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Stadtparlament
FDP und Linke feiern politische Verlobung

Der FDP-Abgeordnete Ole Gawande nähert sich der Linken an.
Der FDP-Abgeordnete Ole Gawande nähert sich der Linken an. © Foto: Marco Winkler
Roland Becker / 25.06.2019, 21:00 Uhr - Aktualisiert 26.06.2019, 18:21
Velten (MOZ) Frühes Kommen sichert die besten Plätze. Wer Letzter ist, muss schauen, was übrig bleibt. Diese Erfahrung machte Ole Gawande (FDP) am vorigen Donnerstag bei der konstituierenden Sitzung des Veltener Stadtparlaments. Ihm blieb nur noch der Platz zwischen NPD und AfD. Anders sah es für die beiden großen Fraktionen Pro Velten und SPD aus. Die Sozialdemokraten nahmen ihre Stammplätze ein. Und sie hatten in ihrer Mitte auch noch ein Plätzchen für Arne Gawande (Linke). Pro Velten schubste auf ihrer Seite des Ratssaals dank des frühen Erscheinens die CDU ans Ende.

Bis zur zweiten Sitzung will Stadtverordnetenvorsteher Marcel Siegert (Pro Velten)  einen Sitzplan vorlegen. "Sie können mir dafür Hinweise geben", verkündete er. Mal sehen, was dann mit dem zu Beginn der vorherigen Legislaturperiode zersägten Tisch passiert. Damals sollte dadurch der NPD-Abgeordnete Robert Wolinski separiert werden. In der vorigen Woche trennte dieser Spezialplatz das AfD-Trio.

Enger zusammenrücken wollen Linke und FDP. Gemeinhin stehen sich diese Parteien nicht sehr nahe. Aber in Velten ist ja oftmals manches anders als anderenorts. Ole Gawande (FDP) hat nämlich bei der Linken angeklopft. "Die Anfrage kam zunächst überraschend für uns", teilte Linken-Fraktionschef Alexander Moser-Haas mit. Wobei, so überraschend vielleicht dann doch nicht. Immerhin gehört zur kleinen Linken-Fraktion Oles Bruder Arne. Vielleicht wurde familiär schon mal vorbesprochen, dass der FDP-Bruder, der als Fraktionsloser im Stadtparlament weniger Rechte besitzt und keinen Ausschusssitz erhält, gern in der Fraktion seines Linken-Familienmitglieds mitmischen möchte. Besonders in Fragen der Digitalisierung und Verkehrspolitik gebe es Schnittmengen, meint Moser-Haas. Eine gemeinsame Fraktion wird es nicht geben. Dafür darf Ole Gawande als zweiter Stellvertreter im Hauptausschuss und als Vertreter in den Fachausschüssen für die Linke einspringen. "Wir werden ihm manchmal nach Absprache den Vortritt lassen", kündigte Moser-Haas an. In der Praxis heißt das: Ein Linker kommt nicht zur Ausschusssitzung, obwohl er eigentlich könnte, aber in diesem Fall lieber seinen Platz für den FDP-Kollegen räumt.

Ole Gawande hatte übrigens zuerst bei der CDU angefragt. Nachdem deren Fraktionschef Marcel Ruffert der AfD eine Gesprächseinladung geschickt hatte, zog Gawande den Kontakt zur Linken vor.

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Verlobung Marcel Siegert Stadtparlament Alexander Moser - Haas

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