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Die 2015 eingeführte Kastrations- und Chippflicht zeigt Wirkung. Schon vorher übernahm der Tierschutzverein diese Aufgabe für freilebende Tiere.

Kennzeichnungen
Weniger herrenlose Katzen

Einige Katzen, wie Luna, leben beim Tierschutzverein, verbringen dort ihren Lebensabend oder sind nicht vermittelbar.
Einige Katzen, wie Luna, leben beim Tierschutzverein, verbringen dort ihren Lebensabend oder sind nicht vermittelbar. © Foto: Lisa Mahlke
Lisa Mahlke / 15.06.2019, 11:15 Uhr - Aktualisiert 16.06.2019, 09:25
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bekommt eine Katze im Frühjahr vier Junge, die nach spätestens einem Jahr geschlechtsreif sind, gibt es an dieser Stelle in zwei, drei Jahren mehr als 20 Katzen.

"Das potenziert sich", sagt Kathrin Blümel, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins Frankfurt. Deshalb gibt es in der Stadt seit 2015 eine Kastrationspflicht. Besitzer von Katzen mit Freigang müssen die Tiere also vor unkontrollierter Vermehrung schützen. Um herrenlose Stadtkatzen kümmert sich der Tierschutzverein. Sie werden an drei offiziellen Futterstellen betreut, ihr Gesundheitszustand kontrolliert, sie werden – eine freiwillige Aufgabe – zum Kastrieren und Chippen eingefangen.

Denn einhergehend mit der Kastrations- wurde vor vier Jahren auch eine Chippflicht erlassen. Wird jedoch eine bereits gechippte Katze gefunden, kann der Besitzer ohne vorherige Registrierung nicht ausfindig gemacht werden. Das geht über den Frankfurter Tierschutzverein oder aber online über den Verein Tasso. Kathrin Blümel, die anderen Vereinsmitglieder und eine Menge Helfer betreuen lediglich 15 bis 20 Katzen an den drei offiziellen Futterstellen. Vergangenes Jahr war darunter nur eine Katze, die noch nie Kontakt zu Menschen hatte, in diesem Jahr bislang ebenfalls eine. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt sie.

Seit den Anfängen des Vereins kastrieren sie und ihre Mitstreiter in Eigeninitiative herrenlose Katzen,  seit 2015 ist ihre Zahl wesentlich zurückgegangen. Als der Verein 1991 gegründet wurde, seien es noch weitaus mehr gewesen. Eine genaue Ziffer kann die Stadt nicht nennen, auch der Tierschutzverein kennt nicht jede Katze der Stadt.

Einige werden durchgängig von Privatpersonen gefüttert, in Schrebergärten oder etwa hinter den Blöcken in der Seelower Kehre. Kathrin Blümel rät davon ab: Laut Tierschutzgesetz gehen die Tiere, wenn sie vom Menschen gefüttert werden, in dessen Besitz über. Außerdem lockten die Futterstellen neben Katzen auch Ratten und Waschbären an. Es könnten sich, betont sie, Nachbarn gestört fühlen.

"Im ersten Monat ist das Katzenjunge noch niedlich", gibt Blümel zu bedenken. Gudrun Kunath, Vorstands-Mitglied und seit fast 20 Jahren im Tierschutzverein, pflichtet ihr bei: "Da kommt wieder die Kastrations- und Chippflicht ins Spiel."

60 bis 100 Euro für den Eingriff

Für diese hätten die Vereinsmitglieder – heute 65 an der Zahl – jahrelang gekämpft, erzählt sie. In der Stadtverordnetenversammlung habe es Diskussionen gegeben, vor allen in den Ortsteilen hätten sich viele dagegen ausgesprochen, gefragt, wer das bezahlen solle. Etwa 100 Euro kostet die Kastration einer weiblichen Katze, für einen Kater sind es zirka 60 bis 70. Wer der Verpflichtung nicht nachkommt, kann mit einem Bußgeld belegt werden.

Wichtig: Für Fundtiere, die sich anfassen lassen, ist das Tierheim am See in Eisenhüttenstadt zuständig. Der Frankfurter Tierschutzverein kümmert sich um absolut scheue und wilde Katzen.

Registrierung online unter tasso.net

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