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Fußball
Frühes Tor spielt Gästen in die Karten

Versucht zu stören: der Eisenhüttenstädter Verteidiger Sven Gerhardt (links) gegen den Strausberger Björn Gellert
Versucht zu stören: der Eisenhüttenstädter Verteidiger Sven Gerhardt (links) gegen den Strausberger Björn Gellert © Foto: Bernd Pflughöft
Hagen Bernard / 17.06.2019, 02:15 Uhr
Eisenhüttenstadt Es hat nicht sollen sein. Nach der 0:1-Niederlage vor einem Jahr gegen den FV Erkner ist Süd-Staffelsieger FC Eisenhüttenstadt II erneut im Halbfinale um die Kreismeisterschaft der Ü 35 ausgeschieden. Das überwiegend mit ehemaligen Spielern der SG Aufbau Eisenhüttenstadt besetzte Team unterlag zu Hause dem West-Staffelsieger FC Strausberg mit 0:2 (0:2).

Im Vorfeld war die Favoritenrolle schlecht auszumachen. Zwar waren die Eisenhüttenstädter im Stadion an der Diehloer Straße Gastgeber und hatten mit über 100 zahlenden Zuschauern erneut eine ansprechende Heimkulisse im Rücken, doch die Torbilanz der Gäste in den 24 Meisterschaftspartien beeindruckt: 152:15 Tore und 65 Punkte, dazu mit Christian Röhr (32 Treffer), Thomas Lindner (26) und Sven Hempel (20) den Ersten, Dritten und Vierten der Torjägerliste. Auch die Eisenhüttenstädter Bilanz kann sich mit 78:9-Toren und 13 Siegen, einem Remis und nur einer Punktspiel-Niederlage sehen lassen. "Wir kennen die Eisenhüttenstädter nicht. Vor einem Jahr hat sich hier ja Erkner, mit denen wir uns immer ein Duell um den Staffelsieg liefern, knapp durchgesetzt. Bei ihrer Bilanz müssen die Eisenhüttenstädter ganz gut sein. Schade, dass heute arbeitsmäßig unser Torjäger Christian Röhr fehlt. Doch wir haben einen breiten Kader", erklärte Gäste-Trainer Fred Schieche unmittelbar vor der Partie.

Ronny Bölke auf der Trainerbank

Bei den Gastgebern hatte wie im Vorjahr auf der Trainerbank Ronny Bölke das Sagen. Auch ihm fehlten mit Rico Walter (Arbeit) und Torsten Rudolph wichtige Akteure. Auf alle Fälle wollten die Gastgeber bei den hochsommerlichen Temperaturen einen frühen Gegentreffer vermeiden. Doch genau das misslang. War vor einem Jahr der Gegentreffer in der zehnten Minute gefallen, so musste André Klinger im Tor bereits nach vier Minuten hinter sich greifen. Sven Hempel war frei durch und hatte aus acht Metern unhaltbar den Innenpfosten getroffen.

Die Eisenhüttenstädter bemühten sich umgehend um den Ausgleich. So tauchte Samir Münch nach einem hohen Zuspiel vielversprechend im Strausberger Strafraum auf, doch Bernd Rochow im Gäste-Tor ließ sich nicht herauslocken und reagierte sicher. Die Strausberger um ihren Brandenburgliga-erfahrenen Kapitän Thomas Lindner ließen Ball und Gegner laufen und standen gut gestaffelt.

Damit blieben lediglich Standards ein gutes Rezept der Gastgeber. So nahm Robert Menzel nach einem Eckball von Sebastian Schulz den Ball mit vollem Risiko direkt – vorbei. Nach knapp einer halben Stunde zimmerte Sebastian Schulz bei einem Freistoß aus 28 Metern den Ball an das Quergestänge. Doch als der Oberliga-erfahrene Freistoß-Schütze kurz darauf verletzungsbedingt das Feld verließ, war auch diese Offensiv-Option der Eisenhüttenstädter Makulatur. Erst recht Oberwasser bekamen die mit vielen einstmals auf Landesebene erfolgreichen Akteuren besetzten Gäste  kurz vor der Pause. Nach einem Einwurf von der rechten Seite  nahm Lindner den Ball mit und zog aus 25 Metern in halbrechter Position ab.

Nach diesem platzierten und satten Schuss stand es aus Gastgeber-Sicht 0:2 – bei dieser Hitze angesichts einiger nicht ganz fit wirkender Akteure fast ein nahezu aussichtsloses Unterfangen des FCE. Das musste sich auch in den Köpfen einiger Eisenhüttenstädter eingenistet haben, denn in der zweiten Halbzeit lief nicht mehr allzu viel zusammen. Weder hüben noch drüben. Am auffälligsten war da noch nach einer Stunde eine gute Freistoß-Möglichkeit der Gäste. Doch der lange auf Landesebene für Wacker Herzfelde und MSV Rüdersdorf aufgelaufene Torjäger Mario Warzecha haute den Ball hoch über das Tor.

Gastgeber wehren sich

So ganz wollten sich die Aufbauer nicht geschlagen geben und bemühten sich besonders in der Schlussphase um den Anschluss-Treffer. Doch die Strausberger agierten äußerst abgeklärt und Steffen Westphal (70.), Christoph Richert (80.) sowie Andi Wagner (85.) hatten wenig Zeit bei ihren Abschluss-Versuchen.

Schieche: "Das schnelle 1:0 hat uns bei diesen Temperaturen voll in die Karten gespielt.  Zu einem wichtigen Zeitpunkt haben wir zum 2:0 nachgelegt. Im Großen und Ganzen geht der Sieg in Ordnung, Eisenhüttenstadt war nur bei Standards gefährlich." Da war er nahezu mit FCE-Kapitän Christoph Richert einer Meinung. "Unter dem Strich hat Strausberg verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit haben wir noch gut dagegen gehalten, in der zweiten Halbzeit wurde es bei diesen Temperaturen für uns schwierig. Der Gegner war cleverer."

FC Eisenhüttenstadt II: André Klinger – Sven Gerhardt (52. Jan Seher) – Hagen Lobas (41. Danilo Scheffler), Robert Menzel, Steffen Westphal – Andreas Lamm (41. Daniel Krüger), Marcus Schadrack (60. André Tillack) – Christian Kühnöhl, Samir Münch, Sebastian Schulz (38. Andi Wagner)

FC Strausberg: Bernd Rochow – Micharel Jede, Stephan Wieland, Carsten Langner – Sebastian Kuhlmann (80.- Michael behnke), Thomas Lindner (63. Axel Feldmann), Heiko Zilske, Ronny Lau (67. Tim Hoffmann), Sven Hempel – Björn Gellert (78. Allan Kevin Ainsworth), Mario Warzecha (77. Marian Grohn)

Tore: 0:1 Sven Hempel (4.), 0:2 Thomas Lindner (38.) – Schiedsrichter: Dirk Brusak (Frankfurt) – Zuschauer: 135

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