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Sportschule
Sommerfest mit Überraschungen

Markus Kluge / 20.06.2019, 18:00 Uhr
Lindow (MOZ) Voller Parkplatz und Trubel am Sport- und Bildungszentrum in Lindow (SBL): Kein erstklassiges Team trainierte am Mittwochabend dort, was möglicherweise Scharen von Fans und Zuschauern angelockt hätte. Das SBL feierte mit Lindowern, Freunden und Geschäftspartnern pünktlich zum Start in die Ferien sein Sommerfest, was nicht weniger beliebt ist.

Für SBL-Geschäftsführer Hans-Jürgen Noack ist das auch stets die Gelegenheit, Neuigkeiten zu verkünden und Dank auszusprechen. Letzteren richtete er an die ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin Heidrun Otto (CDU), die am Sonntag die Stichwahl gegen Udo Rönnefahrt (parteilos) verloren hat. "Ich danke ihr für ihre gute Arbeit und ständige Unterstützung. Sie war immer bereit, für Lindow zu werben. Und wenn es einmal Probleme gab, war sie auch hier und hat sich erkundigt, was los ist", lobte Noack, der sich bei Otto mit einem großen Strauß Blumen bedankte. Der frisch gebackene Bürgermeister erhielt ebenfalls einen Strauß, und Noack drückt ihm die Daumen, dass er "in die großen Schuhe hineinpasst", die ihm seine Vorgängerin hinterlässt.

Blumen gab es an diesem Abend auch für Elke Gapinski. Die Lindowerin verabschiedet sich nach rund 25 Jahren vom SBL in den Ruhestand. "Früher war ich Friseurin, hier so etwas wie das Mädchen für alles", sagte Gapinski, die nach der Eröffnung des Büfetts auch keine schmutzigen Teller stehen sehen konnte und diese kurzerhand abräumte. Aber nicht nur Sportler haben ihre Anhänger, sondern auch Elke Gapinski. Einer ihrer größten Fans ist Detlef Ultsch, der extra zu ihrer Verabschiedung gekommen war. "Sie war in der Küche, und bei ihr habe ich hier immer gutes Essen bekommen", lobte Ultsch die Lindowerin, die völlig überrascht war, dass "Ultschi" plötzlich vor ihr stand und sie umarmte. Detlef Ultsch ist im Judosport schließlich eine Legende. Der gebürtige Thüringer ist der erste Deutsche Judo-Weltmeister. 1979 holte er diesen Titel in Paris, 1983 noch einmal in Moskau. Nach der Wende wurde Ultsch erst Bundestrainer für die Junioren-Nationalmannschaft der Männer. 2009 wechselte er als Bundestrainer zur Männer-Nationalmannschaft. An die Besuche der Teams in Lindow kann sich Elke Gapinski noch gut erinnern: "Die waren auch immer sehr nett."

Unter das Publikum hatten sich am Mittwoch aber noch andere Sportgrößen aus Brandenburg gemischt. Am Tisch von Schnellzeichnerin und Illustratorin Christine Gebreyes hatte als einer der ersten Jens Melzig Platz genommen, um von sich ein Porträt malen zu lassen. Dass die Zeichnerin ihm ein paar Bartstoppeln und markante Stirnfalten verpasste, nahm der Fußballer mit Humor, auch wenn er gerne auf diese Details verzichtet hätte. Der 53-Jährige ist heute als Verbandssportlehrer beim Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) tätig. Zu seiner aktiven Zeit kickte Melzig als Abwehrspieler unter anderem für Bayer Leverkusen, Energie Cottbus und Dynamo Dresden.

Aber nicht nur erwachsene Sportler sollen sich im SBL wohl und gut aufgehoben fühlen. Viele Gäste bringen schließlich ihre Kinder mit, und es werden auch Kurse für den Nachwuchs angeboten. "Wir haben zwar viel Platz, auf dem sich Kinder austoben können. Aber viele haben sich einen richtigen Spielplatz gewünscht", so Geschäftsführer Noack. Dieser wird nun gebaut, weil Fördermittel zugesagt sind. 65 000 Euro werden insgesamt investiert, wovon 75 Prozent die Europäische Union übernimmt.

Das Sport- und Bildungszentrum

1971 wurde die Sportschule in Lindow eröffnet. Sie wurde zu einem modernen Leistungszentrum für Spitzensportverbände der DDR in den Sportarten Schwimmen, Wasserspringen, Gewichtheben sowie Judo, Ringen, Boxen und Fechten.

1991 übernahm der Landessportbund Brandenburg die Anlage und betreibt sie seitdem als Sport- und Bildungszentum Lindow (SBL).

45 000 Übernachtungsgäste kommen jährlich, plus noch einmal rund 30 000 Tagesgäste pro Jahr.

50 Beschäftigte sind dort – saisonabhängig – tätig. ⇥kus

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