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Schulleiter Klaus-Jürgen Teichert in den Ruhestand verabschiedet

Jürgen Teichert, frisch gebackener "Schulleiter im Ruhestand", wird verabschiedet. Benjamin Gordziel (r.) aus der 7. Klasse schenkt ihm eine Kochmütze. Teicherts Nachfolgerin Ariane Haß (l.) sieht dem Treiben amüsiert zu.
Jürgen Teichert, frisch gebackener "Schulleiter im Ruhestand", wird verabschiedet. Benjamin Gordziel (r.) aus der 7. Klasse schenkt ihm eine Kochmütze. Teicherts Nachfolgerin Ariane Haß (l.) sieht dem Treiben amüsiert zu. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt, Jörg Kühl / 19.06.2019, 20:30 Uhr - Aktualisiert 19.06.2019, 20:58
Beeskow (MOZ) Klaus-Jürgen Teichert, Leiter des Rouanet-Gymnasiums, ist in den Ruhestand verabschiedet worden – und mit ihm seine Frau Regina.

Als der erweiterte Schulchor (Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige) samt dem Schulorchester die Bühne erklimmt, um gemeinsam für den scheidenden Direktor das stimmungsvolle "Your raise me up" von Josh Groban zu singen, sieht man das ein oder andere feuchte Auge. Dass Klaue-Jürgen Teichert und seine ebenfalls in den Ruhestand wechselnde Frau Regina allseits geachtet und vielseits beliebt sind, daran haben Landrat Rolf Lindemann, Bürgermeister Frank Steffen, Schülersprecherin Resi Gottschall, Hanna Ulrich vom Förderverein sowie die neue Schulleiterin Ariane Haß in ihren Ansprachen keinen Zweifel gelassen. Jürgen Teichert habe seine Aufgabe genutzt, um die jungen Menschen zu Gliedern eines funktionierenden Gemeinwesens heranreifen zu lassen, sagte der Landrat.

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Das Soziale habe neben dem Fachlichen unter Teicherts Ägide stets eine große Rolle gespielt. Steffen lobte, Jürgen Teichert habe die Schule als Ort der Bildung, und weniger als Ort der Verwaltung begriffen. Teichert sei Pädagoge und Schulleiter aus Leib und Seele: "Ihre Frau wird nach den Ferien darauf achten müssen, dass Sie nicht Ihre Tasche packen und in Richtung Gymnasium losfahren!"

Klaus-Jürgen Teichert und seine Frau Regina haben ihre berufliche Laufbahn in Cottbus begonnen. Beide sind ausgebildete Biologie- und Chemielehrer, haben sich beim Studium kennengelernt und geheiratet. Dabei spielte auch eine Rolle, dass sie nur so sichergehen konnten, im selben Ort eingesetzt zu werden und nicht an den entgegengesetzten Enden der DDR. 1986 entschloss sich das Paar, das Teichertsche Elternhaus in Grunow zu übernehmen. Regina Teichert unterrichtete Ende der 1980er Jahre an der POS Fünfeichen, Klaus-Jürgen Teichert an der Beeskower Otto-Franke-Oberschule, der heutigen Fontane-Grundschule.

In der Wendezeit entschlossen sich beide, sich stärker in der Schule zu engagieren, die neue Bildungspolitik aktiv mitzugestalten und bewarben sich um die Position als stellvertretender Schulleiter. Regina Teichert übernahm diese Aufgabe in Fünfeichen, wechselte an das Beeskower Gymnasium, als in Fünfeichen nur eine Grundschule blieb. Bei ihrem Mann wurde es nichts mit dem Stellvertreterposten. Sein damals zuständiger Schulrat Detlef Kanski habe gesagt, wenn du Stellvertreter sein kannst, kannst du auch eine Schule leiten. Und so sei er zum 1. August 1991 Direktor der Beeskower Gesamtschule geworden.

"Hausmeister Krause"

Der Wechsel ans Gymnasium folgte 1998. Im Frühjahr, erinnert sich Teichert, sei er gefragt worden, ob er bereits sei, die Schule zu übernehmen, da Rolf Proksch, der erste Leiter des Rouanet-Gymnasiums in den Ruhestand gehen wollte. Zu Hause habe er mit seiner Frau lange diskutiert, ob er diesen Schritt gehen sollte. Es gab durchaus Gründe, die dagegen sprachen. Als Ehepaar an einer Schule zu arbeiten sei nicht unbedingt gewollt gewesen, außerdem habe er auch an den Kollegen, Kindern und der Arbeit an der Gesamtschule gehangen.

Den Ausschlag für den Wechsel habe letztendlich gegeben, dass das Auslaufen der Abiturausbildung wegen der rückläufigen Schülerzahl an der Gesamtschule absehbar gewesen sei. "Ich habe aber immer besonders gern mit den Schülern der Oberstufe gearbeitet", sagt Teichert. Der Gesamtschule blieb er dennoch verbunden. Über viele Jahre gab es Kooperationen wie gemeinsame Geschichtsleistungskurse. Dieser gemeinsame Unterricht, so Teichert, sei auch ein Beleg für das gleichwertige Abitur an beiden Schulformen.

Was die Teicherts mit ihrer hinzugewonnen Freizeit anfangen? Regina Teichert freut sich darauf, mehr zu reisen, "jetzt auch außerhalb der Ferienzeiten". Und ihr Mann? "Vielleicht knüpft er an sein jahrelang vernachlässigtes Hobby an, dem Angeln." Klaus-Jürgen Teichert sieht seine künftige Wirkstätte zuhause in Grunow, wo drei Generationen der Familie zusammen leben. "Ich bin dann Hausmeister Krause".

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