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Außenaufnahmen für Fontanes "Unterm Birnbaum" wurde am Hafen in Groß Neuendorf und in Küstrin-Kietz gedreht.

Krimiverfilmung
Jaguar statt Kutsche versenkt

Ulf Grieger / 07.06.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 07.06.2019, 12:52
Groß Neuendorf (MOZ) Das ZDF und der Sender Arte  sowie die mecom fiction GmbH verfilmen derzeit Theodor Fontanes Novelle "Unterm Birnbaum". Anlass ist natürlich der 200. Geburtstag Fontanes. Gesendet wird der Streifen wahrscheinlich am 30. Dezember, also genau zum Jubiläum. Wer geglaubt hat, dass der Film vor allem im Oderbruch gedreht wird, wo Fontane 1883 bis 85 seine Geschichte angesiedelt hatte, der irrt.

Die Drehorte der Wirtshausaufnahmen befinden sich auf Gut Amalienruh bei Meinigen sowie einem Ort bei Eisenach. Die Außenaufnahmen allerdings wurden in dieser Woche in Küstrin-Kietz und am Kulturhafen Groß Neuendorf gedreht. "Wir werden auch eine Drohne über dem Bruch fliegen lasen, um die Stimmung einzufangen", erzählte Produzent Jan Richard Schuster am Rande der Dreharbeiten für die bereits fünfte Verfilmung des Stoffes. Die erste Film war 1944 noch in den letzten Kriegsmonaten in der Eifel gedreht worden. Bekannter wurde der Defa-Film von 1973, mit Erik S. Klein und Angelica Domröse in den Hauptrollen.

Selbst in den kleinen Orten, im MOL werden spitzen Krimis gedreht mit hochkaratigen  deutschen Schauspielern. Ausstrahlung ist im Dezember 2019 nach dem Klassiker von Theodor Fontane " Unterm Birnenbaum".
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Unterm Birnenbaum

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Die Drehbuchautorin Leonie-Claire Breinersdorfer hat die Novelle in die Gegenwart geholt. Was der Handlung an sich keinen Abbruch tut. Denn der Story ist modern. Das Wirts-Ehepaar Abel (Fritz Karl) und Ursel Hradschek (Julia Koschitz) lebt über seine Verhältnisse. Vor allem, weil die lebenslustige Frau, die Abel bei einer Reise kennengelernt hatte, in dem kleinen Oderbruchkaff Tschechin keine Erfüllung findet. Als auch noch das Kind stirbt, sucht sie mit Shoppen im Internet eine Ersatzbefriedung, er verspielt viel Geld beim Pokern. Die Not der Schulden macht erfinderisch, bis hin zum Mord am reichen  Gläubiger.

Statt dem im Original französischen Gefallenen, den der Wirt unter dem Birnbaum entdeckt, wird ein gefallener Sowjetsoldat gefunden. Und an Stelle der Kutsche, die in der Oder versenkt wird, ist es ein Luxusauto der Marke "Jaguar". Das Versenken wurde in Küstrin -Kietz gedreht, wofür sogar die Karl-Marx-Straße abgesperrt worden war.

In Groß Neuendorf ließ Regisseur Uli Edel, er hatte für das ZDF auch die Familiensaga "Das Adlon" gedreht, die Szenen drehen, bei denen das Auto aus der Oder gefischt und kriminaltechnisch untersucht wird. Dorfpolizist (Devid Striesow) untersucht den Fall. Außerdem wird Ursel beim Joggen gefilmt. "Wir wollten diese wunderbare Landschaft einfangen", erzählt die Drehbuchautorin. Das Filmteam hatte einen "Locationscout", mit dem sie auf Drehortsuche im Oderbruch waren. Dem originalen Letschiner Gasthof "Zum Alten Fritz" fehlte den Filmemachern etwas. Bei Meinigen war man dann auf einen passenderen Hof gestoßen, der zudem auch noch einen Birnbaum im Garten hat. Vieles wurde jedoch  bei Eisenach auch nachgebaut. Dies ist auch der Mitteldeutschen  Medienförderung und der Unterstützung durch den Freistaat Thüringen geschuldet.

Sendetermin am 30. Dezember

Sehr dankbar ist das Filmteam den Beratern vor Ort, zu denen auch Letschins Pfarrer Frank Schneider gehört. "Er hat uns erläutert, welche Bedeutung der Übertritt von Ursel vom katholischen zum evangelischen Glauben damals hatte und wie man  das am besten mit heutigen Begriffen umsetzen könnte. Denn der Pfarrer Eccelius, der bei Fontane ein wichtige Rolle  spielt, musste in der modernen Fassung durch einen Schöngeist ersetzt werden, der die seelische Not der Wirtsfrau allerdings auch nicht befriedigen konnte. Er wird von Boris Aljinovic gespielt.

Und natürlich darf "Mutter Jeschke" nicht fehlen. Solche Personen, die über alles, was im Dorf vor sich geht, immer bestens Bescheid weiß, haben sich bis heuer im Oderbruch gehalten. Diese neugierige Nachbarin der Wirtsleute wird von Katharina Thalbach gespielt.

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