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Kita-Projekttag
Schmetterlings-Kinder mit Bienenfleiß dabei

Roland Becker / 24.06.2019, 19:12 Uhr - Aktualisiert 25.06.2019, 17:33
Hennigsdorf (MOZ) Schon ist die Kindernase dran an der Bienenwabe. "Hmmm, wie toll das duftet! Total nach Honig!" Luise und Luisa können von dem frischen süßen Geruch kaum genug bekommen.

Doch die anderen Kinder der Kita Schmetterling möchten auch eine Nase Honigduft nehmen. An diesem sonnigen Vormittag kurz vor Beginn der Sommerferien sind zwei Gruppen der Kita Schmetterling zu Gast bei Imker Thomas Kunert. In einem Garten an der Hennigsdorfer Waldstraße wollen sie lernen, wie die Biene so lebt, wie sie arbeitet und wie sie sich vor Angriffen verteidigt.

Wo der Bär empfindlich ist

Bienen kennt jedes Kind. Und einen Bären auch. Der Imker nutzt das: "Wo sticht eine Biene gern den Bären?", fragt er. "Auf den Rücken", schlägt ein Kind vor. Der Fachmann berichtigt: "Da hat der Bär doch sein schützendes Fell." Ein anderer Steppke weiß es besser: "In die Nase." Und ins Auge, ergänzt Thomas Kunert. Der Imker kann sich mit einem Schutzanzug samt Gesichtsnetz vor den Stichen schützen. Kunert hat aber noch einen Trick parat. Die Bienen haben es in ihren Genen, wie sich im Wald lebende Vorfahren vor Feuer schützten. "Dann saugen sich die Bienen voll Honig und fliehen." In einer Art kleinem Öfchen werden morsche Holzstückchen zum Glühen gebracht. Steigt der Rauch auf, reagieren die Bienen wie beim Waldbrand und sind weg. "Imker, ich habe noch nicht!", ruft ein Junge, der auch per Mini-Blasebalg Qualm erzeugen will.

Am spannendsten ist es natürlich, den Honig zu ernten. Die Kids können mit einem Handfeger aus Pferdehaaren den Honig von der Wabe fegen, und sie dürfen auch mal mit dem Finger darüber gehen, um das süße Gold zu kosten. Anschließend schauen sie beim Schleudern zu und können den Hahn bedienen, aus dem der Brotaufstrich fließt.

Einen spannenden Vormittag erlebten kurz vor den Sommerferien zwei Gruppen der Kita Schmetterling beim Hennigsdorfer Imker Thomas Kunert. Und geschleckt werden durfte vom Honig natürlich auch.
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Kinder der Hennigsdorfer Kita Schmetterling besuchen Imker

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Nadin Gundrum weiß, wie sehr ihre Schützlinge diese spannenden Ausflüge lieben. Die 35-jährige Erzieherin legt viel Wert darauf, die Kinder mit der Natur vertraut zu machen und ihnen die Achtung vor selbiger zu vermitteln. "Wir haben schon Raupen und Marienkäfer gezüchtet", plaudert sie aus dem Kita-Alltag. Jeden Morgen haben die Mädchen und Jungen geschaut, ob schon ein Käferchen geschlüpft sei. Als dann wirklich die ersten kleinen Marienkäfer das Licht der Welt erblickt hatten, wurden sie ganz vorsichtig auf Kinderhände gesetzt und zu ihrem Flug in die Freiheit nach draußen gebracht.

"Wenn wir in den Wald gehen, haben wir Regeln. Eine lautet: Man darf keine Pflanzen zerstören." Viele Kinder brächten von Zuhause zu wenig Wissen über Natur und Umwelt mit, weiß die Erzieherin aus ihrer täglichen Arbeit. Auf die Frage, woher die Milch komme, habe sie schon Antworten wie "Von Rewe oder Lidl" bekommen. Seitdem die Kleinen einen Hühnerstall und eine Fleischerei besucht haben, sind sie über die Herkunft von Eiern und Wurst bestens informiert. "Mittlerweile stehen meine Waldkobolde", so berichtet sie über ihre Kita-Gruppe, "auf alles, was mit Wald zu tun hat."

Nach dem Besuch beim Imker wird das Thema weiter vertieft und im kommenden Jahr nochmals aufgegriffen. "Dann teste ich, was sie behalten haben. Und wir besuchen den Imker nochmal", hat sich Gundrum vorgenommen. An diesem Vormittag aber ist es erst einmal Zeit, nach dem Honigbrot zu greifen. Aber nicht jedem Kind schmeckt die süße Bienenernte. Manche wollen doch lieber ein Wurstbrot. Woher die kommt, wissen sie ja, seitdem sie beim Fleischer waren.

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