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Kommunalwahl
Frauen-Power für Lawitz

Janet Neiser / 21.05.2019, 06:30 Uhr
Lawitz Hoch war die Wahlbeteiligung im Amt Neuzelle bei den Kommunalwahlen 2014. In Lawitz hatten gut 65 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. In diesem Jahr gibt es dort eine Neuauflage des Bürgermeister-Duells: Sowohl Gemeindebürgermeisterin Gudrun Schmädicke (Wählergruppe Bürger für Lawitz) tritt an als auch ihre damalige Herausforderin Heidi Rothe. 2014 erhielt Gudrun Schmädicke 184 Stimmen und damit 53 Prozent. Heidi Rothe kam auf 163 Stimmen und 47 Prozent.

"Ein knappes Ergebnis war das", findet Heidi Rothe. So knapp, dass die 59-jährige Bauingenieurin aus Lawitz es erneut probieren möchte. Von vielen sei sie daraufhin angesprochen worden. "Und ich möchte meine Wähler von damals nicht enttäuschen", sagt sie.

Seit nunmehr 20.Jahren lebt Heidi Rothe in der mit 566.Einwohnern kleinsten Gemeinde des Amtes Neuzelle. Sie steht noch voll im Berufsleben. "Von der Zeit her habe ich kein Problem", versichert sie. "Ich kann mir das sehr gut einteilen und mich gut organisieren." Dass der ehrenamtliche Posten der Gemeindebürgermeisterin arbeits- und zeitaufwendig ist, dessen sei sie sich bewusst.

Ob Lokalpolitik ihr Ding ist, konnte sie seit 2014 als Gemeindevertreterin austesten. Und ja, sie möchte weitermachen – als Spitze der Allianz der Lawitzer Bürger, die jetzt als zweite Wählergemeinschaft neben der Wählergruppe Bürger für Lawitz aufgestellt wurde, damit die Bürger eine Alternative haben, sagt sie. Auf die Frage, was sie als Bürgermeisterin erreichen möchte, meint sie: "Fördermittel müssen eingeworben werden. Das kostet Zeit und Arbeit. Aber die Bürgermeisterin muss da ganz vorn dran sein." Zudem möchte die Allianz die Gemeinschaft stärken: "Was spricht dagegen, dass die Rentner oder jungen Muttis sich einmal monatlich im Gemeindehaus treffen?" Das habe noch nicht mal ein barrierefreies WC, das möchte sie ändern. Ganz wichtig sind ihr eine transparente Informationspolitik und eine zukunftsorientierte Haushaltsführung. "Jetzt ist mir das alles zu kurzatmig. Ich würde gern weiter vorausschauen", sagt Heidi Rothe.

Seit einem Vierteljahrhundert nimmt Gudrun Schmädicke die Aufgaben der Bürgermeisterin in Lawitz wahr. Warum sie erneut antritt? "Weil ich mein Lawitz über alles liebe, mit allen Fasern meines Herzens", sagt die 66-Jährige, die jahrelang im Familienbetrieb tätig war. Es gibt aber noch einen Grund, warum sie weitermachen möchte: "25 Jahre haben wir gekämpft, um von den Millionen Schulden runterzukommen, ab 1. Juli sind wir schuldenfrei", freut sie sich. Ohne Schulden könne man anders agieren. Immer wieder habe sie bei der Kämmerin des Amtes gesessen und diskutiert. Insgesamt seien in Lawitz zudem in all den Jahren 707.000 Euro an Fördermitteln verbaut worden. "Jetzt haben wir es geschafft und ich möchte mal fünf Jahre arbeiten – ohne den Blick auf die Schulden", sagt sie.

Zu tun gibt es im Ort einiges

Sie möchte mit den Lawitzern die Früchte ernten. Zu tun gibt es Gudrun Schmädicke zufolge einiges: Sie beginnt mit der Schließung des fehlenden Straßenstücks Neuzeller Straße, der grundhaften Erneuerung der  Chausseestraße und der Umzäunung des Friedhofs. Zudem wolle man sich mit allen Gemeindevertretern zweimal im Jahr das Dorf genauer ansehen – unter dem Motto "Sauberes Lawitz". Gemeinsame Arbeitseinsätze sollen folgen. Der Spielplatz soll attraktiver gestaltet werden. "Mein größter Wunsch ist aber ein gemeinsames Lawitz", betont sie und lobt die Vereine, mit denen die Zusammenarbeit toll klappe.

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