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Dreifachwahl
Entspannter Wahltag in der Region

Alles auf den Tisch: Die Stimmen der Europawahl im Foyer des Gemeindesaals Hoppegarten werden ausgezählt. Das übliche erste Ritual nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr ist das Auskippen der Urnen. Danach wird gezählt.
Alles auf den Tisch: Die Stimmen der Europawahl im Foyer des Gemeindesaals Hoppegarten werden ausgezählt. Das übliche erste Ritual nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr ist das Auskippen der Urnen. Danach wird gezählt. © Foto: Gerd Markert
Gabriele Rataj, Annika Funk / 26.05.2019, 21:38 Uhr - Aktualisiert 27.05.2019, 07:42
Strausberg (MOZ) Märkisch-Oderland verzeichnete am späten Abend eine vorläufige Beteiligung bei der Europawahl von 56 Prozent. Als Gewinner konnte sich die Alternative für Deutschland (Stimmenanteil 21,5 Prozent zu dem Zeitpunkt)  feiern. Den zweitstärksten Zuspruch der Wähler verbuchte die CDU mit 16,1 Prozent. SPD (15,4) und Linke (15,2) lagen nahezu gleichauf. Die Bündnisgrünen, bundesweit über 20 Prozent, wurden von 10,9 Prozent der Märkisch-Oderländer ins Europaparlament gewählt.

In Strausberg stand nur am späten Nachmittag eine Schlange durch die Tür bis auf den Bürgersteig der Großen Straße – aus dem Eisgeschäft im Landsberger Tor. An den Wahllokalen war dies kaum zu beobachten. In den 26 Wahllokalen der grünen Stadt am See waren 222 Freiwillige in den Wahlvorständen im Einsatz, davon 111 direkt aus der Bürgerschaft. Bürgermeisterin Elke Stadeler betonte: "Auch die Verwaltungsmitarbeiter tun dies freiwillig und ehrenamtlich. Ich bin stolz , dass es für sie eine Selbstverständlichkeit ist."

So leitete der Werkleiter des Kommunalservice Strausberg, Harry Mund, das Wahllokal am Handelscentrum in der Tanzschule Step & Dance. Dort begrüßte er schon vor acht Uhr die 88-jährige Hanni Hoffmann, die extra früh gekommen war, um ohne Stress und Druck die großen Wahlzettel richtig ausfüllen zu können. Punkt acht konnte sie das große Wahllokal betreten. Gegen elf Uhr sprach der Wahlvorstand schon von 33 Prozent einschließlich der Briefwähler, gegen 14 Uhr waren es mit rund 380 von 800 Wählern schon knapp die Hälfte. Für die Europawahl meldete das Team des Strausberger Wahlleiters Thomas Lukaschewitz gegen 20 Uhr eine Wahlbeteiligung von 40,4 Prozent.

Am Geburtstag im Wahllokal

In Petershagen-Eggersdorf war die Briefwahl ebenfalls für viele Bürger die erste Wahl: "Schon in den ersten Tagen wurden 1500-mal die Unterlagen angefordert", berichtete Rathaus-Sprecherin Kathleen Brandau, am Ende seien es mehr als 3000 gewesen. In Strausberg waren es ebenfalls weit über 3000.

Im Doppeldorf ist Torsten Göring seit Jahrzehnten schon Wahlvorstand. Am Sonntag hatte er Geburtstag, kein Grund, das Ehrenamt nicht auszuüben: "Aber diesmal habe ich selbst Briefwahl gemacht." Größter Andrang ist nach seinen Erfahrungen immer zwischen 11 und 12 Uhr und in der Kaffeezeit. "Ich freue mich, dass einige neue bzw. andere Wahlhelfer dabei sind. Vor allem, dass wir in diesem Jahr noch mehr jüngere Unterstützer haben", sagte Torsten Göring.

Auch in der Stadt Müncheberg, gab Wahlleiterin Maria Buch Auskunft, "knacken wir die zuvor avisierte 14-Prozent-Marke locker". Bereits Mitte der Woche waren 800 Briefwähler aktenkundig. Während sie das Wahlgeschehen in den acht Ortsteilen am Abend als relativ entspannt einschätzte, machte sie indes auf ein Problem aufmerksam, "das nicht nur in unserer Kommune aufgetreten ist."

Bürger, die nach dem Stichtag zur Eintragung der Personen in das Wählerverzeichnis der EU umgezogen sind, standen am Sonntag vor der Tatsache, nicht an der EU-Wahl am neuen Wohnort teilnehmen zu können. "Das liegt in der Verantwortung jedes Wahlberechtigten selbst und hätte von diesem beantragt werden müssen", sagte Maria Buch. Als kommunale Wahlbehörde gebe es dazu nicht die Möglichkeit.

Kurz vor Toresschluss

In Alt Rüdersdorf trat zum Ende des Wahltags noch eine stressige Phase ein. Die Schlange wurde lang und länger, vor allem, weil sich manche Wähler angesichts der Wartezeit am Tage gesagt hatten, erst abends wählen zu gehen. Da viele dieselbe Idee hatten, wurde die Warteschlange Punkt 18 Uhr beendet, und der Wahlakt dauerte dann für die Letzten darüber hinaus.

Das Interesse und die Bereitschaft, wählen zu gehen, sei deutlich höher als bei vergangenen Wahlen. Das konnte Altlandsbergs Wahlleiter Carl Grünheid gegen 20 Uhr kundtun, ohne dass schon alle Ergebnisse aus den Wahllokalen vorlagen. "Die Tendenz geht zu über 50 Prozent Wahlbeteiligung, im Vergleich zu 37 Prozent im Jahr 2014", sagte er. Kleinere Ortsteile lägen noch höher, wie Wesendahl bei 75 oder Gielsdorf bei 60 Prozent. "Das ist in jedem Fall erfreulich."

Eine dreiviertel Stunde später traf Bürgermeister Arno Jaeschke aus Seelow ein. Er hatte die Briefwahlunterlagen der fast 40 letzten Säumigen pünktlich zum Kreiswahlleiter gebracht.

Keine Manipulationen wegen doppelter Briefe

Besorgte Bürger fragten an,  ob es wegen der wiederholten Verschickung von Briefwahlunterlagen in Strausberg zu Manipulationen kommen könne. Die Stadtverwaltung hatte bis Freitagmittag an 34 Briefwähler die Unterlagen per Boten zum zweiten Mal verschickt, nachdem die ersten Sendungen nicht die Adressaten erreicht hatten.  Wahlleiter Thomas Lukaschewitz verneinte die Frage: "Die nicht angekommenen Briefwahlunterlagen wurden annulliert. Die Angaben liegen allen Wahllokalen vor. Die Wahlvorstände sortieren sie sofort aus. So ist jede Unregelmäßigkeit aus diesem Grund ausgeschlossen ."⇥js

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