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Wahl
Die Partei will den Vorsitz im Stadtrat

Politikneuling: Mario Etzold (Die Partei)
Politikneuling: Mario Etzold (Die Partei) © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 18.06.2019, 18:39 Uhr - Aktualisiert 18.06.2019, 20:48
Oranienburg (MOZ) Mario Etzold (Die Partei) ist ab kommenden Montag Mitglied der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung. Der 32-jährige Bau- und Möbeltischler, der in Oranienburg geboren wurde,  ist der einzige Kandidaten der von dem Satiriker Martin Sonneborn gegründeten Partei, der in Oberhavel ein Mandat erringen konnte. Während es ein anderer Komiker sogar zum ukrainischen Präsidenten schaffte, muss sich Etzold überhaupt erst mal mit Kommunalpolitik und den in Oranienburg anstehenden Themen vertraut machen. Eine Sitzung der SVV habe er noch nie besucht, er würde aber gern in der Mitte sitzen. "Wir sind ja die Partei der extremen Mitte und wollen deshalb immer neben allen sitzen", sagt Ezold.

Doch schon sein erster Wunsch wird nicht erfüllt. Er wird als einziger Einzelabgeordneter hinten rechts im Saal hinter der AfD-Fraktion sitzen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Etzold hätte auch die Chance auf eine Mitgliedschaft in einer Fraktion gehabt. SPD und Grüne hätten angefragt. "Das ist nur möglich, wenn wir die anderen als Steigbügelhalter nutzen können", sagt Etzold. Mindestens der Fraktionsvorsitz hätte für ihn rausspringen müssen. Es wurde jedoch nichts aus der Zusammenarbeit. So will Etzold wenigstens zur Wahl zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung antreten.

Bei der Frage nach Inhalten muss Etzold länger nachdenken. "Wir wollen Inhalte überwinden", sagt er dann. Das habe so auch auf den Wahlplakaten gestanden. Außerdem: "Eigentlich will bei uns ja jeder etwas anderes." Um nicht zu viel mit Inhalten belästigt zu werden, arbeite die geheime Parteipolizei sehr erfolgreich. "Sie hält jegliche Informationen von uns fern", erklärt Etzold. Konkret gefragt, beispielsweise nach einer weiteren Havelbrücke, antwortet Etzold, dass er lieber eine Mauer bauen wolle, um den Kern der Stadt rund ums Schloss als "Oranien" vom rechstlichen "Burg" abzugrenzen.

Die Partei hatte erst im Januar einen Ortsverband in Oranienburg gegründet und war mit fünf Kandidaten zur Kommunalwahl angetreten. Einen Kreisverband gibt es seit 2014. Das Absurde der Partei sei nur eine Antwort auf den Schwachsinn anderer Parteien, sagt der Kreisvorsitzende Stefan Reckin.

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