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Der Verein Flussbad möchte dort ein Sommerbad für alle. Ab wann?

Flussbad-Pokal
Köder fürs Abtauchen in Berlins historischer Mitte

Teilnehmerinnen am «Berliner Flussbad Pokal» schwimmen in der Spree.
Teilnehmerinnen am «Berliner Flussbad Pokal» schwimmen in der Spree. © Foto: dpa/Paul Zinken
dpa / 12.06.2019, 11:36 Uhr
Berlin (dpa) Auf die Plätze, fertig, platsch: Zum traditionellen Flussbad-Pokal wollen an diesem Sonntag Hunderte Schwimmer in Berlins historischer Mitte baden gehen. Wenn das Wetter mitspielt, steht der Spreekanal an der Museumsinsel nach dem Wettkampf allen Neugierigen ab 16 Jahren offen. Sonst ist Schwimmen an dieser Stelle streng verboten.

"Der Pokal findet statt", sagt Flussbad-Sprecherin Barbara Schindler. Die Gewitter der vergangenen Nächte hätten bisher nicht zu Überläufen in den Kanal geführt. Wenn das so bleibe, gebe es wegen der Wasserqualität keine Bedenken.

Starker Regen ist die Achillesferse der Flussbad-Idee. Denn dann kann durch überlaufende Mischwasserkanäle auch noch kurzfristig Unrat in den Spreekanal zwischen Bodemuseum und Fischerinsel gespült werden. In diesem Fall muss das Schwimmen auf den 25. August verschoben werden.

Seit 20 Jahren tüftelt der Verein Flussbad daran, das Überlauf-Problem durch Pflanzenfilter zu lösen und ein Sommerbad im Spreekanal einzurichten. Der alljährliche Flussbad-Pokal ist ein Appetithappen, wie ein ausgeworfener Köder.

Am Sonntag ist die Schwimmstrecke für den Wettbewerb (13.30 bis 14.30 Uhr) 1500 Meter lang. Sie reicht von der südlichen Monbijoubrücke bis zum Humboldt Forum und zurück. Für das kostenlose Flussschwimmen stehen von 15.00 bis 17.30 Uhr 1000 Meter von der Monbijoubrücke bis zur Schlossbrücke offen. Bis Freitag ist dafür eine Anmeldung im Internet nötig, der Badespaß für Freizeitschwimmer kostet nichts. Spontane Bade-Enthusiasten bekommen keine garantierten Plätze.

Für das Jahr 2021 peilt der Verein Flussbad über den Pokal hinaus temporäre Badezeiten im Spreekanal an. "Auf Basis verlässlicher Prognosen zu Wasserqualität in Echtzeit", sagt Vorstand Jan Edler. Grundlage dafür könnten die laufenden Untersuchungen zur Wasserqualität sein. Auf einem historischen Lastkahn im Spreekanal lässt der Verein seit zwei Jahren die Leistung einer Pilot-Pflanzenfilteranlage zur Reinigung des Flusswassers wissenschaftlich untersuchen. "Noch ein weiteres Jahr, dann haben wir aussagekräftige Ergebnisse", ergänzt Edler.

1925 schlossen die letzten Berliner Badeanstalten an der Spree, weil der Fluss im Industriezeitalter zur Kloake wurde. Die Vision des Vereins ist, 100 Jahre später - also im Jahr 2025 - wieder ein Flussbad an traditioneller Stelle am Spreekanal zu eröffnen. Mit dem Blick auf ökologische Stadtentwicklung verfange diese Idee immer mehr, sagte Edler. "Das ist keine Spinnerei mehr. Das ist wie ein Trigger."

Festlegen möchte sich Edler auf das Jahr 2025 aber noch nicht. "Das ist alles sehr komplex", betont er. So werde es noch bis 2035 immer wieder Baustellen auf der Museumsinsel geben, die auch im Spreekanal zeitweise einen Bauhafen erforderten. Das bedeute, dass es bei Badewetter wahrscheinlich nicht durchgehend freie Bahn für Schwimmer geben könne.

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