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Der Wandlitzer Hartmut Arndt besiegt Uwe Liebehenschel (CDU) im Stechen um den Vorsitz in der Wandlitzer Gemeindevertretung. Oliver Borchert spekuliert auf den Hauptausschuss.

Gemeindevertretung
SPD erobert den Vorsitz im Saal

Gruppenaufnahme: 24 der insgesamt 28 Gemeindevertreter stellten sich am Donnerstagabend gemeinsam mit Bürgermeisterin Jana Radant (7. v. li.) zum Foto auf.
Gruppenaufnahme: 24 der insgesamt 28 Gemeindevertreter stellten sich am Donnerstagabend gemeinsam mit Bürgermeisterin Jana Radant (7. v. li.) zum Foto auf. © Foto: Hans Still
Hans Still / 21.06.2019, 21:14 Uhr
Wandlitz (MOZ) Das gab es lange nicht: Die Wandlitzer Gemeindevertretung muss nach der konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend diverse Themen auf das nächste Treffen verschieben. Die eigentlich übersichtliche Tagesordnung wurde nicht geschafft, auch weil Mario Schlauß von Die Partei etwas dagegen hatte. Der 32-jährige Lanker bestand mehrfach darauf, bei an sich überschaubaren Personalentscheidungen geheim abzustimmen. Sein gutes Recht, das von den Kollegen in der Gemeindevertretung mit vorrückender Uhrzeit zunehmend mit Murren aufgenommen wurde. Schlauß war auch der einzige Gemeindevertreter mit Bierflaschen auf dem Tisch, auch das wurde von Kollegen kritisch bemustert.

Schlauß verliert gegen Bury

Dass der Vorsitz der Gemeindevertretung ein Fall für die Wahlkabine wird, war hingegen  vorab zu erwarten. Zumal es mit Hartmut Arndt (SPD), Uwe Liebehenschel (CDU) und Norbert Bury (AfD) anfangs drei Vorschläge gab. Arndt ist vielen Wandlitzern als Leiter des Gymnasiums bekannt. Der 60-Jährige lebt seit 1983 in Wandlitz und stammt eigentlich aus der östlichen Uckermark. Uwe Liebehenschel (48) agiert derzeit noch als Landtagsabgeordneter der CDU-Fraktion in Potsdam und hatte in der vergangenen Wahlperiode den Vorsitz der Gemeindevertretung inne. Er bewarb sich vor diesem Hintergrund um den abermaligen Vorsitz.

Norbert Bury unterbreitete in seiner Vorstellung einen Vorschlag, der aber ausgeschlagen wurde. Der 64-Jährige Basdorfer verwies auf sein überragendes Wahlergebnis mit 2267 Stimmen. "Allein mit diesem Wahlergebnis würde mir der Vorsitz zustehen. Aber ich trete hiermit von der Kandidatur zurück und hoffe, dass Sie über Ihren Schatten springen können und mir den ersten Stellvertreter zuerkennen", warb Bury. Wie Insider schon vor der Wahl wussten, gab es diverse Absprachen, um Hartmut Arndt zum Vorsitzenden zu wählen. 17 Stimmen holte Arndt, Liebehenschel erhielt nur von acht Gemeindevertretern das Vertrauen.

In der Wahl zum ersten Stellvertreter unterlag Bury (acht Ja-Stimmen) dann gegen Uwe Liebehenschel, der mit 18 Stimmen gewählt wurde. Gabriele Bohnenbuck (Linke/B90/Grüne/UWG) wurde mit 15 Stimmen zur zweiten Stellvertreterin gekürt, Bury holte in dieser Abstimmungen zwölf Ja-Stimmen.

Beim Votum über den dritten Stellvertreter bekam Bury dann 15 Stimmen – sein Gegenkandidat Schlauß erhielt neun Ja-Stimmen. Damit scheiterte der Plan des Lankers, der sich nach eigenem Bekunden nur aufgestellt hatte, "um den Posten für die AfD zu blockieren".

Bei der Besetzung des Hauptausschusses könnte es im August noch sehr spannend werden. Der Ausschuss wählt nämlich erst später  den Vorsitzenden aus seiner Mitte. Zu erwarten steht, dass entweder die SPD oder die Freie Bürgergemeinschaft Wandlitz (F.Bg.W.) zum Zuge kommen wird. Fraktionschef Oliver Borchert, das ist kein großes Geheimnis, spekuliert auf den Vorsitz.

F.Bg.W und die SPD blieben am Donnerstagabend ohne einen Ausschussvorsitz.  Den Bauausschuss führt in den kommenden fünf Jahren Uwe Liebehenschel (CDU), den Ausschuss für Jugend und Bildung leitet Frank Bergner (Linke/B90/Grüne/UWG), den Ausschuss für Wirtschaft, Ordnung und Sicherheit Norbert Bury (AfD). Der Ausschuss für Bildung und Soziales geht an Wolfgang Kirschner (BVB/Freie Wähler) und den Ausschuss für Energie, Umwelt und öffentlicher Personennahverkehr führt Jörg Striegler (Linke/B90/Grüne/UWG).

Nicht minder interessant war die Wahl der künftigen Vertreter in der Verbandsversammlung des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserverbandes (NWA).

Die erste Doppelspitze

Uwe Liebehenschel und Olaf Berlin (beide CDU), Maria Brandt (SPD), Monika Braune (BVB/Freie Wähler), Gabriele Bohnebuck und Jörg Striegler (Linke/B90/Gr./UWG) und Michael Siebert (F.Bg.W.) werden künftig am Tisch der Verbandsversammlung sitzen. Damit wird sich möglicherweise die bislang eher wenig kontroverse Arbeitsatmosphäre im Gremium ändern. Monika Braune, Olaf Berlin und Norbert Bury sehen den Verband in Sachen Kundenfreundlichkeit bekanntermaßen sehr kritisch.

Wenige Veränderungen gibt es dagegen bei den Spitzen der Fraktionen. Gabriele Bohnebuck und Jörg Striegler bilden bei Linke/B90/Grüne/UWG eine Doppelspitze, das gab es vorher nicht. Olaf Berlin führt die CDU-Fraktion, Oliver Borchert die F.Bg.W., Maria Brandt die SPD. Bei der AfD ist seit Freitag Norbert Bury der Fraktionschef. Monika Braune führt die BVB/freie Wähler an.

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Niels Neudeck 25.06.2019 - 23:00:59

Kleiner Tip für die MOZ

Im zweiten Wahlgang bekam der AfD Kandidat 8 Stimmen , gegen Uwe Liebehenschel. Woher kamen die 4 ? Vergleicht man das mit den ersten Wahlgang und hat bischen Ohr an der Bevölkerung weiß man es. Ich hab es selber als schlechten Witz eingestuft nachdem ich das aber mittlerweile aus verschiedenen Quellen gehört habe, das im Vorfeld Treffen zwischen zwei Parteien gab den man ein Treffen gar Absprachen über Posten nie zugetraut hätte und ihre Landes bzw Bundesvorsitzenden die Hände über den Kopf zusammenschlagen würden , bin ich einfach sprachlos. Wie tief muß man in der Politik sinken um einen Posten zu bekommen?

Niels Neudeck 21.06.2019 - 22:36:31

Schlauß war auch der einzige Gemeindevertreter mit Bierflaschen auf dem Tisch,

Und schon ist er mir sympatisch . Anders kann man die Veranstaltung nicht ertragen. Der Rest säuft übrigens das Bier/ Wein in der Pause und da gab es gestern einige. Davon abgesehen bin ich nach lesen des Artikels der Meinung das auch der Vertreter von der MOZ sich was genehmigt haben muß. Nicht Schlauch sonder Frank Bergner hatte zumindest bis zu den Wahlen der Stellvertreter die geheimen Abstimmungen verlangt, was übrigens korrekt und demokratisch ist. Als Ossi habe ich mit offene Abstimmungen meine Probleme. Übrigens wären dann auch die Abstimmungen und die Posten anders verlaufen. Kann mir schlecht vorstellen das die AFD offen für den SPD Gemeinderatsvorsitz gestimmt hätte. Und auch auch die Stimmen für die AfD als dritten Stellvertreter wären nie passiert. Als ehemaliger Gemeindevertreter bin ich nach der gestrigen Sitzung wirklich froh diesmal für eine Kandidatur verzichtet zu haben. Nachdem der AfD Kandidat bei der ersten Vorstellungsrunde für den Vorsitz der Gemeindevertretung ein gefühltes 30 minutiges Referat darlegte wo alles drin war, nur keine Vorstellung seiner Person. Und Lieber Herr Still . Die Partei Vertreter war links von Ihnen Herr Bergner rechts. Und im Gegensatz zu viele anwesenden Gästen und Gemeindevertreter hab ich Wasser getrunken ^^

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