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Sportschießen
Wind weht ganz ungewöhnlich

In voller Montur: Henri Nitschke von der Schützengilde Frankfurt mit seinem Vorderlader Bristlen A Morges
In voller Montur: Henri Nitschke von der Schützengilde Frankfurt mit seinem Vorderlader Bristlen A Morges © Foto: michael benk
Kerstin Bechly / 15.06.2019, 03:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der WM-Dritte von 2018, Damian Cal aus Polen, hat mit 137 Ringen den Vorderlader-Pfingstpokal der Schützengilde Frankfurt in der Disziplin Steinschlossgewehr gewonnen. Es folgten der mehrfache Welt- und Vizeweltmeister Volker Valentin (Schützengilde Cottbus/132) und vom Gastgeber Wolfgang Oßwald (131). Mit dem Perkussionsgewehr siegte zum 15. Mal Lutz Rechtenbach mit 140 Ringen vor seinem Vereinskameraden von der Schützengilde Frankfurt Henri Nitschke (139) und dem Polen Zbiegniew Kuchnio (137). Vorderladerschützen aus sieben Vereinen waren zur 28. Auflage gekommen.

"Die Bedingungen waren ungewöhnlich. Der Wind, der sonst aus Südwest kommt, wehte heute von Nordwest. Er hat voll raufgedrückt auf Waffe und Körper", staunte Henri Nitschke. Viel öfter als sonst musste vor einem Schuss abgesetzt werden. Insofern war der zweifache Landesmeister mit seinem Ergebnis zufrieden. Bei den Meisterschaften zwei Wochen zuvor hatte er mit dem Perkussionsgewehr 142 von 150 möglichen Ringen erzielt und mit dem Steinschlossgewehr 140. Dabei hat der 50-Jährige erst 2015 mit dem Vorderladerschießen begonnen. Er brachte zwar Erfahrungen aus seiner Jugend als Pistolenschütze mit, aber schon das Gewicht des Sportgerätes (etwa 7,5 statt 1,1 kg) und das Selbergießen der Geschosse waren etwas ganz Neues. "Für mich war es am wichtigsten, eine Trainingsgruppe gefunden zu haben. Wir telefonieren auch regelmäßig. Ohne diese Hilfe hätte ich es in der kurzen Zeit nicht so weit geschafft", ist Henri Nitschke überzeugt.

Konzentration nur auf Technik

Überrascht von den stabilen hohen Leistungen und Erfolgen waren der Neuling und seine Vereinskollegen aber doch, auch wenn sich das im Training abgezeichnet habe. Wobei die ersten Wettkämpfe eine Geschichte für sich waren, die Nervosität immer wieder groß war, die Beine zitterten. "Einige Wettkämpfe habe ich richtig verbockt", sagt der Eisenhüttenstädter. Er musste lernen, sich ausschließlich auf Technik und äußere Bedingungen zu konzentrieren, nicht aber auf die Konkurrenz und mögliche Ringzahlen. Letztere kämen, wenn man die Technik beherrsche. Die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften habe ihm Ruhe und Sicherheit mitgegeben. Da stehe man neben 50 anderen Schützen, von denen viele zur Weltelite gehören. Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren wurde Henri Nitschke mit dem Steinschlossgewehr bei 100 Startern auf Anhieb 17. Dafür gibt es schon eine sogenannte kleine Medaille. Auch in diesem Jahr will der 50-Jährige wieder bei den nationalen Titelkämpfen Ende Juli in Pforzheim antreten: einzeln in beiden Gewehrdisziplinen und gemeinsam mit Lutz Rechtenbach und Ralf Thiem als Mannschaft.

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