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Jubiläum
Voller Leidenschaft fürs runde Leder

Cornelia Link-Adam / 26.05.2019, 07:00 Uhr
Trebnitz (MOZ) Viele Pokale zieren die Wände, dazu Wimpel und alte Fotos. An der Seite trocknen auf einer Wäschespinne die Trikots der Fußballer. Ein Sportlerheim, das in Trebnitz aus dem Leben spricht. Viel hat die Sportgemeinschaft (SG) im Laufe der Zeit schon erlebt. Am 3. August wird der Sportverein sein 70-jähriges Bestehen umrahmt durch das Dorffest feiern. Und auch dabei wird an die Anfänge erinnert werden.

Dass es überhaupt Unterlagen gibt, liegt an Horst Beier. Der Dorflehrer kam in den 1950er Jahren nach Trebnitz und spielte Fußball. Viele Jahre. Und stand oftmals auch mit der Kamera an der Seite, machte Gruppenbilder von Mannschaften, Feiern und der Anlage. Fein sortiert hat er alles in einem kleinen Ordner. Die heilige Chronik. Darin ist auch zu lesen, dass der Verein 1948 gegründet wurde. Ab 1949/50 begann der Spielbetrieb der Kickertruppe nach dem Krieg. Davon zeugt auch noch der alte Spielerpass von Erwin Hensel, den man sicher aufgehoben hat. Daher wird in diesem Jahr auch 70-Jähriges gefeiert. Aus den Nachbarorten verstärkten Spieler die Leistungsfähigkeit der Mannschaft auf Kreisebene. Anfang der 1950er Jahre wurde die MAS der Trägerbetrieb für den Sportverein. Später hieß es MTS, wurde Teil des KfL. Somit kam es auch zur Namensänderung des Vereins, der sich fortan Betriebssportgemeinschaft Traktor Trebnitz nannte – kurz BSG Traktor Trebnitz. Gemeinsam mit dem Träger brachte man den Sportplatz im Park auf Vordermann. 1955 und 1956 konnte das Team sogar den Fußball-Kreispokal gewinnen. Auch holte man den Staffelsieg in der 2. Kreisklasse und stieg auf in die 1. Kreisklasse. Bedingt durch Spielerabgänge blieb man nicht lange im Oberhaus. Aber auch in darunterliegenden Ligen ging es hart um den Ball, holte man vordere Plätze und Staffelsiege. Zum Regelbetrieb gab es gut 30 Jahre lang auch immer im Sommer ein Fußball-Pokal-Turnier für Männermannschaften. Mit der politischen Wende änderte sich einiges: Der Trägerbetrieb fiel weg, im August 1990 nannte sich der Verein in Sportgemeinschaft (SG) um. Seit 2003 ist die SG Trebnitz Eigentümer der Sportanlage mit großem Rasenplatz, Sportlerheim (errichtet 1989), Umkleide-Haus (gebaut 1970) und gastronomischer Versorgung. Auch neuere Fotos hat Helmut Beier (88) längst in die Chronik eingefügt. Dazu immer die Ergebnisse aus der Zeitung.

Willi Metzkow und Ernst Hedenius leiteten anfangs den Verein. Von letzterem leitet noch heute der Enkel als Schiedsrichter Spiele in der Region. Viele Jahre war Ulrich Zorn der Vorsitzende des Vereins, weitere Vorsitzende waren unter anderem Steffen Lawrenz und Karsten Schulze, bevor Wolfgang Arndt die Leitung übernahm.

Die Mannschaften spielten im Männerbereich und in Alten-Herren-Teams. "In den 90er-Jahren haben wir auch mal ein Jugendfreizeitteam gehabt, unter der Leitung von Ralf Zachert. Dazu gibt’s seit letztem Jahr eine Frauensportgruppe, die sich hier regelmäßig zu Bauch-Beine-Po im Sportlerheim trifft", erzählt der Fußballsektionsleiter Frank Schenatzky. 40 Jahre ist er im Verein, stand viel im Tor. Aktuell habe man 83 Mitglieder, sei damit der größte Verein in Trebnitz. Die Männermannschaft spielt in der Kreisklasse Nord, ist Zweiter hinter Prötzel. Bei nur noch drei Spielen werde das sicherlich so bleiben, so der 57-Jährige. Alle paar Jahre ging es hoch in den Ligen, dann wieder runter. Aber der Spaß am Spiel steht im Vordergrund. Nichts geht unter der Federführung von Wolfgang Arndt, der 2018 den Vorsitz nach 18 Jahren von Karsten Schulze übernahm,  ohne Ehrenamtliche. Familie Lawrenz beispielsweise kümmere sich um Ausschank, saubere Wäsche, guten Rasen. Viel hilft auch Wilfried Schober (78) in allen Lebenslagen mit. Neue Spieler ab 18 Jahre sind mittwochs ab 18.30 Uhr immer willkommen. Und Sponsoren. Schließlich will sich der Verein bald einen Laub-Sauger für ihren schon erneuerten Traktor anschaffen. Denn mit Blättern habe man immer auf der großen Fläche zu kämpfen. Dazu gibt’s Arbeitseinsätze, aber auch Putz-Aktionen. Seit 2007 schützt auch eine gemeinsam gebaute Holz-Barriere den Rasenplatz sicher vor Wildschweinen.

Kleinfeldturnier zum Fest

Am 22. Juni werde man gegen Manschnow II das letzte Heimspiel bestreiten, danach gleich Saisonabschluss feiern. "Mit einem gespendeten Schwein von Biobauer Frank Prochnow aus Jahnsfelde, als Dank weil wir bei ihm Steine vom Feld sammeln waren." Dann beginnt die Sommerpause. Ehe Mitte August der Spielbetrieb wieder losgehe, werde erstmal richtig gefeiert. Am 3. August, umrahmt vom Dorffest wird die SG Trebnitz ihr Jubiläumsfest anlässlich des 70-jährigen Bestehens begehen. Ab 13 Uhr gibt es nach Reden und Auszeichnungen auch viele Bilder via Diashow von damals und heute zu sehen. Eingeladen werden auch viele ehemalige Spieler, so Schenatzky. Auf Kleinfeld startet ein Fußballturnier, dazu gibt es Spielangebote für die Kinder und Unterhaltung für Jung und Alt. Es soll ein abwechslungsreicher Tag auf dem Sportplatzgelände werden. "Auf die nächsten 70" sagt das Trio voller Freude.

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