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Frauen-Fußball
Felicitas Rauch bleibt am Ball

Felicitas Rauch spielt auch in der Fußball-Nationalmannschaft der Frauen.
Felicitas Rauch spielt auch in der Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. © Foto: dpa
Für Kinder
Antje Scherer / 01.06.2019, 12:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Nächste Woche startet die Fußball-WM der Frauen – vielleicht ist auch Felicitas Rauch dabei.

Sie hat schon mit drei angefangen zu kicken. Als einziges Mädchen in der "Bubi-Liga". So hießen die Minis in ihrer Heimatstadt Peine (das liegt in der Nähe von Hannover). "Ich bin einfach mit meinem Bruder zum Training gegangen", erzählt Felicitas Rauch (23). Heute ist sie Profi und spielt für Turbine Potsdam (Abwehr und Mittelfeld).

Manche Leute finden immer noch, dass Fußball eher eine Sportart für Jungs ist. Wie war das bei ihr? "Ich hab so etwas als Kind nie gehört", erzählt Felicitas, "das war immer ganz normal, dass man kickt." Fußball spielte in ihrer Familie eine große Rolle, ihr Vater war Trainer, und auch ihr älterer Bruder hat lange auf hohem Niveau gespielt.

In der 9. Klasseist sie dann an die Sportschule in Potsdam gewechselt – quer durchs ganze Land, von Niedersachsen nach Brandenburg. Ins Internat musste sie dort aber nicht, weil ihre Eltern auchumgezogen sind. Dort hat sie dann zum ersten Mal in einer Mädchenmannschaft gespielt. "Das war schon eine ziemliche Umstellung."

Mädchen empfiehlt sie, möglichst lange bei den Jungs mitzuspielen. "Diespielen anders, flotter und körperbetonter. Da lernt man auf jeden Fall, sich durchzusetzen." Was braucht man als Profi sonst noch? "Talent, richtig Spaß am Spielen und Disziplin", zählt sie auf.

Felicitas ist seit vier Jahren in der deutschen Nationalmannschaft. Träumt sie denn von der WM, die am Freitag in Frankreich losgeht?"Na, klar. Das wär schon was Großes!", sagt sie. Wahrscheinlich wird sie nicht dabei sein, denn das Team steht schon fest – eine klitzekleine Chance gibt es aber doch noch. Sie ist im "erweiterten Kader", das heißt, dass sie bis kurz vorher nachnominiert werden kann, falls sich jemand anderes verletzt."Das wünsch ich aber niemandem", betont sie.

Falls es nicht klappt, hofft sie, dass sie dann in vier Jahren dabei sein wird. Supertraurig ist sie aber nicht, denn sie hat erst mal ein anderes großes Projekt: Sie wechselt ab der nächsten Saison zum VfL Wolfsburg. Das ist im Moment die Nummer eins bei uns – das Team hat gerade zum dritten Mal hintereinander die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Frauenfußball bekomme in Deutschland immer noch recht wenig Aufmerksamkeit;das nerve, findet Felicitas. "In England oder Spanien sind bei einem Spiel schon mal 60 000 Zuschauer im Stadion, davon sind wir hier weit entfernt." Und sie findet es auch ungerecht, dass Profisviel, viel weniger verdienen als bei den Männern – viele arbeiten deswegen nebenher noch. Sie selbst studiert Wirtschaftspsychologie.

Auf YouTube gibt es einen tollen Spot über das deutsche Team (einfach "DFB-Frauen" eingeben); die WM startet am 7. Juni in Paris.

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