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Kräuterwanderung
Kleine Wunder am Wegesrand

Faszination Löwenzahn: Irmhild Schweda und Sven Quenzel kamen sofort ins Fachsimpeln über die heilenden Wirkungen dieser Pflanze an der Deichbrücke Fürstenberg.
Faszination Löwenzahn: Irmhild Schweda und Sven Quenzel kamen sofort ins Fachsimpeln über die heilenden Wirkungen dieser Pflanze an der Deichbrücke Fürstenberg. © Foto: Jörg Hanisch
Jörg Hanisch und Janet Neiser / 22.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 23.05.2019, 07:01
Eisenhüttenstadt (MOZ) Das sieht schon richtig gut aus", meinte Irmhild Schweda hinsichtlich der Beteiligung, als sie die vielen Leute sieht, die mitgehen wollen und sich erst einmal zu einem Quiz um Kathrin Grund versammeln.

Die angehende Gesundheitsberaterin hat die anstehende Kräuterwanderung im Eisenhüttenstädter Ortsteil Fürstenberg organisiert und nimmt dafür gern die Unterstützung von Irmhild Schweda, einer ehemaligen Biologie- und Chemielehrerin und Gesundheitsberaterin gern in Anspruch. Diese geht schon mal auf Suche nach Kräutern am Wegesrand und kommt sofort ins Schwärmen, warum diese so wertvoll sind: "Da ist zum Beispiel die Brennnessel, die Königin der Pflanzen. Sie bringt uns nicht nur Proteine, Eisen, Calcium, Magnesium, Faser- beziehungsweise Ballaststoffe, sondern auch vielfach heilende Wirkungen, wie zum Beispiel bei Rheuma. Zudem ist sie ein hervorragender Dünger. Sie reinigt unser Blut und die Samen haben eine Libido steigernde Wirkung." Ja, so könne man viele andere Kräuter aufzählen, die eine positive Wirkung auf den Körper haben, betont die ehemalige Lehrerin und fügt etwas traurig hinzu, dass viele der Wunderpflänzchen oft unbeachtet von uns am Wegesrand stünden.

Kurz darauf gehört ihre Aufmerksamkeit einem gelb leuchtenden Löwenzahn – unmittelbar am Straßenrand auf Höhe der Deichbrücke. Auch Heilpraktiker Sven Quenzel, der das Betreuungsteam verstärkt, hockt fasziniert neben Irmhild Schweda. Sofort fachsimpeln beide über die Kräfte dieser Pflanze, zum Beispiel deren positive Wirkung auf die Leber. Mittlerweile ist die ganze Gruppe bis zum Ausgangspunkt an der Deichbrücke gekommen.Jeder hat eine Aufgabe bekommen, muss eine bestimmte Pflanze finden. Und dann geht sie erst so richtig los, die mehrstündige Tour durchs Arboretum bis zur Oder. Hier, unmittelbar vor der Haustür der Eisenhüttenstädter wächst das, was in Küche und Kräuterschrank nicht fehlen sollte: Schafgarbe, die gut fürs Immunsystem ist, Spitzwegerich mit wohltuenden Kräften für die Lunge, Beinwell, der bei Muskelschmerzen zum Einsatz kommt, Weißdorn, der als Tee gegen zahlreiche Beschwerden hilft – und das sind nur einige.

Kräuterbutter selbst gemacht

"Es ist so einfach, man muss die Pflanzen nur kennen", sagt Heidi Gollosche, die eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin absolviert und deshalb an der Wanderung teilnimmt. "Mitgehen und Lernen ist mein Kredo bei dieser Tour", erklärt Estell Frey. Irmhild Schweda ist überzeugt: "Man braucht keine exotischen und teuren Pülverchen, um für die Gesundheit etwas zu tun. Man muss nur wissen, was vor der Haustür wächst und wie man es anwendet. Die heilenden Kräuter wachsen buchstäblich am Wegesrand und können kostenlos gesammelt werden." Kathrin Grund sieht das genauso, sie fügt aber hinzu: "Ich pflücke, die Kräuter, die ich verwende, nie direkt am Straßenrand." Sie hat neben anderen auch etwas Leckeres für das gemeinsame Picknick vorbereitet. Dort werden Kräuter verkostet.

Doch bevor Kathrin Grund dazu noch etwas mehr erzählt, lässt sie ihrer Begeisterung freien Lauf, was den Zuspruch zur Wanderung angeht. "Es ist toll. Mich beeindrucken vor allem die jüngsten und ältesten Teilnehmer. Die sind mit so viel Interesse dabei." Und alle probierten auch die selbst gemachte Kräuterbutter der Organisatorin. Die hat auch gleich noch ein Rezept dabei für die, die zu Hause mal selbst ins Gewürz- und Kräuterregal greifen wollen. "Die Grundlage bildet natürlich die Butter. Da kaufe ich aber wirklich gute", betont Kathrin Grund. Die lässt sie dann bei normaler Raumtemperatur weich werden. Dann werden die Kräuter gewaschen. Und da ist die Liste lang: Petersilie, Lauch, Gänseblümchen, Schafgarbe, Spitzwegerich, Vogelmiere und Löwenzahn. Nach dem Säubern kommt ein Küchentuch zum Trocknen zum Einsatz. "Die Zutaten schneide ich dann grob und gebe sie mit der Butter in einen Mixer." Kurz darauf ist die selbst gemachte Kräuterbutter fertig. Etwas Salz dazu. Lecker, findet Kathrin Grund. Die Erfahrungen können dann bei der nächsten Kräuterwanderung ausgetauscht werden. Ein Termin steht noch nicht fest.

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