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Fußball
Der Seidene Faden hält

Freude übers entscheidende Tor: Dawid Bidny (mit Bart) ließ sich feiern. Schiri-Betreuer Dietmar Jung stieß zur Traube.
Freude übers entscheidende Tor: Dawid Bidny (mit Bart) ließ sich feiern. Schiri-Betreuer Dietmar Jung stieß zur Traube. © Foto: Matthias Haack
Matthias Haack / 16.06.2019, 21:01 Uhr
Lindow (moz) Noch immer belegt Grün-Weiß einen Abstiegsplatz in der Weststaffel der Fußball-Landesklasse. Doch der Erfolg im Sechs-Punkte-Spiel am Sonnabend nimmt Co-Trainer Manfred Andriof zum Anlass, um noch ein letzten Mal zu pushen: "Wenn Alt Ruppin nächste Woche in Gülitz gewinnt, dann sieht es gut aus. Allerdings gilt das nur, wenn wir unsere Hausaufgaben in Michendorf erledigen." Dann würde Lindow am finalen Spieltag auf den sicheren Nichtabstiegsplatz springen.

Durchaus möglich, dass auch der vorletzte Tabellenplatz zum Klassenerhalt reichen wird. Zum einen sind 27 Punkte im Vergleich mit den drei anderen Landesklasse-Staffeln ein Pfund. Denn Falkenthal (Nord) hat ebenso 27 Punkte und Luckau (Ost) zwei weniger. Großräschen (Süd) bildet mit 13 Zählern in dieser Wertung das Schlusslicht. Zum anderen deuten Signale aus mehreren brandenburgischen Vereinen an, dass es zu einer Reihe von überraschenden Staffelzusammensetzungen der Serie 2019/2020 kommen wird: Sowohl Auf- als auch Abstieg betreffend. "Wir sind sehr optimistisch, die Klasse zu halten", sagte am Sonnabend Abteilungsleiter Robert Hinkelmann.

Abstieg eher unwahrscheinlich

Gemeldet hat Grün-Weiß zur neuen Spielrunde trotz aller Personalsorgen jedenfalls für die Landesklasse. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Abstieg in der Kreisoberliga oder gar Kreisliga anzutreten, tendiert gegen Null. Endlos viele Gespräche werden seit Wochen geführt, um fürs neue Spieljahr eine frische Mannschaft zu stellen. Potenziell Neue halten sich allerdings vor dem Hintergrund bedeckt, weil die Wechselfrist bis zum letzten Tag (30. Juni) ausgeschöpft werden soll. Ihre Entscheidung hängt am Seidenen Faden: Erfolgreicher Kampf gegen den Abstieg oder eben nicht.

Einen Bilderbuchstart nutzte Grün-Weiß im letzten Heimspiel, um nach sechs Minuten in Führung zu gehen. Die mustergültige Eingabe Maximilian Haupts von der Grundlinie bugsierte Lukasz Aleksandrowicz über die Torlinie. Damit lag Grün-Weiß gegen seinen Lieblingskontrahenten wieder einmal in Front. "Noch nie haben wir aus Lindow etwas mitgenommen", bedauerte Ex-Trainer Florian Blüthmann. "Immer verschlafen wir die erste Halbzeit." Die nächsten 40 Minuten gehörten klar dem Gastgeber. Nachdem sie mehrere Chancen ausgelassen und von einem nicht gegebenen Elfmeter gegen sich profitiert hatte, holte die Elf zu einem sehenswerten Schnellangriff aus. In Windeseile war nach einer Ecke der Gäste das Mittelfeld nicht nur überbrückt. Grün-Weiß spielte seine 5:3-Überzahl klasse zum 2:0 aus, auch wenn Martin Rogge der Letzte war, der das Leder in Rettungsversuch berührte und ins eigene Netz lenkte (45.).

Grün-Weiß hechelt hinterher

Im zweiten Durchgang allerdings hechelte Lindow dem stärker werdenden Gegner nur noch hinterher. Großchancen blieben dennoch aus, weil Gülitz bis auf wenige Ausnahmen aus dem Strafraum gehalten wurde. Einzig ein 20-Meter-Geschoss von Munier Raychouni schlug ein (61.). Schiri Henri Opyritz (Rathenow) entschloss sich mit seinem Team wegen Donner und Blitzen in der Ferne zu einer Spielunterbrechung. Nach der Zehn-Minuten-Pause hatte Gülitz den Schwung verloren, während Lindow sich offenbar gesammelt hatte. Mit einem wiederum vorzüglich vorgetragenen Konter, dem allerdings ein von Pyritz nicht geahndetes Foul an Sabit Alimanovic vorausging, besiegelte Lindow den siebten Heimsieg. Ausgerechnet Verteidiger Dawid Bidny war mit nach vorn gesprintet und stürzte seine Elf mit seinem fünften Saisontreffer in grenzenlosen Jubel (86.). Die intensive Vorarbeit auf dem linken Flügel hatte Aleksandrowicz geleistet.

Das 29. Saisonspiel, der achte Lindower Sieg

Lindow - Gülitz ⇥3:1 (2:0)Tore: 1:0 Lukasz Alexandrowicz (6.), 2:0 Martin Rogge (45./Eigentor), 2:1 Munier Rachouni (61.), 3:1 Dawid Bidny (86.)Schiedsrichter: Henry Pyritz - Sven-René Höhne, Christoph PhilippZuschauer: 60Lindow: Benk - Haupt, Bucinski, Pahl, Babakhani (75. Mach), Aleksandrowicz, Bidny, Wiese, Klym, Ulasowicz (80. Kähler),  WierzchowskiGülitz: Hähnke - Geske, Raychouni, Ajdarpasic, Stephen Wiede, Tseke, Torben Wiede (35. Rogge) (84. Omerovic), Gruel (46. Shtanchaev), Meyer, Pogosjan, Alimanovic

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Regionalsport Stephen Wiede Westenstaffel Torben Wiede Faden

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