Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit "Kläsh of Kläns" entwickelt das Kanaltheater erstmals eine Serie. Die Proben für Teil eins gehen in die heiße Phase, Premiere ist am Freitag.

Bühne
Dallas und Denver in Finow

Ellen Werner / 15.06.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 15.06.2019, 11:46
Finow (MOZ) Noch riecht es nach frisch geschliffenem Holz. Die Zuschauertribüne in der Theaterzentrale am Kleinen Stern in Finow wird gerade erst aufgebaut. Platz genommen haben am Mittwochnachmittag ein paar von  den Theaterleuten – mit freiem Blick auf die Szene, in der sie selbst gerade keine Rolle spielen.

Erst einmal Musik vom Band – später, zur Aufführung, wird live gespielt: Irgendwie vertraute, aber doch schräge Klänge, die an bekannte TV-Serien erinnern. Eine dieser Familiensagas? "Dallas"?, "Denver"? Cora und Michael, beide Namen sind amerikanisch auszusprechen, legen los.

Er besprüht die neuen Geranien. Sie fragt ihn, ob er schon gesehen habe, welch großes Ding sich die Nachbarn da drüben hingestellt hätten. Michael wundert sich. Warum interessiert Cora sich plötzlich für die und warum Geranien, die sie immer hasste? Keine Antworten jetzt, sie muss los, zur Nachtschicht.

"Cut, cut, cut!", heißt es da. Eine Frau platzt in die Szenerie, in der die von Anna Siegenthaler und Jan Noack verkörperten Protagonisten sich gerade noch für den nächsten Morgen im Bett verabreden. Nichts ist, wie es scheint, erklärt die Frau, wohl eine vom Film, vor den Publikumsrängen, verweist auf nur zufällige Ähnlichkeiten der Figuren zu realen Personen und übergibt wieder an Kamera und Schauspieler.

Ist die erste Szene etwa im Kasten? Im Verlaufe der Stunden in der neuen Spielstätte des Ensembles wiederholt sie sich noch einige Male. Kanaltheater-Regisseurin Heike Scharpff sitzt zwischen Zuschauerraum und Bühne und dirigiert das Geschehen. Übergänge, wer wann welche Stellwand trägt, Musikeinsätze, aber auch Kameraeinstellungen müssen besprochen werden. Die Arbeit mit der Live-Kamera ist neu für das Ensemble. Ein Ausschnitt der Bühnenszene läuft parallel auf der großen Leinwand.

Geprobt wird bereits seit Mai. "Wir beginnen heute, die einzelnen Szenen zusammenzusetzen", sagt Heike Scharpff vor Probenbeginn am Mittwoch. "Das ist immer sehr spannend, weil man das Ganze bisher ja nur im Kopf hatte. Es gibt bestimmt viel Chaos."

Kaum anderthalb Wochen vor der Premiere wirken aber alle sehr gelassen. "Der größte Stress kommt erst noch, wenn wirklich alles zusammendurchläuft – Band, Licht, die Technik", bestätigt Katja Kettner. Die Dramaturgin ist mit den Textblättern für "Asche im Haus", die Startfolge der dreiteiligen Theaterserie "Kläsh of Kläns", ebenfalls dabei. "Dallas und Denver in Finow", das war zunächst der Arbeitstitel für die Produktion. Darauf, dass es um Familienkonflikte geht, weist der feste Titel der Serie, der an ein Computerspiel erinnert, mit dem sie aber sonst wenig gemein hat, noch deutlicher hin. "Clash of Clans" lässt sich mit "Kampf der Clans" übersetzen – Es gibt Konflikte innerhalb der zwei Clans, die das Publikum kennenlernt, aber auch zwischen ihnen.

Sie spielen sich an einem fiktiven kleinen Ort ab, den die meisten seiner Bewohner nie verlassen  haben. Eine aber, Mandy, ging weg. Über sie redet man nun, es heißt, sie kehre zurück. Geld unbekannter Herkunft taucht auf. Und auch ein Kamerateam ist ja da. "Gerade im ersten Teil gibt es sehr viele Geheimnisse", sagt Katja Kettner, die gerade begonnen hat, Teil zwei zu schreiben. Wie alles wirklich miteinander zusammenhängt, wird erst mit Teil drei im Dezember aufgelöst.

Wer die ganze Serie sehen will, sollte sich schon jetzt Karten für alle drei Stücke sichern. Anders als in der Open-Air-Spielstätte im Exil ist die Zahl der Plätze in der Theaterzentrale begrenzt. Etwa 90 Zuschauer haben Platz.

"Kläsh of Kläns – Asche im Haus", Theaterzentrale, Fritz-Weineck-Straße 10; Premiere: Freitag, 20 Uhr, Kartenreservierung: info@kanaltheater.de oder Tel. 0157 77801538, Vorverkauf: Touristinfo Steinstraße 3; Premiere Teil 2 am 22. August, Teil 3: 13. Dezember

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG