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Frankfurt sucht Familienpaten

Solveig Kauczynski und Jens-Marcel Ullrich werben um Ehrenamtler für das Netzwerk Gesunde Kinder.
Solveig Kauczynski und Jens-Marcel Ullrich werben um Ehrenamtler für das Netzwerk Gesunde Kinder. © Foto: Thomas Gutke
Thomas Gutke / 11.07.2019, 20:25 Uhr - Aktualisiert 12.07.2019, 06:17
Frankfurt (Oder) (MOZ) Frankfurt wird (noch) familienfreundlicher: Seit Februar ist die Stadt Teil des landesweiten Netzwerkes Gesunde Kinder, in dem Familienpaten jungen Eltern zur Seite stehen.

Das im Aufbau befindliche Angebot soll an den Babybesuchsdienst anschließen, "der weiterhin Teil der Willkommenskultur in Frankfurt bleiben wird", sagt Sozialdezernent Jens-Marcel Ullrich. Er und Solveig Kauczynski, Koordinatorin des Freiwilligenzentrums bei der Caritas, informierten jetzt über den Auftakt des Projektes in Frankfurt.

Den Babybesuchsdienst gibt es seit 2009. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes besuchen kurz nach der Geburt die Eltern, haben Geschenke und Informationen dabei. Rund 90 Prozent aller Familien werden so erreicht. Doch der Dienst geriet in den letzten Jahren zunehmend unter Druck. Denn das verschuldete Frankfurt ist in der Pflicht, Geld zu sparen. Die Stadtverordneten beauftragten dieVerwaltung, andere Finanzierungsquellen für den Babybesuchsdienst zu erschließen. Die Stadt verhandelte daraufhin mit dem Land über die Aufnahme in das Netzwerk Gesunde Kinder – mit Erfolg. 64 000 Euro fließen nun aus Landesmitteln in die Stadt, mit denen sowohl der Besuchsdienst als auch der Aufbau der Patenschaften bezahlt werden können. "Wir machen aus zwei guten Angeboten ein großes Gutes", sagt Ullrich. Der Babybesuchsdienst werde weiter die Erstbesuche übernehmen. Künftig machen sie dabei dann auch auf die Familienpaten aufmerksam, die die Familien, wenn gewünscht, anschließend drei Jahre lang begleiten. Vorgesehen sind mindestens zehn Besuche.

Die ehrenamtlich ausgebildeten Paten beraten die Eltern zur Gesundheit der Kinder, informieren über Angebote der Familienförderung und unterstützen, wo Fragen zu finanziellen, rechtlichen und sozialen Themen auftauchen. "Es geht hier nicht um Problemfamilien", stellt Solveig Kauczynski ausdrücklich klar. Das Angebot richte sich an alle Eltern. Ob beim Kinderarzt, im Jugendamt oder der Kita: "Die Familien sollen ständig über das Angebot stolpern. Wir wollen so viele wie möglich erreichen."

Mitbringen sollten Interessierte "vor allem Zeit und Interesse", sagt die Caritas-Teamleiterin. Das Alter sei egal. Jens-Marcel Ullrich ermuntert vor allem Senioren, deren Kinder nicht mehr in der Stadt wohnen, sich für junge Frankfurter Familien zu engagieren. Jüngere, die Zeit mitbringen können und in ähnlichen Lebenssituationen stecken, seien jedoch genauso gern als Familienpaten gesehen. Ebenso Frankfurter mit Migrationshintergrund.

Bereits vier interessierte Paten

Vier Interessierte hätten sich bereits gemeldet, berichtet Solveig Kauczynski. Im Herbst soll es ein erstes, 40-stündiges Ausbildungscurriculum geben, in dem künftige Familienpaten zu verschiedenen Themen geschult werden – von Kommunikation bis  Zahngesundheit.

Das Netzwerk Gesunde Kinder gibt es in Brandenburg bereits seit 2006. Es hat inzwischen 21 Regionalnetzwerke. Träger in Frankfurt ist das Gesundheitsamt, koordiniert wird die Arbeit von der Caritas. Mit im Boot sitzen außerdem Kooperationspartner wie Pro Familia, das DRK und das Klinikum.

Kontakt über Koordinatorin Janine Schulz unter 0335 552-5332 oder an janine.schulz@frankfurt-oder.de

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Janine Schulz Familienpate Solveig Kauczynski Babybesuchsdienst Willkommenskultur

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