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Fußball
Top-Torjäger auf der Pirsch

Britta Gallrein und Ulrich Gelmroth / 15.06.2019, 02:15 Uhr
Eberswalde Im Februar 2014 stand er plötzlich zum Training von Preussen Eberswalde im Westendstadion. Er sei Eric Mba aus Kamerun, erklärte der damals 22-Jährige, und er würde gerne hier Fußball spielen. Auf die Frage, wo er bislang gespielt habe, antwortete er: "Auf dem Bolzplatz mit meinen Freunden".

Der damalige Brandenburgliga-Trainer der Preussen, Tobias Marz, ließ ihn trotzdem mittrainieren und staunte nicht schlecht über die Schnelligkeit des Afrikaners. Dass Eric talentiert war, sah man. Doch bis zu seiner spielerischen Klasse von heute war es noch ein langer Weg.

Seinen ersten Kurzeinsatz hatte Eric Mba im April 2014, weitere fünf Einsätze folgten. Doch zunächst blieben seine Torbemühungen oft erfolglos. Dass er von vielen als "Chancentod" abgestempelt wurde, war nicht ganz unbegründet. Seine beste Bilanz: neun Saisontreffer 2014/15 in 23 Spielen – nicht gerade üppig für einen Stürmer. Eric war gut, aber er traf zu selten. "Ihm fehlte das Verständnis für Fußball, das Gefühl", so sein heutiger Noch-Trainer Obrad Marjanovic.

Gut zugehört und viel gelernt

In dieser Saison jedoch läuft es für Eric Mba, der seit der Klärung seiner Herkunft seitens der Behörden unter dem Namen Chinonso Solomon Okoro aufläuft. Unter Trainer Obrad Marjanovic scheint der Knoten geplatzt zu sein und der Kameruner kann sein Potential endlich entfalten. "Er hat gut zugehört und viel gelernt", freut sich sein Trainer. "Ich würde ihm sehr wünschen, dass er Torschützenkönig wird."

Okoro ist auf dem besten Weg. Der Vater von zwei Töchtern führt mit 20 Toren die Statistik an. Sein Markenzeichen: beherzte Sprints in den gegnerischen Sechzehner mit Torgarantie. Seine Selbstzweifel sind überwunden, Okoro trifft und trifft und trifft. "Er hat jetzt gute Angebote von anderen Vereinen bekommen, aber ich denke, er wird bei uns bleiben, denn er fühlt sich in Eberswalde sehr wohl", hofft Marjanovic.

An Selbstbewusstsein hat es seinem ärgsten Verfolger auf Platz zwei der Torschützenliste nie gefehlt. Während Okoro eher zurückhaltend ist, gibt Lukas Bianchini gerne Vollgas – auf und neben dem Platz. "Er hat immer einen Spruch auf Lager, ist sehr beliebt in der Mannschaft", berichtet sein Trainer Gerd Pröger.

Der Berliner, der bislang 18mal traf, genoss im Gegensatz zu Okoro von Anfang an eine gute fußballerische Grundausbildung in seiner Heimat Berlin, spielte lange beim Nordberliner SC in der Berlin-Liga, bevor er zum FSV Bernau wechselte. Dort kam er nie so richtig an, war oft verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt. Im Sommer entschied sich der 25-Jährige dann für einen Wechsel zu Union Klosterfelde. Ein Glücksgriff für beide Parteien. Denn Bianchini fühlte sich in seinem Team nicht nur sofort pudelwohl, sondern avancierte zum Goalgetter.

Angreifer mit Tatoo-Faible

Der Angreifer mit Tatoo-Faible lebt nicht von seiner Schnelligkeit, sondern von seiner Präsenz, ist mit 1,84 Metern und kräftiger Statur der typische Stoßstürmer. "Ihn schiebt man halt im 16er nicht so schnell zur Seite", beschreibt es Trainer Gerd Pröger. Er schätzt den Sommer-Neuzugang aber auch vor allem wegen seiner Einsatzbereitschaft. "Er ist von der Einstellung her immer bei 100 Prozent, ist nicht nur technisch gut, sondern auch kämpferisch ein Vorbild, arbeitet auch nach hinten viel mit und krönt seine Leistung vorne mit seinen Toren", lobt Pröger seinen Angreifer, der in Klosterfelde seinen Vertrag verlängert hat.

Afrikanische Schnelligkeit gegen deutschen Kampfgeist – wer am Ende die Nase vorn hat, wird sich bald zeigen.

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