Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der vor einem Jahr noch unansehnliche Gebäudekomplex in Buckow ist abgerüstet und strahlt in neuem alten Glanz.

Wilhelmshöhe
Wilhelmshöhe wieder schön

Inzwischen ohne Gerüst: Das Haus Wilhelmshöhe an der Buckower Lindenstraße erstrahlt wie einst nach der Fertigstellung des kirchlichen Erholungsheimes 1902. Innen läuft die Sanierung weiter.
Inzwischen ohne Gerüst: Das Haus Wilhelmshöhe an der Buckower Lindenstraße erstrahlt wie einst nach der Fertigstellung des kirchlichen Erholungsheimes 1902. Innen läuft die Sanierung weiter. © Foto: privat
Gabriele Rataj / 23.05.2019, 06:00 Uhr
Buckow (MOZ) Im März war das Haus noch voll eingerüstet und hinter Planen konnte nur erahnt werden, wie sich das historische Erholungsheim nach seiner Fassadensanierung zeigen würde.

Inzwischen ist die Verhüllung Vergangenheit, die Gerüste sind abgebaut und beim Anblick des  repräsentativen Hauses scheinen die Jahre des Leerstands endgültig der Vergangenheit anzugehören. 117 Jahre nach seiner Fertigstellung dominiert das Haus Wilhelmshöhe damit wieder den Blick aus dem Schlosspark über den Griepensee.

"Insbesondere in der Abendsonne strahlt das Gebäude mit seiner restaurierten Klinkerfassade in 1000 warmen Tönen und ganz oben auf dem First strahlt ein goldener Stern weithin", gerät Bauherr Thomas Mix von der quart AG geradezu ins Schwärmen. Das nahezu 20 Jahre leer stehende Haus sei quasi wiederauferstanden.

Im Juli 2017 hatte die Berliner  quart AG wieder die Regie über diesen Teil des weit größeren Gesamtgrundstücks übernommen und im November eine Umbau-Genehmigung beantragt. 20 Wohnungen sollten nach der Kern- und Fassadensanierung in dem denkmalgeschützten Komplex entstehen.

Innensanierung bis zum Herbst

Ein gutes Jahr nach dem Sanierungsbeginn sind die äußeren Veränderungen unübersehbar. Besonders auffällig dürften für alte Buckower vor allem die deutlich aus dem Dach wachsenden Gauben sein, die einst in den 1950er-Jahren abgerissen worden waren. "Sie geben dem Gebäude nun wieder ein schlossartiges Gepräge", sagt Bauherr Thomas Mix.

Außen ist jedoch nicht gleich innen – im Inneren sei noch allerhand Arbeit nötig, um die geplanten Ein- bis Drei-Raum-Wohnungen bis zum Herbst fertig stellen zu können, betont Mix. Mit gewissem Stolz verweist er darauf, dass viele heimische Firmen mit angepackt haben, auch die Buckower für gewöhnlich oft unterschätzt würden.

Im Gewusel im Inneren des Gebäudes werden die Wohnungsgrundrisse deutlich, überall liegen noch Kabel und Leitungen herum, aber alles habe schon seinen tieferen Sinn, weiß Thomas Mix. 800 Quadratmeter frischer Schlossdielung seien beispielsweise eingetroffen, die erst einmal bis zum Einbau gestapelt werden müssen.

Ideen für Wohnungsprojekt

Die Wilhelmshöhe ist mittlerweile das zehnte Bauobjekt für den Zugezogenen, der gleich zu Beginn seiner Zeit in Buckow ein altes Umgebindehaus auf den Werder mitten in der Stadt versetzt hat. Der Mann mit Faible für historische Häuser verschiedenster Zeiten und Baustile plant über seine Firma als nächstes Projekt auch die Sanierung des "Lutherstifts" am Ortseingang. Auch dort solle benötigter Wohnraum entstehen.

Nach Gesprächen mit dem Finanzministerium befragt, über die in der Stadt geredet wird, bremst der Projektentwickler, der inzwischen über die SPD auch in die Kommunal- und Regionalpolitik strebt, indes. Gedankliche Vorarbeit und das Abtasten möglicher Strategien zum Erhalt des einst zum Fontane-Erholungsheim gehörenden Bettenhauses am Weinbergsweg seien das eine, sagt er. Von so einem Projekt eine Stadtverordnetenversammlung zu überzeugen, schon etwas anderes. Mix denkt, dass dort 40 Wohnungen entstehen könnten, "für nicht ganz so wohlhabende Buckower" und in Trägerschaft der Stadt.

Zur Geschichte des Fachwerk-Ziegel-Baues

Das Haus Wilhelmshöhe ist Anfang des 20. Jahrhunderts in schöner Hanglage mit Blick auf den Griepensee als repräsentatives Erholungsheim erbaut worden. Auch nach dem zweiten Weltkrieg wieder und bis nach der Wende so bzw. als Hotel genutzt, schloss die Wilhelmshöhe 2000 ihre Pforten. Nach Erwerb des Immobilienkomplexes durch die quart AG interessierte sich 2017 eine englische Investorengruppe für den Gesamtkomplex. Ihre Absicht: ein Klinikzentrum für psychosomatische Erkrankungen wie Burn-out. Während dieses rechter Hand auf dem Grundstück angesiedelt werden soll, saniert die quart AG den historischen Altbau als Wohnungsstandort.⇥rj

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG