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Plänen für einen Photovoltaikpark in Jacobsdorf haben die Abgeordneten nicht zugestimmt.

Gemeindevertretung
Solaranlagenbauer muss einpacken

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa/Patrick Pleul
Stefanie Ender / 26.05.2019, 13:00 Uhr
Jacobsdorf (MOZ) Sichtlich geknickt packt er seine Präsentation wieder zusammen. Thomas Ebbinghaus, Projektentwickler der Firma "Wes Green" sollte am Donnerstagabend eigentlich seine Ideen für eine Photovoltaikanlage vorstellen. Hierzu war der in Bremen wohnende Experte 500 Kilometer angereist. Zu einer Projektvorstellung kam es nicht, denn die Jacobsdorfer Gemeindevertreter würgten ihn ab, bevor er die Idee eines Solarparks auf der ehemaligen Deponie in Pillgram präsentieren konnte.

Pillgramer gegen Solarpark

"Ich habe mit den Pillgramern gesprochen. Sie wollen keine Photovoltaikanlagen", sagte Sven Lippold, der Pillgramer Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat habe sich eindeutig gegen das Projekt ausgesprochen, so der ehrenamtliche Politiker kurz nachdem der entsprechende Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde. Es folgte Gerede, zustimmendes und ablehnendes. "Im Bauausschuss wurde gesagt, dass das Thema hier vorgestellt wird. Nun kommt der Tenor aus dem entsprechenden Ort, dass es eigentlich nicht gewollt ist", bilanzierte Bürgermeister Detlef Gasche. Für Ruhe sorgte das nicht. Die Abgeordneten redeten weiterhin durcheinander. Solarbauer Thomas Ebbinghaus sagte deutlich hörbar, dass er in diesem Fall den Antrag für ein Bauleitverfahren zurückziehen möchte, um erneut vorstellen zu können – vor den neu gewählten Vertretern.

Seine Pläne sehen vor, auf drei Flurstücken, von denen eins auf dem flacheren Teil der ehemaligen Deponie liegt, zwei Teilanlagen zu bauen, die zusammen 1,5 Megawatt Strom produzieren. Geplant sei außerdem eine regionale Wertschöpfung, erzählt der Solaranlagenbauer auf Nachfrage dieser Zeitung nach der Sitzung: "Wir wollen Landschaftsgärtner, Gutachter und Bauunternehmer vor Ort einbeziehen. Außerdem würden wir die Anlage nach dem Bau der Gemeinde zum Kauf anbieten."

Was am Donnerstagabend passiert ist, macht Thomas Ebbinghaus allerdings erst einmal fassungslos. "Ich war vorher im Bauausschuss. Danach wurde ich in die Gemeindevertretersitzung bestellt. Nun darf ich nicht einmal hier sprechen. Vier Tage Vorbereitung für nichts", ärgert er sich. Die Gemeindevertreter hörten seine Ideen nicht. Sie stimmten zunächst ab, ob die Pläne vorgestellt werden sollten. Mit einer Enthaltung waren acht Abgeordnete für einen Verzicht. Nachdem Thomas Ebbinghaus den Raum schon verlassen hatte, stimmten sie  – mit einer Enthaltung – gegen das Bauleitverfahren. "Sie hätten mich vorab informieren können. Dann wäre ich nicht noch einmal 1000 Kilometer gefahren", sagt Ebbinghaus.

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Solaranlagenbauer Detlef Gasche Photovoltaikpark Sven Lippold Photovoltaikanlage

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