Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

286 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen wollen genutzt werden. An der Viadrina sammelte man Ideen – von Müslibar bis Waschsalon.

Sanierung
Viele Wünsche für die Ferdinandshöfe

So sollen die Ferdinandshöfe einmal aussehen: Blick vom Eingang Gubener Straße in den Innenhof. Ins einstige Kesselhaus soll ein Restaurant einziehen.
So sollen die Ferdinandshöfe einmal aussehen: Blick vom Eingang Gubener Straße in den Innenhof. Ins einstige Kesselhaus soll ein Restaurant einziehen. © Foto: Visualisierung
MOZ / 22.05.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 22.05.2019, 14:03
Frankfurt (Oder) (Nancy Waldmann) Eine vegane Brotbäckerei. Eine Lesekneipe. Ein MakersSpace. – Die Ferdinandshöfe setzen Träume frei. Das ist jetzt nicht anders als vor fünf Jahren, als Leute vom Studiengang "Schutz Europäischer Kulturgüter" das Gelände ansahen und sich einen Ort für Studierende ausmalten, der nun mit zehn Millionen Euro in die Praxis umgesetzt wird. Die "Euphorie um das Projekt" habe ihn zu der Investition bewegt, sagte Steven Uckermann von der VariWo GmbH. Die Geschossdecken seien drin, das Dach drauf, der Innenausbau stehe an.

Damit rückt die Frage näher, wie die rund 500 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen in Erdgeschossen und Gewölbekellern mit ihren soliden Backsteindecken genutzt werden können. Also luden das Gründungszentrum und die Transferstelle der Viadrina kürzlich ins Audimax ein. Gesetzt ist, dass ins Kesselhaus, das einstöckige Haus mit dem Schornstein im Innenhof, ein günstiges Restaurant einziehen soll. "Etwas wie eine Pizzeria", so Uckermann. Außerdem soll ein Keller an der Gubener Straße als Event-Location vermietet werden. Bleiben noch 286 Quadratmeter – mietfrei.

"Brainwriting" heißt die Methode, also ein schriftlicher Gehirnsturm, die Georg Gauger von der Transferstelle wählte, um die Ideen von rund 40 Studierenden, Absolventen und anderen Frankfurtern einzusammeln. Erste Runde: Alle schrieben ihre Idee auf Klebezettel und legten sie auf den Grundriss, der auf Tischen auslag. "Kulturkino", "Fahrradwerkstatt", "Müslibar", "Tauschladen", "Proberaum" und "Sauna" waren zum Beispiel zu lesen. Oder "Waschsalon" – etwas, das Generationen von Neuankömmlingen in Frankfurt vergeblich suchen. Im nächsten Schritt wurden verwandte Ideen an Pinnwänden gruppiert, um im nächsten Schritt nochmal Assoziationen dazu zu sammeln. Zum Finale durften alle die Vorschläge priorisieren, mit Klebepunkten in rot, gelb und schwarz.

Ein Raum für Sport und eine Bibliothek mit Leseraum hätten viel Zuspruch erhalten, resümiert Georg Gauger. "Beim Sportraum lag der Konsens bei einer Crossfit-Box, die auch für Yoga genutzt werden kann", sagt er.

Einen solchen Fitnessraum mit schlichter Ausstattung wie Stangen, Seilen und Medizinbällen favorisierte auch Uckermann. Generell wolle er eine Ausstattung, die rustikal und unempfindlich sei, so der Investor. Beim Ideenkomplex Bibliothek gab es zwei Fraktionen: Die einen wollten einen mit Büchern der Bewohner gefüllten Raum, die anderen einen Lern- und Arbeitsraum. Hoch im Kurs standen die Stichworte "Gemeinschaftsküche" und "Foodsharing", etwa ein Kühlschrank, in dem Bewohner übrig gebliebene Lebensmittel für andere bereitstellen können. Wenig gewünscht wurde ein Party-Ort. "Das wurde mit der Nähe zum ‚Stuck’ begründet", so Gauger. Uckermann schaut nun, welche Ideen umsetzbar sind. Die künftige Bewohnerschaft sehe er gemischt aus Jung und Alt. Das Interesse von Senioren sei groß.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG