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Arbeitnehmervereinigung sucht Wege zu alter Stärke

SPD-Abgeordnete
Cansel Kiziltepe kandidiert für AfA-Bundesvorsitz

Cansel Kiziltepe
Cansel Kiziltepe © Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild
Mathias Puddig / 24.05.2019, 17:30 Uhr
Berlin (MOZ) Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe hat gute Chancen, die nächste Bundesvorsitzende der AfA (Arbeitsgemeinschaft für ArbeitnehmerInnenfragen in der SPD) zu werden.

Der AfA-Landesverband Berlin nominierte Kiziltepe am Freitag für den Posten, die Wahl selbst findet im April kommenden Jahres statt. Kiziltepe hat die Unterstützung mehrerer Landesverbände. Ihr werden deshalb gute Chancen zugerechnet, den Vorsitz zu übernehmen.

"Die Arbeitswelt steht vor großen Umbrüchen", sagte Kiziltepe dieser Zeitung anlässlich ihrer Nominierung. "Nur mit durchsetzungsfähigen Gewerkschaften und einer starken AfA in der SPD werden wir die Herausforderungen der Digitalisierung und des demographischen Wandels im Interesse der ArbeitnehmerInnen gestalten können."

Zugleich ist Kiziltepes Nominierung ein Versuch, die Arbeitsgemeinschaft wieder zu stärken. Die AfA war 1973 gegründet worden, als Teile der SPD befürchteten, dass ihre Partei in der damaligen Großen Koalition die Interessen der Arbeitnehmer vernachlässigte. Herbert Wehner nannte die AfA damals "lebenswichtiges Organ der SPD, gleichzeitig Auge, Ohr und Herzkammer der Partei". Zuletzt hatte die AfA jedoch deutlich an Einfluss verloren.

Dem soll nun entgegengewirkt werden, indem die AfA ihre Spitze verjüngt wird und zum ersten Mal eine Frau den Vorsitz übernimmt, die sich zudem klar links positioniert. In den letzten Jahren hatte die AfD an Bedeutung und Einfluss verloren. Im Zuge der Parteierneuerung ist sogar die Rolle der AfA innerhalb der Partei diskutiert worden, nachdem die SPD-Spitze auch die Arbeit der Historischen Kommission eingestellt hat. Dem stellt sich Kiziltepe kämpferisch entgegen. "Gute Arbeit und faire Löhne fallen nicht vom Himmel, sondern bedürfen politischer Begleitung", sagte sie. "Die AfA ist hierfür notwendiger denn je."

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