Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vize-Außenminister zu Gast
Maduro-Regierung will Beziehungen nach Berlin normalisieren

DPA / 29.05.2019, 07:49 Uhr - Aktualisiert 29.05.2019, 09:54
Berlin (dpa) Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro wirft Deutschland zwar weiter Einmischung in innere Angelegenheiten vor, wirbt aber trotzdem für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

"Die Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela befinden sich in der Tat in einer Krise", sagte Vize-Außenminister Yván Gil der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag während seines Besuchs in Berlin. "Trotzdem sind wir immer zu Gesprächen bereit." Er forderte "Beziehungen des gegenseitigen Respekts".

In Venezuela tobt seit Januar ein Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó, der Maduro Wahlfälschung vorwirft und von zahlreichen westlichen Staaten einschließlich Deutschland anerkannt wird. Maduros Regierung wertet das als völkerrechtswidrige Einmischung in innere Angelegenheiten und hat deswegen im März den deutschen Botschafter Daniel Kriener ausgewiesen. "Venezuela hat den deutschen Botschafter zur Persona non grata erklärt. Aber wir würden gerne sobald wie möglich zur Normalität zurückkehren", sagt Gil nun.

Bundesaußenministerminister Heiko Maas hatte am Dienstag Vertreter von 29 Ländern Lateinamerikas und der Karibik - darunter 21 Außenminister - zu einer großen Konferenz im Auswärtigen Amt empfangen. Venezuela war das einzige Land, das nicht eingeladen wurde. Gil reiste trotzdem nach Berlin, traf sich mit Linken-Bundestagsabgeordneten und nahm an einer Protestveranstaltung gegen die Venezuela-Politik der Bundesregierung in der Berliner Veranstaltungshalle "Urania" teil, zu der etwa 750 Menschen kamen.

Eigentlich wollte sogar Maduros Außenminister Jorge Arreaza nach Berlin kommen. Er musste aber kurzfristig zu einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Vertretern von Regierung und Opposition in die norwegische Hauptstadt Oslo.

Maas hatte das Thema Venezuela bei seiner Lateinamerika-Konferenz bewusst weitgehend ausgeklammert. "Wir dürfen unsere Beziehungen nicht alleine auf Krisendiplomatie reduzieren", sagte er. Bei seiner Lateinamerika-Reise nach Brasilien, Kolumbien und Mexiko vor vier Wochen war es aber eines der bestimmenden Themen. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá traf er damals den "Schatten-Außenminister" Guaidós, Julio Borges.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Ralf H. Janetschek 20.06.2019 - 07:26:15

venezolanische Opposition veruntreut Hilfsgelder für Luxusgüter

Aufgedeckt: Millionen von Dollar, die für "Freiheit und Demokratie" in Venezuela gesammelt worden sind, wurden in Kolumbien von Vertrauten des US-gestützten Oppositionsführers Juan Guaidó für Luxushotels und Designerkleidung veruntreut. Guaidó bestätigte die Vorwürfe und versprach Aufklärung. Mehrere von Guaidós Vertrauten wurden nun vom kolumbianischen Geheimdienst dabei erwischt, wie sie US-Hilfsgelder veruntreuten. Dies belegen geleakte Dokumente, die von PanAm Post veröffentlicht wurden. Die Gelder wurden im Rahmen des Benefizkonzerts "Venezuela Aid Live" gesammelt, welches der Milliardär Richard Branson im Februar 2019 organisiert hatte. Demnach sollen der regionale Koordinator der Partei Guaidós, Kevin Rojas, und die Stabschefin des selbsternannten "Interimspräsidenten", Rossana Barrera, Hunderttausende von US-Dollar in bar für exklusive Hotelübernachtungen, Designerkleider, Alkohol, Fahrzeuge und andere Dinge ausgegeben haben. Rojas und Barrera behaupteten wiederum, das Geld für sieben Hotels für Überläufer ausgegeben zu haben. Quelle: https://deutsch.rt.com/amerika/89348-ertappt-us-gestuetzte-venezolanische-opposition/

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG