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Mit spezieller Technik messen die Beamten Sicherheitsabstände. Dienstag fuhren auf der A12 sieben Lkw zu dicht auf.

Verkehrskontrolle
Polizei-Drohne schwebt unbemerkt über der Autobahn

Bettina Winkler / 25.06.2019, 19:49 Uhr
Fürstenwalde (MOZ; Manja Wilde) Von dem spähenden Fluggerät, das 70 Meter über der Autobahn kreist, bekommen Fahrzeugführer nichts mit. Es war am Dienstag für die Polizei im Einsatz. Die führte zwischen Briesen und Jacobsdorf Abstandsmessungen durch. Mit ihrer Drohne nahm die Spezialeinheit Technik des Landes Brandenburgs vor allem Lkw ins Visier. Um die Abstände ermitteln zu können, leuchteten in Fahrtrichtung Berlin weiße Markierungen für 30, 40 und 50 Meter auf der Straße. Demnächst sollen es noch mehr auf der A12 werden.

Anlass für die Kontrolle sind die zahlreichen Unfälle. Allein von Januar bis Mai dieses Jahres krachte es 150 mal auf der A12. Vertreter des Landesbetriebs Straßenwesen, der Bundespolizei, der Straßenmeisterei Fürstenwalde, des Polizeipräsidiums und der Direktion analysierten berieten, was sich dagegen tun lässt. "Eine Aufgabe ist es, den Kontrolldruck zu erhöhen, insbesondere durch Abstandskontrollen", sagt Polizeisprecher Ingo Heese.

"Im Land Brandenburg gibt es bislang aber nur eine Drohne für die Abstandsmessung und ein weiteres Gerät, das von Brücken aus videografiert", ergänzt Polizeihauptkommissar Eberhard Heusterberg. Künftig solle das Messgerät, das in Potsdam stationiert ist, mindestens einmal im Monat auf der A12 zum Einsatz kommen.

Doch zurück zur Drohne. Technikbegeisterte Polizisten hatten vor zwei Jahren die Arbeitsgemeinschaft "Drohne" gegründet.  "Jetzt gehören wir zu der Technischen Einsatzeinheit, die diese Fluggeräte für die Polizeiarbeit testet", erzählt beim Einsatz auf der A12 der projektverantwortliche Polizeihauptkommissar Frank Seidlitz. Dort schwebt ein Gerät, an dem gleichzeitig zwei Kameras – eine normale und eine Wärmebildkamera – angebracht werden können. Unter einem Zelt ist noch mehr Technik aufgebaut. Sie verbindet alle 20 Einsatzkräfte an der Autobahnabfahrt und auf dem Rastplatz.

50 Meter Sicherheitsabstand

Auf einem Großbildschirm verfolgt Autobahnpolizist Marcel Voß den Verkehrsfluss. Besonders die Brummis. Für die gilt: Ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h einen Sicherheitsabstand von 50 Metern einzuhalten. "Das ist ein entscheidendes Kriterium für die Verkehrssicherheit", sagt Einsatzleiter Marko Wieder. Allerdings gelten in anderen Ländern nicht so explizite Vorschriften wie in Deutschland. Deshalb reagieren manche  ausländischen Lkw-Fahrer mit Unverständnis, wenn sie angehalten werden und wegen der Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von 80 Euro plus 28,50 Euro Gebühren berappen sollen.

Quad eskortiert Verkehrssünder

Ist ein Verkehrssünder ausgemacht, wird die Situation im Video festgehalten. Dieses wird den Kollegen auf dem Rastplatz per Mail geschickt. Gleichzeitig wird ein wartender Quadfahrer an der Anschlussstelle Briesen benachrichtigt, der das Fahrzeug bis zum Parkplatz eskortiert.

Am Dienstag wurden 17 Lkw kontrolliert. "Durch die Dokumentation mittels Drohne konnten sieben Abstandsverstöße beweissicher festgestellt werden", teilte Wieder mit. Extreme waren nicht dabei. Zudem hatten mehrere Brummis deutlich mehr als 80 km/h drauf. Da die Fahrer die Kontrolle über CB-Funk bekannt machten, konnten wenig Verstöße festgestellt werden, so Wieder.

Abstandsunfälle auf der A12 nehmen zu

Abstandsunfälle Januar bis Mai 2019 (2018)

65 (63) Mal führte ein zu geringer Sicherheitsabstand zum Unfall. 42 (37) Personen wurden dabei verletzt.Ein (1) Mensch starb.

Unfälle gesamtJanuar bis Mai 2019 (2018)

150 (194) Mal krachte es. In 50 Fällen (59) wurden Personen verletzt.Ein (1) Mensch starb.

Unfälle gesamtfür das Jahr 2018 (2017)

511 (468) Mal krachte es. 126 (99) Personen wurden verletzt. Ein (4) Mensch starb.

⇥Quelle: Polizei

Schlagwörter

A12 Marcel Voß Fahrzeugführer Frank Seidlitz Sicherheitsabstand

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Max Mustermann 27.06.2019 - 13:44:05

Ansteckende Seuche der Griesgrame

um sich mal so richtig aufzuregen fährt man gerne sehr dicht an das vordere Fahrzeug heran. Vorher wird dazu ein vermeintlich leichtes "Opfer" für kurze Zeit ausgespäht.

Paul Müller 27.06.2019 - 05:19:32

50m Abstand sind bei der Verkehrsdichte doch illusorisch ...

... die LKWs wären dann nur noch am überholen und blockieren beide Fahrbahnen. Der Transit muss auf die Schiene, nur das erhöht die Verkehrssicherheit wirklich. Die Lieferung muss man nicht am nächsten Tag haben ...

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