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Die nächste Sonderausstellung im Stadtmuseum dreht sich um die Schicksalsjahre 1989/1990. Gauß-Gymnasiasten forschen mit.

Stadtgeschichte
Es gibt wenige Wende-Fotos

Wendezeit in Schwedt: Am 4. November 1989 gab es eine große Protestkundgebung der Oderstädter Bevölkerung auf dem Sportplatz Dreiklang.
Wendezeit in Schwedt: Am 4. November 1989 gab es eine große Protestkundgebung der Oderstädter Bevölkerung auf dem Sportplatz Dreiklang. © Foto: Harald Bethke
Eva-Martina Weyer / 02.07.2019, 06:30 Uhr
Schwedt (MOZ) Das Stadtmuseum bereitet intensiv die nächste Sonderausstellung vor. Sie trägt den Arbeitstitel "Wendegeschichten" und widmet sich der größten Umbruchzeit, die viele Schwedter je erlebt haben.

Museumsleiterin Anke Grodon und ihre Mitarbeiterinnen arbeiten für die Ausstellung mit Schülern des Schwedter Gauß-Gymnasiums zusammen, ebenso mit der Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur des Landes Brandenburg. Sie werten Fotografien aus den Jahren 1989 und 1990 aus. Sie führen  Interviews mit Zeitzeugen. Dabei stellten sie fest: Obwohl die friedliche Revolution erst 30 Jahre zurückliegt, gibt es nicht sehr viele aufschlussreiche Fotografien über diese Zeit in Schwedt.

Aber viele Zeitzeugen sind jetzt bereit, mit den Schülern und Museumsmitarbeitern über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Manche davon gehören zu jenen 10 000 Schwedtern, die am 4. November 1989 auf dem Sportplatz Dreiklang friedlich demonstriert haben  gegen verkrustet Strukturen in der DDR und für Reisefreiheit.

Mutige gründeten Neues Forum

Den meisten davon ging es wohl damals auch um Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Mutige Menschen gründeten in Schwedt das Neue Forum und sogar neue Parteien. Damals gingen die Menschen in Schwedt mit Kerzen in der Hand auf die Straße. Ebenso wie viele andere DDR-Bürger, die Geschichte geschrieben haben.

Die Interviews und das Erinnern an jene Zeit haben Schüler und Museumsmitarbeiter am Mikrofon aufgezeichnet. Nunmehr werden die Interviews in Schriftform gebracht.

Zusätzlich zur Sonderausstellung "Wendegeschichten" werden in einem Heft der "Schwedter Museumsblätter" die jüngsten Forschungsergebnisse zur Wendezeit in der Oderstadt zusammengefasst.

Die am Museumsprojekt "Wendegeschichten" beteiligten Gauß-Gymnasiasten wollen dazu eine historische Zeitung erstellen. Sie wollen darin Alltagsthemen widerspiegeln, die die Schwedter Bevölkerung in den 1980er-Jahren bis zur friedlichen Revolution in der DDR bewegt und beschäftigt hatten. Unter anderem wollen die Schüler die damalige Versorgungslage der Menschen in Schwedt darstellen. Auch über die Schneekatastrophe im Winter 1978/1979 wollen sie berichten.

Die Gauß-Gymnasiasten haben im Juni ihr Projekt begonnen und werden es ab August, nach den Sommerferien, zum Beginn des neuen Schuljahres fortsetzen.

Geschichtlicher Hintergrund

Als Wende (auch Wendezeit) wird in den heutigen Tagen ganz umgangssprachlich der Prozess des gesellschaftspolitischen Wandels bezeichnet, der in der Deutschen Demokratischen Republik in den Jahren 1889/90 zum Ende der SED-Herrschaft führte, den Übergang zu einer parlamentarischen Demokratie begleitete und die deutsche Wiedervereinigung auf friedlichem Wege erst möglich gemacht hat.⇥red

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