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Strausberger Schüler planen Kundgebung am 7. Juni und eine Woche später Umzug. Jugendparlamentarier Yahel Viering ist bereit für Agendabeirat. Von Jens Sell

Klima-Demos
Fridays for Future jetzt auch in Strausberg

Wollen eine Kundgebung und eine Demo in  Strausberg organisieren: die Strausberger Florian Wolf, Louisa Mohr und Yahel Viering (v.l.).
Wollen eine Kundgebung und eine Demo in  Strausberg organisieren: die Strausberger Florian Wolf, Louisa Mohr und Yahel Viering (v.l.). © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 25.05.2019, 07:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Die von der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg initiierte Bewegung Fridays for Future erreicht jetzt Strausberg. Für den 7. Juni haben ihre Strausberger Anhänger von 12 bis 14 Uhr eine Kundgebung am Landsberger Tor vor der Sparkasse angemeldet.

Yahel Viering (18), Florian Wolf (16) und Louisa Mohr (16) sind drei der rund 20 aktivsten Fridays-for-Future-Protagonisten, die sich regelmäßig treffen, um sich über Klimapolitik auszutauschen. Louisa ist schon mehr als ein Dutzend Mal zur Kundgebung nach Berlin gefahren: "Das geht ganz schön ins Geld, und wir sollten in Strausberg auch mal auftreten", sagte sie sich. Die Schülerin der BundtStift-Schule schrieb Anfang März einen Brief an die Schulleitung, die den Text auf ihre Bitte an alle Eltern weiterleitete. Es war der Aufruf, zur großen FfF-Demo am 15. März in die Hauptstadt zu fahren. Für sie und ihren Schulkameraden Yahel ist es meist kein Problem, die Genehmigung des Klassenleiters für die Freistellung zu bekommen. Florian als Zehntklässler des Fontane-Gymnasiums hat zwar vom Lehrer schon die Unterschrift bekommen, aber von weiter oben gebe es schon mal eine Ablehnung. Er versucht, einmal im Monat in Berlin dabeizusein, und befürchtet keinen Leistungsabfall.

Wenn die Strausberger Schüler den Protest gegen eine zu halbherzige und unwirksame Klimapolitik in die Stadt tragen, geht es ihnen nicht mehr nur um die nach ihrer Einschätzung zu konservative Umweltpolitik Angela Merkels. "Natürlich ist ihr Bekenntnis zu dem Ziel, Deutschland bis 2050 CO2-neutral zu machen, begrüßenswert", sagt Yahel, der Mitglied des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt ist. "Aber dass sie eine CO2-Steuer ablehnt, ebenso Fahrverbote, und immerzu wirtschaftlichen Interessen den Vorzug gibt, zeigt, wie konservativ ihre Politik ist."

Klimapolitik in Strausberg aber ist niedergelegt in der Lokalen Agenda 2030. Der Agendabeirat, der deren Belange beratend in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung zur Geltung bringt, konstituiert sich nach der Kommunalwahl am Sonntag neu. Yahel interessiert sich für die Mitarbeit in dem Gremium, für das dringend neue engagierte Mitglieder gesucht werden. Und er hat sich mit seinen Freunden Gedanken um Klimapolitik in Strausberg gemacht. "Ein Ziel wäre ein kostenloser öffentlicher Personennahverkehr. Einen Anfang könnte die Stadt mit der Straßenbahn machen, die gehört ihr schließlich", sagt der Jugendparlamentarier. Natürlich wären auch Elektrobusse sehr klimafreundlich, aber darauf habe die Stadt keinen Einfluss. "Aber bei der Förderung des Fahrradverkehrs kann sie viel bewegen: Das Radwegesystem muss dringend ausgebaut und vernetzt werden!"

Florian will sich besonders bei der Vorbereitung der Demos und Kundgebungen engagieren. Die Kundgebungen sollen stets von einem Jungen und Mädchen gleichberechtigt moderiert werden. Nach dem Prinzip der Open Mics (offene Mikrofone) dürften sich Teilnehmer auch spontan zu Wort melden. Aber es sollte auch Fach- und Sachverstand zur Geltung kommen. So will er sich beim Entomologischen Institut des ZALF Müncheberg um einen  Insektenexperten bemühen, der auf der Kundgebung spricht.

Mit der ersten Kundgebung am 7. und der ersten Demonstration am 14. Juni wollen die Strausberger Schüler ein Zeichen für eine zukunftsfähige Klimapolitik auch in der Kommune setzen, die sich die grüne Stadt am See nennt. Sie hoffen auf große Resonanz und eine wachsende Bewegung. Natürliche Verbündete gibt es ohnehin viele – Bürgerinitiativen und nicht zuletzt den Agendabeirat.

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