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Als Mitglied des Bündnisses "Mayors for Peace" hisst Bürgermeister Henryk Pilz die Forderung nach Abschaffung von Atomwaffen.

Fahnenaktion
Erkner zeigt Flagge für den Frieden

Ruf nach Frieden: Hausmeister Carsten Rileit und Bürgermeister Henryk Pilz halten die Flagge des Bündnisses, die sie am Montag am Rathaus Erkner gehisst haben.
Ruf nach Frieden: Hausmeister Carsten Rileit und Bürgermeister Henryk Pilz halten die Flagge des Bündnisses, die sie am Montag am Rathaus Erkner gehisst haben. © Foto: Joachim Eggers
Joachim Eggers / 09.07.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 09.07.2019, 11:12
Erkner (MOZ) Erkner setzt ein weltpolitisches Zeichen: Bürgermeister Henryk Pilz hat am Montag die Flagge der Organisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) am Rathaus gehisst – zum ersten Mal. Erkner ist dem Bündnis im vorigen Dezember auf Pilz’ Vorschlag per einstimmigem Beschluss der Stadtverordneten hin beigetreten.

Es ist kurz vor 9 Uhr, als Hausmeister Carsten Rileit die beiden Fahnenmasten am Zebrastreifen vor dem Rathaus vorbereitet. Bürgermeister Henryk Pilz kommt dazu und hilft, die beiden Fahnen – eine mit der Parole "Abrüstung schafft Sicherheit", die andere von "Bürgermeister für den Frieden" nach oben zu kurbeln. Nicht umsonst hat die grüne Flagge der Organisation den Schriftzug nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch auf Japanisch. Denn das Bürgermeister-Bündnis wurde einst in Hiroshima gegründet, wo Pilz’ Tochter ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet hat.

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Erkner beteiligt sich bei Mayors for Peace

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Das Datum ist kein Zufall: Am 8. Juli 1996 wurde ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag veröffentlicht. Demnach sind die Atomwaffenstaaten verpflichtet, nach Artikel 6 des 1968 geschlossenen Nichtverbreitungsvertrages (NPT), Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu führen und die Atomwaffen auch tatsächlich abzuschaffen. Pilz bedrückt nun, dass genau das Gegenteil geschieht, dass aufgerüstet wird statt abgerüstet. Er hebt besonders auf den aktuellen Konflikt zwischen den USA und Iran ab. "Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir gegen diesen Wahnsinn sind."

Welchen Beitrag kann eine Stadt wie Erkner leisten? "Wie überall sind es die Menschen, die das Leben gestalten", sagt Pilz dazu, und fügt mit Blick auf die Einwohnerzahl an: "Auch 12 000 können ihre Stimme erheben."

Am Montag ist nicht ein Bürger, auch kein Stadtverordneter, zu der vorab bekanntgegebenen Aktion erschienen. Für Pilz ist dieses Echo enttäuschend, aber kein Grund nachzulassen. Er will die Aktion nächstes Jahr mit Projekten begleiten. Die Fahnen sollen jetzt einige Tage hängen bleiben und erneut gehisst werden, und zwar an den Jahrestagen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August), außerdem am 21. September, dem Weltfriedenstag.

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