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Die drei sexuell motivierten Übergriffe in Eisenhüttenstadt innerhalb einer Woche verunsichern Jung und Alt. Die Polizei geht von zwei Tätern aus.

Kriminalität
Eisenhüttenstadts Frauen in Angst

Am helllichten Tag: Unbekannte Männer bedrängen Frauen in Eisenhüttenstadt (Symbolbild).
Am helllichten Tag: Unbekannte Männer bedrängen Frauen in Eisenhüttenstadt (Symbolbild). © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 08.06.2019, 11:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) In Eisenhüttenstadt gibt es derzeit ein Thema, das nahezu alle bewegt: Innerhalb von einer Woche hat es im Stadtzentrum drei Übergriffe auf Frauen gegeben – teilweise am helllichten Tage. "Man fühlt sich total unsicher", sagt eine 38-Jährige, die im I. Wohnkomplex wohnt und wie alle, die dazu befragt werden, ihren Namen nicht preisgeben möchte. "Meine siebenjährige Tochter darf nicht mehr runter, nicht allein und auch nicht mit ihren Freundinnen, seitdem das bekannt ist", erzählt sie. "Und auch ich will kaum noch vor die Tür." Doch das geht natürlich nicht, schließlich muss sie zur Arbeit, und zwar zu Fuß. Erst am Freitag hätten sich die Muttis vor der Schule über die drei Übergriffe unterhalten. "Ich kenne welche, die sonst mit ihren Hunden Gassi gegangen sind. Jetzt machen das die Männer."

Doch was waren das für Übergriffe, über die ganz Eisenhüttenstadt diskutiert und die die Polizei als "sexuell motivierte Delikte" einordnet? Am Himmelfahrtstag kam es zum ersten Zwischenfall. Da hatte ein alkoholisierter Unbekannter in der Beeskower Straße eine 33-Jährige geschlagen und unsittlich berührt. "Bei der ersten Tathandlung wird von einem deutschen Täter ausgegangen", teilt Stefan Möhwald, Sprecher der Polizeidirektion Ost, mit. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, nennt er keine weiteren Details.

Ein Zusammenhang ist möglich

"Bei den anderen beiden Fällen ist aufgrund der Täterbeschreibung gegenwärtig von einem Zusammenhang und einem nichtdeutschen Tatverdächtigen auszugehen", sagt Möhwald. Im Fall vom 4. Juni war eine 42-Jährige mit ihrem Hund gegen 19 Uhr in der Erich-Weinert-Allee spazieren, als sie von einem Unbekannten unsittlich berührt wurde. Nachdem der Mann sich zunächst entfernt hatte, kam er zurück und wiederholte sein Treiben. Die Frau wehrte sich dagegen, der Täter verschwand. Der etwa 1,70.Meter große Mann habe Französisch und teilweise Englisch gesprochen, trug eine Sonnenbrille, ein Basecap und Flipflops.

Zu dem dritten Übergriff kam es einen Tag darauf gegen 13.25 Uhr in der Lindenallee. Diesmal war eine 30-Jährige das Opfer. Ein Mann habe sie an den Oberarmen gepackt und sie bedrängt. Die Frau befreite sich. Der Täter sprach gebrochenes Deutsch, war ebenfalls 1,70 Meter groß und soll dunkelhäutig gewesen sein. Er trug eine blau-weiß-karierte Hose sowie ein weißes T-Shirt.

Die Kriminalisten ermitteln in allen Fällen intensiv und bitten noch einmal um Hinweise zu den Taten. "Bislang sind dazu noch keine Informationen aus der Bevölkerung eingegangen", erklärt der Polizeisprecher.

"Klar, haben wir davon gelesen", sagt eine ältere Dame, die mit ihren vier Freundinnen am Freitag Mittag in der Lindenallee isst. "Man hat mächtige Angst, wenn man jetzt auf die Straße geht", betont sie. Die anderen nicken. "Mein Sohn lässt seine Frau abends nicht mehr allein auf die Straße", erzählt eine weitere. "Ich gehe auch nicht mehr runter", kommt es von der Tischnachbarin. "Man traut sich doch als Frau schon lange nicht mehr über die Insel oder am Kanal entlang", sagt die erste Dame, die bereits 82-Jahre alt ist. Sie selbst sei nach der Wende, aber auch schon davor Opfer von Übergriffen geworden. Bis auf den Schreck sei nichts passiert. Eine andere berichtet von einem Handtaschenraub. Wenn mehr Polizei auf der Straße wäre, würde man sich sicherer fühlen, glaubt die 82-Jährige: "Aber ich möchte heutzutage auch keine Polizistin sein. Was die sich anhören und mitmachen müssen, ist nicht Ordnung."

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Paul Müller 08.06.2019 - 14:41:38

Einfach mit Burka auf die Strasse gehen ...

... dann sinkt die Zahl der Übergriffe um 2/3tel ... nach Aussage von Rechtgläubigen ...

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