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In einem offenen Brief an den Präsidenten des Landesumweltamtes Brandenburg wird dasGenehmigungsverfahren für das Projekt kritisiert.

Energie
Lobetal fordert Verzicht auf Windrad

Windräder - oft Streitpunkt
Windräder - oft Streitpunkt © Foto: Matthias Lubisch
Kai-Uwe Krakau / 20.05.2019, 06:45 Uhr
Lobetal "Wir sind in großer Sorge um die Lebensqualität in unserem Ort Lobetal und verunsichert wegen der neuen Pläne zur Errichtung eines weiteren Windrades in direkter Nachbarschaft, heißt es in dem Schreiben von Dorothea Dehn und Randolph Hankel. Die beiden Lobetaler betonen aber ausdrücklich, dass hinter dem offenen Brief zahlreiche Nachbarn und Anwohner sowie deren Freunde und Bekannte stehen.

Südlich der Ortslage stehen bereits fünf Windkraftanlagen, eine weitere "Mühle" wurde Ende 2017 knapp 800 Meter von Lobetal entfernt in Betrieb genommen. Nun soll ein weiteres Mega-Windrad folgen. Die Genehmigung dafür wurde im Sommer 2018 erteilt. Das Landesamt für Umwelt habe sich dabei auf eine alte Einverständniserklärung der Stadt Bernau gestützt, so die Unterzeichner des offenen Briefes. Die Verwaltung wiederum sei erst ein halbes Jahr nach der Genehmigung über die neue Entwicklung informiert worden. Damit seien viele Fristen, in denen man im Interesse der betroffenen Bürger dagegen hätte vorgehen können, verstrichen. Die Menschen hätten somit ihre demokratischen Rechte nicht wahrnehmen können.

Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal hatte zu diesem Zeitpunkt einen zweiten Anlauf für ein neues Wohngebiet genommen, dieses Mal im Bereich Kirschberg/An der Schmiede. Doch das neue Windrad ließ zusätzliche gesundheitliche Risiken befürchten.

Dorothea Dehn und Randolph Hankel weisen darauf hin, dass bei der Genehmigung der erforderliche Mindestabstand zum bestehenden Wohngebiet "An der einsamen Kiefer" nicht eingehalten wurde. Er betrage nach eigenen Recherchen weniger als 800 Meter. Darüber hinaus sei der Schlagschattenwurf der fünf Bestandswindräder sowie der 2017 errichteten Anlage nicht mitberücksichtigt worden. Nach einem vorliegenden Gutachten werde die jährliche Schlagschattenwurfdauer bereits überschritten. Zudem beeinträchtigten die Windmühlen auch den Trainings- und Spielbetrieb auf dem am östlichen Ortsrand liegenden Sportplatz von Lobetal. Ein weitere Gutachten belege ferner, heißt es, dass die Lärmgrenzwerte bei den bestehenden sechs Anlagen "gerade so" eingehalten werden. Ein weiteres Rad würde die Situation weiter verschärfen.

Landesumweltamtspräsident Dirk Ilgenstein wird in dem offenen Brief abschließend aufgefordert, den Nachweis zu liefern, das "sämtliche aktuellen Erkenntnisse zur gesundheitlichen Beeinträchtigung von Windkraftanlagen" bei der Genehmigungsprüfung berücksichtigt wurden. Darüber hinaus verlangen die Unterzeichner, dass die Genehmigung bis zur Klärung aller offenen Fragen ausgesetzt wird.

Die Lobetaler laden Ilgenstein zu einem Besuch ein. "Wir setzen darauf, dass Ihnen und den Mitarbeitern Ihres Amtes der Erhalt der Umwelt und die Wahrung unserer Gesundheit wichtiger sind als eine zusätzliche Windkraftanlage", heißt es. Man sei grundsätzlich für die Energiewende, aber nur an Orten, wo Menschen und Tiere nicht darunter leiden, so Dorothea Dehn und Randolph Hankel.

Das Anliegen des offenen Briefes wird von der CDU Bernau unterstützt. In einer Pressemitteilung stellen sich die Christdemokraten hinter die Forderungen der Lobetaler nach Aussetzung der Genehmigung.

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