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Viele Brände
Feuerwehren kommen nicht zur Ruhe – Bahnverkehr gestört – B 96 gesperrt

Tilman Trebs, Thomas Sabin, Jürgen Liebezeit, Julian Stähle / 26.06.2019, 18:07 Uhr - Aktualisiert 27.06.2019, 09:45
Oberhavel (MOZ) Die Feuerwehren im Landkreis kommen nicht zur Ruhe. Trockenheit und Hitze sorgen seit Mittwochmorgen für zahlreiche Brände in Oberhavel. Inzwischen ist auch der Bahnverkehr im Landkreis teilweise erheblich gestört.

400 Quadratmeter Böschung und Kabel standen am Nachmittag am S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle in Flammen. Für die Löscharbeiten musste das Fernbahngleis gesperrt werden. Gegen 17 Uhr wurde die Strecke für den Bahnverkehr wieder freigegeben. Die S-Bahn war nicht betroffen. Im Einsatz war die Feuerwehr aus Mühlenbeck zwischen 15.50 und 17 Uhr. Die vorsorglich alarmierten Kameraden aus Schildow mussten nicht mehr eingreifen. "Bei der Hitze war das ein sehr anstrengender Einsatz", sagte Gemeindebrandmeister Lutz Strausdat.

Reisende kamen auch danach von den Bahnhöfen kaum weg. So fuhr der Zug von Templin nach Berlin-Ostkreuz am frühen Abend nur bis nach Oranienburg. Der Zugführer begründete das am Bahnhof Oranienburg mit "mehreren Bränden" an der Strecke. Der RE 5 fuhr am späten Nachmittag zwar, aber mit Verspätungen von bis zu einer Stunde.

Im Norden von Fürstenberg standen entlang der Bundesstraße 96 insgesamt 1,5 Hektar Kiefernwald in Flammen. Laut Fürstenbergs Stadtbrandmeister Dirk Stolpe wurde der Brand westlich der Bundesstraße auf Höhe des Parkplatzes kurz nach 16 Uhr gemeldet sowie war der Brand in den frühen Abendstunden unter Kontrolle. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Oberhavel sowie dem Nachbargebiet Mecklenburg-Strelitz (Mecklenburg-Vorpommern) waren im Einsatz. Die Straße war während der Löscharbeiten bis in die Abendstunden gesperrt.

Glück im Unglück hatten 40 Rinder einer Kälberzuchtanlage in Großmutz. Dort war gegen 12.30 Uhr Stroh in Flammen aufgegangen und griff von den Außenställen auf den Eingang des Stalls über. Die zügig eingetroffenen Feuerwehrleute brachten zunächst die Tiere in einer Lagerhalle in Sicherheit, bevor sie sich den Löscharbeiten widmeten. Vier Löschzüge der Feuerwehren des Löwenberger Landes sowie die Feuerwehr Gransee waren auf dem Hof bis etwa 15 Uhr im Einsatz.

Stundenlang brannte am Mittwoch, 26. Juni, ein Hektar Wald am Teerofener Weg in Nassenheide. Fast 50 Feuerwehrleute aus Nassenheide, den Ortsteilen des Löwenberger Landes sowie aus Gransee und Sachsenhausen brachten die Flammen unter Kontrolle.
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Waldbrand in Nassenheide

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Zum ersten Mal waren die Feuerwehrleute am Mittwoch kurz vor sechs Uhr nach Nassenheide alarmiert worden. Am Teerofener Weg brannte ein Hektar Wald. Mit Unterstützung von Feuerwehrleuten aus dem Löwenberger Land, Gransee und Oranienburg konnte der Waldbrand unter Kontrolle gebracht werden. Der Einsatz dort dauerte bis etwa 14 Uhr. Stephan Liedtke von der Oranienburger Feuerwehr sprach von zwei Brandherden, was den Verdacht der Brandstiftung nahelege. In Nassenheide kommt es immer wieder zu Waldbränden. Mehrere Kommunen haben eine fünfstellige Summe zur Ergreifung des Täters ausgelobt.

Noch während des Einsatzes in Nassenheide wurde die Feuerwehr nach Grüneberg gerufen. In einem Waldstück, das bereits am Dienstag brannte, gab es erneut Flammen. Betroffen waren am Dienstag rund 5 000 Quadratmeter, am Mittwoch 200. Am Dienstag war im Wald bei Grüneberg auch ein Unterstand in Flammen aufgegangen.

Bei fast 40 Grad im Schatten bedeuteten die Einsätze für die Feuerwehrleute Schwerstarbeit. "Wir gehen auf dem Zahnfleisch", sagte Einsatzleiter Mathias Bonk beim Löscheinsatz in Großmutz. Für ihn und seine Kameraden war es bereits der dritte am heißesten Junitag seit Jahrzehnten.

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