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Bernauer Abgeordnete der Linken trafen sich mit zwei Spitzenkandidaten für den Landtag.

Kommunalwahl
Wahlkampf in Bernau

Im Gespräch: Sebastian Walter und Kathrin Dannenberg tauschen sich mit dem Stadtverordneten Dominik Rabe und den Erzieherinnen Christiana Morys und Birgit Müller aus (v.r.).
Im Gespräch: Sebastian Walter und Kathrin Dannenberg tauschen sich mit dem Stadtverordneten Dominik Rabe und den Erzieherinnen Christiana Morys und Birgit Müller aus (v.r.). © Foto: Wolfgang Rakitin
kk / 21.05.2019, 06:45 Uhr
Bernau Bis vor wenigen Jahren gab es keine Prognosen darüber, dass das Land Brandenburg zu einer Wachstumsregion werden könnte. Im Gegenteil: Es wurde mit sinkenden Bevölkerungszahlen gerechnet. Der Boom der letzten Jahre hat nun zu enormen Nachholbedarf geführt. So ging es in einem Gespräch zwischen Kandidaten der Linken, die an der Landtagswahl im September beziehungsweise an der Kommunalwahl am 26. Mai teilnehmen, auch um die Abschaffung von Straßenbau- und Erschließungsbeiträgen. Mit der Abschaffung fallen bei den ohnehin oft klammen Kommunen Einnahmen in Millionenhöhe weg. Man muss also überlegen, wo dann noch das Geld herkommen soll, das für die verschiedensten sozialen Belange gebraucht wird. Kathrin Dannenberg und Sebastian Walter besuchten nach dem Gespräch den Jugendklub Frischluft und die "Kindergärtnerei" in Bernau.

Kita-Plätze sind im letzten Jahr kostenfrei. Eine generelle Befreiung ist ein Hauptanliegen der Linken, wenn klar ist, wie die dafür notwendigen Kosten von 250 Millionen Euro aufgebracht werden können. Es sollte an einheitlichen Standards für Kitas gearbeitet werden, weil viele freie Träger Angebote unter eigenen Zielvorstellungen machen.

Nur acht Prozent der Handwerksbetriebe stellen Ausbildungsplätze zur Verfügung. Betriebe, die das nicht tun, sollten in einen Ausgleichsfonds einzahlen, aus dem die ausbildenden Unternehmen einen Teil der Kosten ersetzt bekommen.

Auch der Verkehr in Bernau spielte eine Rolle. Die Abgeordneten der Linken legen Wert auf die Feststellung, dass es zwar im Berufsverkehr Verzögerungen, aber keinen flächendeckenden "Verkehrsinfarkt" gibt. Eine im Bau befindliche Straße parallel zur Bahnlinie soll zudem für Entlastung sorgen. Der Radwegebau werde weiter vorangetrieben.

Beim Wohnungsbau soll es vorerst keine weiteren Großprojekte geben. Generell müsse kommunaler Grund bevorzugt an kommunale Bauträger verkauft werden, und an private Investoren nur dann, wenn sie einen namhaften Anteil der Wohnungen mit Mietpreisbindung anbieten. Eine bestehende Mietpreisbindung sollte erhalten bleiben.

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Dirk Mahnke 22.05.2019 - 18:31:15

@Anton Hoflreicher

Danke für Ihren netten Beitrag zu meinem Kommentar. Nein, ich kenne keine Statistiken, gehe aber mit offenen Augen durch diese Stadt und das seit fast 25 Jahren. Mit Populismus vor der Wahl, hatte mein Kommentar absolut nichts zu tun! Ich bin in keiner Partei, werbe für niemanden und denunziere auch niemanden. Zu Ihren Fragen. Die Firma „Weber“ hat sich Ende 2012 in Bernau niedergelassen. Die Produktionsstätte entstand aus der ehemaligen Großbäckerei „Wendeln“. Der „Hammer“ Fachmarkt besteht seit September 2014. Gewerbegebiete gibt es. Für mich leider zu spärlich belegt. „Jedes Jahr ziehen 400 Menschen nach Bernau, die meisten aus Berlin“, sagt Bürgermeister André Stahl (Linke). (Zitat Quelle: Berliner Morgenpost) Dass eine Stadt wächst ist gut und völlig normal. Es müssen dann aber auch Rahmenbedingungen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Infrastruktur stimmt schon lange nicht mehr. Manche Arztpraxen platzen aus allen Nähten, neue Patienten werden schon nicht mehr angenommen. Lange Wartezeiten sind zur Normalität geworden. Zum Einkauf geht es nicht wo es gut und günstig ist, es geht zum Supermarkt auf dessen Weg die wenigsten Staus zu erwarten sind. Bin gespannt, wann die ersten Fahrverbote für die so schmutzigen Dieselfahrzeuge kommen. Bernau hatte einst Kleinstadtcharakter. Für die neuen Bernauer habe ich vollstes Verständnis!!! Kein Verständnis habe ich mit dem Bürgermeister und den Stadtverordneten. Geht dieser „Boom“ weiter, heißt es bald nicht mehr Bernau bei Berlin, sondern Berlin bei Bernau. Ich bitte Sie diesen Satz ironisch zu verstehen.

Anton Hoflreicher 21.05.2019 - 21:43:59

Zu Dirk Mahnke zur Wachstumsregion

Herr Mahnke kennt scheinbar ein paar Stastiken (ansonsten sind's nur vage Annahmen oder reiner Populismus vor der Wahl). Hoffentlich kennt er die Zahlen nicht nur ab 2015, sondern wenigstens auch davor. Ich nehme an, dass Bernau bereits vor 2015 "gewachsen" ist- aber als "Zuzügler" oder "Rückkehrer" erst 2018 möchte ich nicht etwas einfach behaupten. Wann haben sich z.B. "Weber" , "Hammer", ... angesiedelt? Möchten Sie eine (neue) Fabrik als Arbeitgeber oder welches Gewerbe möchten Sie weiter ansiedeln oder was fehlt ihnen denn? Eine konstruktive Diskussion ist für jede Stadt bereichernd. Mischgewerbegebiete und reine Gewerbegebietsflächen dürften noch vorhanden sein.

Cindy Kellerbauer 21.05.2019 - 19:51:05

" Im Gespräch "

Zumindest ist die Bilduntertitelung trefflich daneben gegangen. Es ist kein Gespräch erkennbar. Ich sehe Wahlkämpfer/in, welche nur einen Blick für die Kamera, also PR-geil sind und Zwei Erzieherinnen, deren Blick ignoriert und nicht erwidert wird.Sie wirken irgendwie hilflos und scheinen keine Beachtung zu finden. Eben Staffage für Wahlkampfauftritte. Ein entlarvendes Bild. Gut gemacht Herr Rakitin. So muss man Politiker darstellen.Eben wie sie professionell den Effekt suchen.

Dirk Mahnke 21.05.2019 - 18:27:23

Wachstumsregion?

Was für eine Wachstumsregion? Gewachsen ist die Anzahl der Bernauer Einwohner. Die Leute ziehen ins Umland, arbeiten aber in Berlin. Es ist ja nicht so, dass jetzt die geburtenreichen Jahrgänge Anspruch auf Wohnraum stellen. Diese gibt es leider nicht und daran trägt der Staat eine Mitschuld. Der sogenannte "Boom" kam nach Merkels Grenzöffnung 2015. Jetzt wird krampfhaft versucht, diesen Leuten Wohnraum zu verschaffen. Welcher Zuwachs an Gewerbe ist in Bernau denn zu verzeichnen? Ein neuer NORMA wurde eröffnet und der ALDI im OT Schönow wird vergrößert. Außerdem entsteht eine neu Kita im Schönfelder Weg. Tolle Leistung! Übrigens ist der "Verkehrsinfarkt" ist schon da! Die im Bau befindliche Straße parallel zur Bahnlinie wird bei weitem nicht ausreichen, hier Herr der Lage zu werden.

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