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Pokalfinale
Geschichte des Landespokal fortschreiben

Pokalfinale im Stadion am Vogelgesang.
Pokalfinale im Stadion am Vogelgesang. © Foto: Nico Roesenberger
Detlef Niessner / 22.05.2019, 11:00 Uhr
Rathenow "Der FSV Optik war zweimal Landespokalsieger und ist jeweils in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden." Diesen Satz hätte wohl jeder Fußballinteressierte aus der Region sagen können. Viele hätten eventuell auch noch gewusst, das der FSV sein viertes Brandenburger Endspiel am kommenden Samstag vor sich hat und das zweite Mal ein Finale daheim austragen wird. Was aber heute längst nicht mehr zum Allgemeinwissen des Fans gehört - Pokalwettbewerbe hatten schon viel früher am Vogelgesang eine hohe Bedeutung. Denn vor der Wende war Motor Rathenow sowohl 1957 der erste, als auch 1990 der letzte Gewinner des FDGB-Bezirkspokals.

1956 durften die Havelländer nach lokalen Duellen schon einmal am DDR-Pokal teilnehmen, schieden aber gleich in der ersten Runde mit 2:4 gegen den SC Traktor Schwerin aus. So recht beliebt war der Pokal aber bei den Funktionären scheinbar ohnehin nicht. Erst nach der Saison 1957, die damals nach sowjetischem Vorbild im Jahresrhythmus ausgetragen wurde und Mitte November beendet war, wurden im gesamten Bezirk Potsdam die K.O.-Runden gespielt. Über Lok Wittstock, Motor Ludwigsfelde und Rotation Babelsberg II kam man ins Viertelfinale. Dort hatte Motor ein Freilos, da erst jetzt eine glatte Zahl benötigt wurde. Also Halbfinale. Stahl Brandenburg II aus der Bezirksklasse war der Gegner, knapp mit 4:3 setzte sich Rathenow durch. Heute undenkbar - das Finale wurde einen Tag vor Heiligabend ausgetragen. Hier der Presseartikel dazu: "Im Endspiel um den FDGB-Bezirkspokal, der in diesem Jahr zum erstenmal ausgespielt wurde, standen sich auf dem Sportplatz Vogelgesang bei sehr schlechten Bodenverhältnissen Motor Rathenow und die SG Finkenkrug gegenüber. Nach ausgeglichener erster Spielhälfte konnte die technisch bessere Heimmannschaft mit 3:2 (1:1) einen knappen, aber verdienten Sieg herausholen und sich damit für ein Jahr den Pokal sichern." Auch im "großen" FDGB-Pokal sorgten die Bezirksligakicker für Furore. Nach einem 9:1 gegen Traktor Wittenberg hieß es 5:0 gegen Fortschritt Neustadt/Glewe und 2:0 gegen Dynamo Hohenschönhausen (beide II. DDR-Liga). Erst in der Runde der besten 32 setzte die zwei Klassen höher spielende SG Dynamo Eisleben mit 2:0 das Stopzeichen.

Nachdem das Finale 1977 gegen Chemie Velten mit 1:4 verlorenging, wurde am 24. Juni 1978 durch ein 4:1 über die SG Sachsenhausen der zweite Triumph perfekt gemacht. Im DDR-Pokal war aber schon in der ersten Runde Endstation, Chemie Premnitz siegte im Derby mit 1:4. Den letzten Bezirkspokalsieg gab es dann am 9. Mai 1990. Nach torlosen 90 Minuten gewann Motor (übrigens ohne seinen erkrankten jungen Trainer Ingo Kahlisch) in der Verlängerung gegen Motor Süd Brandenburg mit 2:0. Damit war man ja wieder für die erste Hauptrunde qualifiziert. Das Land gab es noch, die namensgebende Gewerkschaft nicht mehr. So kämpfte man im NOFV-Pokal gegen den PSV Schwerin. Die Sensation gelang, der damalige Europapokalteilnehmer wurde in einem denkwürdigen Spiel mit 6:3 n.V. bezwungen. In der zweiten Runde unterlag Motor gegen Anhalt Dessau mit 0:1.

Ab 1991 wurde dann der Landespokal ausgespielt. Eine große Rolle spielte der FSV Optik dabei lange nicht. Erst 2003/04 schaffte man den Sprung in das Finale, unterlag allerdings bei Germania Schöneiche in der Verlängerung durch einen umstrittenen Strafstoß mit 0:1.  Und dann gab es sie ja doch noch, die beiden Endspielsiege. Am 05. Juni 2013 in Altlüdersdorf (1:1 n. V., 4:3 im Elfmeterschießen) und am 28. Mai 2014 am Vogelgesang gegen den SV Babelsberg 03 (3:1) durften die Fußballer aus Rathenow jubelnd den Pokal in Empfang nehmen.

Nun also Cottbus. Vor gut zwei Jahren, am 25. März 2017 trafen beide im Halbfinale aufeinander. Erst in der Nachspielzeit setzten sich die klassenhöheren Gäste mit 0:1 durch. Am Samstag ab 14.15 Uhr kommt es erneut zum Duell und Ingo Kahlisch erwartet: "ein Fußballfest für die Stadt und die Region. Und, das möchte ich ausdrücklich betonen, mit und nicht gegen Energie Cottbus!"

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