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Laufsport
Herzliches im Herzen der Stadt

Kurz vorm Ziel: Klasse diese Leistung von Nadine, scheint Christian Zühlke zu denken. Er zeigte bei Kilometer 5,8 auf seine Mitläuferin Nadine Behrendt. Beide gehörten zur Gruppe "Das Team Wittstock". Es nahmen am Sonnabend 163 Starter den Kampf auf der flachen Strecke aus dem Stadtkern in den Nordbereich der Dossestadt auf. Der Sieg im Hauptrennen ging an einen Tschechen.
Kurz vorm Ziel: Klasse diese Leistung von Nadine, scheint Christian Zühlke zu denken. Er zeigte bei Kilometer 5,8 auf seine Mitläuferin Nadine Behrendt. Beide gehörten zur Gruppe "Das Team Wittstock". Es nahmen am Sonnabend 163 Starter den Kampf auf der flachen Strecke aus dem Stadtkern in den Nordbereich der Dossestadt auf. Der Sieg im Hauptrennen ging an einen Tschechen. © Foto: Matthias Haack
Matthias Haack / 27.05.2019, 05:45 Uhr - Aktualisiert 27.05.2019, 14:22
Wittstock (moz) So leicht fielen Viktoria Zickert die letzten 50 von 6300 Metern selten. Als sie jedoch aus dem Wittstocker Wald aufs Stadionoval einbog, hörte sie die Ehrung über die Lautsprecher. Eine besondere. "Sieger auf den drei Kilometern ist Michael Zickert." Da trägt schon eine gewisse Portion Stolz den Körper über die Ziellinie.

Der 14-Jährige ist ihr Enkel. Er läuft für den Kyritzer LV, der am Sonnabend eine kleine Delegation zum Heidelauf entsandt hatte. Viktoria Zickert dagegen wohnt in Rheinsberg, startet für den LC Dosse Wittstock, der zur 39. Auflage den Heidelauf wesentlich verändert hat. Treffpunkt blieb das Stadion, den Startpunkt aller drei Strecken verlegte der LC aber ins Stadtzentrum. Daher musste ein Teil der Distanzen angepasst werden: Aus den gewohnten zehn Kilometern wurden 6,3. Am Halbmarathon hielt der LC Dosse fest.

Ein Shuttle wurde eingerichtet, um die Sporter über die zwei Kilometer vom Treff- zum Startpunkt zu bringen. Einige nutzten das Chauffieren, einige schlugen es aus und nahmen die Distanz zum Anlass, um sich warm zu laufen und auch den Kurs in umgekehrter Richtung zu erkunden. Ein Kurs, der wegen der historischen Bauwerke glänzend ankam und nach Wiederholung schreit.

Dass sich Bürgermeister Jörg Gehrmann es sich nicht nehmen ließ, den Start freizugeben, überraschte kaum. Dass er mahnende Worte fand, schon eher: "Wenn ihr gleich unterwegs seid", so der parteilose Politiker, "nehmt es auf, dass es der Below-Gedenk- und Heidelauf ist. Gedenkt den Opfern." Er  brachte einen Satz über die Lippen, der aktueller denn je ist: "Ich habe das Gefühl, man vergisst diese Kriegszeit, die 74 Jahre her ist, und nimmt Frieden als selbstverständlich hin."

"Wir in Wittstock sind ein Teil des ländlichen Raumes und damit Kern von so vielen Aktivitäten, die  Menschen aus ehrenamtlichen Erwägungen heraus tun. Diese gehören auf den Marktplatz", begründete Jörg Gehrmann den Umzug des Heidelaufes, natürlich auch vor dem Hintergrund, dass Wittstock seine Tore ebenso für die Landesgartenschau geöffnet hat. 

Zum Heidelauf kamen am Sonnabend 163 Starter. Die ersten Meter führten sie erstmals durch Wittstocker Stadtzentrum.
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39. Below-Gedenklauf

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Solche Wettkämpfe in den Wald zu legen und das gewaltige Engagement der Vereine zu übersehen, dem wolle die Stadt Wittstock begegnen. "Die Wertschätzung der Zuschauer und Teilnehmer ersetzt nichts. Dafür sind wir zuständig, diese zentralen Plätze in Städten und Dörfern freizugeben. Das kann beim Feuerwehrangriff beginnen und beim Schachclub enden." An diesem Sonnabend war es eben der LC Dosse, der den Start publikumswirksam initiieren durfte.

Eine Hochzeit im Rathaus, ein öffentliches Warm-Up vor ihm. Läufer bei der Gruppengymnastik, aber es mischten sich auch Marktbesucher darunter. Und dann ging‘s ab. Zwei Startgruppen. Erst die Halbmarathon-Teilnehmer, kurz darauf die Sechs- und Dreikilometer-Läufer. Westwärts runter vom Markt, das neu gestaltete Polizeigebäude auf der rechten Schulter liegen gelassen und an der Stadtmauer auf dem Nordbogen entlang. Eine Dreiviertelrunde um den Dosseteich, über die Logenbrücke zwischen Dosse und Laubenkolonie zum Stadion. Herrlich. Über die ersten Kilometer schwärmten auch Klaus Steinhäuser (siehe Interview in der morgigen Ausgabe) und Holger Schlötcke. "Da hätten wir auch Schleifen oder entlang der ganzen Stadtmauer laufen können", lobte der Mann von der LG Neuruppin den neuen Kurs.

Die Kurzstreckler hatten ihr Ziel mit dem Passieren des Stadiontores schon in Sichtweite, die Starter auf der Strecke des Brandenburg-Cups (6,3 Kilometer) nahmen eine Schleife in den Wald, die Halbmarathon-Starter einen längeren Schwenk nach Norden. Alle einte: das Ziel, die herzliche Atmosphäre und eine glänzend durchstrukturierte Siegerehrung.

Auf dem langen Kanten siegte Maksim Polozov aus Birkenwerder in 1:20 Stunden vor Thomas Hantke aus Bernau und Maik Waldburger aus Groß Woltersdorf (Prignitz) in 1:28 Stunden. Beim Cup-Rennen schob sich Lokalmatador Thomas Drößler zwischen zwei Tschechen. Es gewann Mataj Nowy in 23:03 Minuten vor Drößler (23:23) und Martin Roboch (23:36). Thomas Drößler hielt damit eine kleine Serie am Leben: In der Vorwoche hatte er zum Trio gehört, das beim Lindower Wutzseelauf Gold erlaufen hatte: Charlotte Zwahr (Kinderlauf), Kathrin Koczessa (8km/Frauen) und Thomas Drößler (8km/Männer). Beim Wittstocker Heidelauf gelang es diesen Dreien, sich jeweils vor den Drittplatzierten zu setzen.

KöpernitzerSeelauf

Zum nächsten Volkslauf laden die Köpernitzer um Wolfgang Schönberg und Dietmar Cuba ein. Sie bieten am kommenden Sonnabend, 1. Juni, ihren Kurs entlang des Köpernitzer Sees zum 24. Mal an. Es geht über drei Streckenlängen: Drei Kilometer für Schüler bis 13 Jahre, 7,5 Kilometer und auch einen über zwölf Kilometer. Gestartet werden allerdings alle gleichzeitig: um 10.30 Uhr von der Dorfstraße. Anmeldungen sind bis eine halbe Stunde vor Beginn möglich. Ein Startgeld von drei bis acht Euro wird erhoben. Inbegriffen sind ein Teller Erbsensuppe sowie ein Los der beliebten Tombola. ⇥maha

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