbetrieb Oranienburg (EBO) werden, der ab 2021 für seine Durchleitungsdienstleistungen Umsatzsteuer erheben wird.

Einstimmig votierte der Werksausschuss für die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes, das nach dem Wassergesetz alle fünf Jahre aktualisiert werden müsse, so Günter Fredrich. In der Gemeinde gibt es ein System von 30 Kilometern Vakuuumleitungen mit 1 468 Vakuum-Hausanschlussschächten. An der sieben Kilometer langen Freigefälleleitung liegen 390 Hausanschlussschächte. Die beiden Hauptpumpwerke Am Kleeschlag und Lindenstraße pumpen das Schmutzwasser über Druckleitungen  zum Oranienburger Hauptpumpwerk Annahof.

Die sehr störanfälligen Schluff-Hausanschlussschächte würden nach und nach vollständig durch ein sichereres System ausgetauscht, um das Schmutzwassernetz insgesamt stabiler zu machen, versicherte Fredrich. Dazu würden auch weitere  Nachbelüftungsschächte für das Vakuumleitungssystem installiert.

Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung

Mit 400 000 Euro hat die Gemeinde Leegebruch ihren Eigenbetrieb 2018 gestützt, weil der nach den Starkregenereignissen des Jahres 2017 erhebliche Mehraufwendungen stemmen musste.

Im Wirtschaftsplan 2018 hatte der Eigenbetrieb ganz vorsichtig mit einem Jahresgewinn von lediglich 55 Euro geplant.

Das Wirtschaftsjahr 2018 verlief aber doch positiver. Der Jahresgewinn beträgt 4 344 Euro. Das sagte Betriebsführer Günter Fredrich vorab in der Sitzung des Werksausschusses. Der Jahresbericht 2018 wird gerade erstellt.⇥bren

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