Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtentwicklung
Plan für Entwicklung über zehn Jahre

Im Nauener Rathaus stellten Tanja Jauernig (re.) von ADEPT architects Kopenhagen und Christopher Weiß vom Berliner Büro Glockenweiß den Masterplan für das neue Stadtquartier nördlich des Bahnhofs vor.
Im Nauener Rathaus stellten Tanja Jauernig (re.) von ADEPT architects Kopenhagen und Christopher Weiß vom Berliner Büro Glockenweiß den Masterplan für das neue Stadtquartier nördlich des Bahnhofs vor. © Foto: Stephan Achilles
Stephan Achilles / 06.06.2019, 14:37 Uhr
Nauen Wenig attraktiv präsentiert sich die Stadt Nauen nördlich des Bahnhofs. Soviel sich die Betreiber vom Hotel Lavendelhof und dem Eselhof an der Straße Am Schlangenhorst auch um Verschönerung bemühen, das Gelände zwischen der Ludwig-Jahn-Straße und der Bahn blieb bisher eine seltsam anmutende Mischung aus Gewerbe, Lagerplätzen, Brachflächen und vereinzelten Wohnhäusern. Das soll sich jedoch in den nächsten zehn Jahren ändern.

Einen Masterplan für die Gestaltung des Areals stellte die Firma ADEPT architects am Mittwoch den anwesenden Stadtverordneten und der Presse im Nauener Rathaus vor. Das Architektur- und Planungsbüro aus Kopenhagen hatte zuvor mit vier weiteren Büros an einem Ideenwettbewerb teilgenommen und die Jury so überzeugt, dass diese mit 9:0 Stimmen nur einen 1. Platz vergab, den 2. Platz ausließ und die übrigen Bewerber ab Platz 3 einstufte. Der Absicht, ein gutes, nachhaltiges Quartier in das Umfeld einzubetten und dabei Vorhandenes ebenso zu respektieren, wie die Interessen der Anwohner, sei der Plan des Kopenhagener Büros eindeutig am nächsten gekommen, betonte Christopher Weiß vom wettbewerbsdurchführenden Planungsbüro Glockenweiß. "Wir wollen kein Kistenquartier für verdrängte Berliner, sondern eine neue Wohnstatt für alle, die sich in Nauen wohlfühlen wollen", so Weiß.

Den Masterplan erläuterte Tanja Jauernig von ADEPT. Demnach soll die Bebauung östlich an das Gelände des ehemaligen Gaswerks und den Havelbus-Standort anschließend, mit vier- bis sechsgeschossigen Blöcken beginnen. Für Wohnen und teilweise auch Gewerbe genutzt, gruppieren sich die Blöcke um gemeinschaftliche Innenhöfe. Nach Osten hin soll die Bebauungsdichte abnehmen. Mehrgeschossige Reihenhäuser und schließlich kleinere Wohnhäuser mit privaten Gärten im Übergang zum derzeitigen Einfamilienhausbestand sind vorgesehen. Gewerbliche Anlagen und Bauten, wie die der PacTec GmbH und des Hotels Lavendelhof sind eingebettet. In Bahnhofsnähe ist eine mehrgeschossige Garage, u.a. mit Sportanlagen auf dem Dach, vorgesehen. Die Erreichbarkeit des Bahnhofs soll jedoch auch ohne Auto, mit öffentlichen Mikrotransportmitteln, Fahrrad oder E-Roller gewährleistet werden. Gesicherte Abstellmöglichkeiten an Bahnhof sowie Rad- und Fußwege, z.T. auch abseits der Erschließungsstraßen, sind dafür geplant. Die Straße Am Schlangenhorst soll als Ost-West-Achse erhalten bleiben. Etwa in der Mitte durchzieht eine Grünzone mit kleinen Wasserflächen das Gelände in Nord-Süd-Richtung. Nahe des Schnittpunktes der beiden Achsen sind eine Kita und Versorgungseinrichtungen vorgesehen. Für das Gelände des ehemaligen Gaswerks, welches derzeit von dem neuen Eigentümer, der Firma terraplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft mbH in eine Wohn- und Gewerbeanlage gewandelt wird, schlägt ADEPT eine zusätzliche kulturelle Nutzung vor.

Mit rund 31 Hektar ist die Fläche des vorerst als "Nauener Bahnhofsquartier" bezeichneten Vorhabens etwa genauso groß wie der historische Stadtkern. Daher müsse die weitere Entwicklung mit großer Sensibilität für den Ort vorangetrieben werden, betont Dr. Bert Lehmann, Fachbereichsleiter Bau in der Stadtverwaltung. Der Masterplan biete dafür ein geeignetes, flexibles Werkzeug. Man stehe am Anfang eines Prozesses. Erweiterungen, Einschränkungen und Änderungen seien möglich, meint Bürgermeister Manuel Meger. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und im Dialog mit den Bürgern sei zu prüfen, was umsetzbar und gewünscht ist. Auch die finanzielle Situation der Stadt und die Entwicklung des Wohnungsbedarfs müssen berücksichtigt werden. Mit insgesamt etwa zehn Jahren reichten die derzeitigen Vorstellungen weit in die Zukunft. Bert Lehmann hofft jedoch, dass die ersten Wohnungen schon in zwei bis drei Jahren bezugsfertig sein werden.

Schlagwörter

Schlangenhorst Bert Lehmann Lavendelhof Manuel Meger Eselhof

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG