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In Blumberger Schmuckstück entsteht ein neuer Spazierweg samt zusätzlicher Brücke. Die Planung orientiert sich am Konzept des berühmten Planers.

Lenné-Park
Gartenkunst neu im Blick

Kerstin Ewald / 26.05.2019, 06:45 Uhr
Blumberg (MOZ) Wir haben Schürfungen durchgeführt, um den historischen Weg wiederzufinden", erklärte Landschaftsarchitektin Katharina Baumgart bei einer Begehung im Lenné-Park am Donnerstag. "Gefunden haben wir Ziegelschutt und andere Reste, die früher als Wegetragschicht benutzt wurden." Eben beginnen die Bauarbeiten in Blumbergs Schmuckstück. Dabei wird ein neuer Spazierweg angelegt und eine Brücke gebaut.

Der geplante Weg verläuft von Süd nach Nord-West und bildet dabei eine Abkürzung zum jetzigen großen Park-Rundgang. "Wir bauen die Strecke allerdings einige Meter neben der historischen Trasse, weil für jene zwei weitere Brücken notwendig geworden wären. Dafür gibt es jedoch keine finanziellen Mittel", erklärte Katharina Baumgart, während sich die kleine Gruppe mit Bürgermeister Wilfried Gehrke, Ortsvorsteher Jörg Dreger, Jochen Wünsche vom Canitz-Verein, Gemeindemitarbeiterin Josefine Wahl und Rainer Chlechowitz von der ausführenden Firma Märkisch Grün auf den Weg zur geplanten Brücke machte. Noch muss man durch die Wiese stapfen. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis September.

Für Lenné-Liebhaber wie Jochen Wünsche haben die Neuerungen einen Clou: Der geplante Weg führt an der Stelle vorbei, von der aus früher der sogenannte Duncker-Blick auf das Schloss geworfen werden konnte. Heute ist dafür etwas Fantasie erforderlich, da das Schloss bereits 1945 abbrannte.

Statt auf das Herrenhaus sieht man heute – entlang einer der berühmten Sichtachsen von Gartenkünstler Lenné – auf die Blumberger Docemos-Schule.

Bevor sich in Blumberg Peter Joseph Lenné, damals Königlich-preußischer Gartendirektor, ins Zeug legte, hatte dort der Adlige Friedrich Ludwig von Arnim Grund und Boden gekauft. Während der neue Gutsherr sein ansehnliches Blumberger Schloss entwerfen ließ, beauftragte er den berühmten Gartengestalter Lenné mit der Planung des Parkes. Klar, dass der produktive Beamte für die Planung seiner Gärten auch auf einen Mitarbeiterstab zurückgreifen konnte: So war es schließlich Gerhard Koeber, der Details des Blumberger Parks mit Feder auf Kalkpapier zeichnete.

Stattliche EU-Förderung

Die geplante Parkverschönerung, zu der auch die Denkmalschutzbehörde ihr Plazet gab, wird mit rund 160 000 Euro zu Buche schlagen. Dabei sind auch die Kosten für Vermessung, Planung und die Suche nach Spuren der historischen Wegführung. Um die Gemeindekasse nicht über die Maßen zu belasten, bemühten sich Bürgermeister Gehrke und seine Mitarbeiter um eine Förderung aus dem EU-Programm Leader, ausgereicht vom Landesamt für Ländliche Entwicklung. Von dieser Seite werden voraussichtlich 120 000 Euro zugeschossen.

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