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Geehrt
Steinmeier verleiht Michael Kurzwelly Verdienstkreuz

Michael Kurzwelly (r.) nahm am Mittwoch im Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entgegen.
Michael Kurzwelly (r.) nahm am Mittwoch im Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entgegen. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 22.05.2019, 18:38 Uhr - Aktualisiert 23.05.2019, 07:05
Frankfurt (Oder) (MOZ) Große Ehre für den Frankfurter Künstler Michael Kurzwelly: Aus den Händen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt er am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Anlass war der 70. Jahrestag des Grundgesetzes. Dazu hatte Steinmeier 16 Persönlichkeiten in das Schloss Bellevue eingeladen, die sich mit Ideen für eine gelebte Verfassung um die Bundesrepublik verdient gemacht haben.

"Das Grundgesetz macht uns zu freien und gleichberechtigten Menschen, aber wie wir auf dieser Basis als Gesellschaft zusammenleben wollen, das kann nur durch Dialog, durch Erklären und Zuhören, durch Bereitschaft zum Kompromiss ausgelotet werden", sagte Steinmeier im Festsaal über die Ordensträger aus den Bundesländern. In der Laudatio wurde Michael Kurzwelly (55) für seine Wirklichkeitskonstruktionen gelobt, mit der Demokratiemüdigkeit auf kreative Weise etwas entgegengesetzt werden kann. "Mit dem von ihm initiierten Verein Słubfurt erdachte er neben dem Land Nowa Amerika den fiktiven Stadtraum Słubfurt, in dem sich Menschen aus Frankfurt und Słubice seit zwanzig Jahren in spielerischer und oft humorvoller Weise mit der Gestaltung eines gemeinsamen Stadtraumes beschäftigen", erklärte das Bundespräsidialamt. So wurden in Słubfurt ein Grundgesetz entwickelt, ein Parlament gewählt, Olympiaden durchgeführt, Stadt- und Kulturentwicklungspläne gestaltet, eine eigene Währung eingeführt und ein Bürgerradio gegründet. "Mit seiner Arbeit hat er ein deutsch-polnisches Netzwerk des Bürgerengagements etabliert, das mittels kreativer Partizipation in gesellschaftliche und politische Prozesse eingreift".

Am 22. Mai hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 16 Aktive der politischen Bildung aus allen Bundesländern mit einer Einladung ins Schloss Bellevue geehrt und ihnen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Auch der Frankfurter Künstler Michael Kurzwelly, der unter anderem Slubfurt erdachte, ist für das Land Brandenburg unter den Geehrten.
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Bundesverdienstkreuz für den Frankfurter Künstler Michael Kurzwelly

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Michael Kurzwelly wurde zu dem Termin von seiner Frau Uta sowie von Frank Bretag und Bernd Schwarz von Radio Słubfurt begleitet. Der Aktionskünstler erdachte ebenso den Frankfurter Brückenplatz und ist in viele weitere grenzübergreifende  Kunstprojekte involviert, etwa das jährlich stattfindende Kunstfestival Labirynt. "Es war ein einmaliges Erlebnis und natürlich fühle ich mich geehrt", erklärte er nach der Preisverleihung. "Ich freue mich, dass die Arbeit so eine Art von Würdigung erhält und hoffe so auch auf Unterstützung für zukünftige Projekte".

Aus Frankfurt erreichten ihn zu der Ehrung zahlreiche Glückwünsche. OB René Wilke sprach von einem streitbaren, aber konsequenten Künstler. "Besonders für ein gelungenes Miteinander von Menschen aus verschiedenen Ländern hat sich Michael Kurzwelly in den letzten Jahren stark gemacht und damit viel bewirkt." Grünen-Sprecherin Alena Karaschinski erklärte, Kurzwelly habe mit Słubfurt "Hunderte Menschen inspiriert, aktiviert, integriert und durch seine Aktionen provoziert und zu Widerspruch und Diskurs herausgefordert".

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Kurt Cr. 23.05.2019 - 21:15:26

fruchtbare Beziehung

Indem Wilko Möller die "Slubfurt-Projekte" ablehnte waren Kurzwelly die Zuwendung der Frankfurter "Rest"-Parteien und die weiter sprudelnden Fördermittelquellen gewiss. Man mag sich gar nicht vorstellen, die städtische AfD würde auf einmal die Slubfurt-Projekte loben ... ;-)

Paul Müller 23.05.2019 - 17:18:34

Ja, eine wirklich nette ...

... Schulterklopfveranstaltung unter Berufsplauderern :) ...

Ralf Cornelius 23.05.2019 - 08:14:18

Fragwürdig

Sorry, aber ohne die ständige Berichterstattung der MOZ wäre Kurzwellys Wirken fast komplett ohne Öffentlichkeitswirkung. Zugegeben, er ist rührig und erfinderisch, wenn es darum geht, Fördertöpfe anzuzapfen. Dies dient aber wohl in erster Linie seinem Lebensunterhalt, oder welcher sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit geht er im Haupterwerb nach, von der er auch leben kann? Allein schon die gestakste Begründung spricht Bände. Und eigene Staaten mit eigenen Pässen und Geld scheint nicht wirklich im europäischen Interesse zu sein. Kurzwelly ist vor allem ein guter Selbstdarsteller und leider darf man die Anerkennung durch den Bundespräsidenten nicht mehr allzu hoch hängen, der auch linksradikale Bands promotet. Es bleibt eben dabei, Bomben und Orden...

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