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Einzelhandel
Kino im Hennigsdorfer Ziel noch nicht abgeschrieben

Seit Februar dieses Jahres liegt das Centermanagement in den Händen von Alassan Simon Khanu.
Seit Februar dieses Jahres liegt das Centermanagement in den Händen von Alassan Simon Khanu. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 11.07.2019, 22:00 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Auf den Tag genau vor zwei Jahren war Hennigsdorfs Einkaufszentrum Ziel wieder komplett. Mit der Eröffnung der Kaufland-Filiale wurde die Revitalisierung abgeschlossen. Damals war auch das Erdgeschoss nach einem Jahrzehnt des Leerstands voll vermietet.

Zwei Jahre später kann noch immer eine positive Bilanz gezogen werden. Kaufland zieht Kunden an. Wer nicht mit dem Auto aufs obere Parkdeck fährt, der schaut sich vor oder nach dem Supermarkt-Einkauf auch in den Läden im Erdgeschoss um. Dennoch: Dass die Zeiten für den Einzelhandel schwierig sind, bekommt auch Center-Manager Alassan Simon Khanu zu spüren. Als er im Februar den Job übernahm, hoffte er, die seit eineinhalb Jahren leerstehende Fläche der Sabelus-Apotheke bald wieder vermieten zu können. "Vielleicht schon im Mai oder Juni", sagte er zu Dienstantritt im Februar. Doch das Filetstück direkt am Haupteingang steht noch immer leer. Jetzt ist ein zweiter Leerstand hinzugekommen.

Die Filiale der niederländischen Modekette Miller & Monroe, die auf das nur wenige Monate existente Geschäft von Upim folgte, hat vor gut vier Wochen dichtgemacht. Erst ging der deutsche Ableger des holländischen Unternehmens in die Insolvenz. Mittlerweile befindet sich nach übereinstimmenden Presseangaben auch die Muttergesellschaft, die Vidrea Retail B.V., in der Insolvenz. Der Hennigsdorfer Standort gehört nicht zu der Hälfte, die Ketten wie Woolworth oder Tedi übernehmen.

"Wir sind dabei, die leer stehenden Flächen zügig zu vermieten", versichert der Centermanager. Er befinde sich mit Interessenten im Gespräch. Das betreffe die ehemalige Apotheken- und die Miller & Monroe-Fläche. Konkrete Namen könne er aber noch nicht nennen. Wer die Sprache von Centermanagern kennt, kann solche Sätze deuten: Mit der Neuvermietung ist man noch nicht weit vorangekommen. Khanu weist auch darauf hin, dass "andere Konzepte" zum Zuge kommen könnten, "die es hier so noch nicht gegeben hat". Damit ist gemeint, dass bislang in Hennigsdorf noch nicht bekannte Unternehmen erstmals mit einer Filiale vertreten sein könnten. Immer wieder hört man von Hennigsdorfern, dass sie sich einen Elektromarkt wie Medimax wünschen. Darauf angesprochen, meint der Centermanager: "Mit Medimax könnte man noch mal darüber reden, ob sie ihr Sortiment auch ein bisschen komprimierter anbieten könnten." Gemeinhin mietet der Elektro-Filialist größere als die im Ziel leerstehenden Flächen an.

Auch für die teilweise verwaiste zweite Etage gibt es noch keine Lösung. Das Kino steht noch immer leer. Khanu erklärt: "Es ist die schwierigste Fläche. Das braucht eine gewisse Zeit. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf." Das muss er auch nicht. Zwar sagt der Centermanager, dass er von Gösta Oelstrom, Betreiber des Scala Kulturpalastes in Werder, als Interessenten fürs Hennigsdorfer Filmtheater noch nie etwas gehört hat. Doch Oelstroms Stimme ist selbst am Telefon das seine Sätze begleitende Schmunzeln fast anzumerken: "Herr Khanu sagt sicher weniger, als er weiß."

Der Kinobetreiber versucht seit etwa zwei Jahren, einen Fuß ins Hennigsdorfer Ziel zu bekommen. Bislang vergeblich. Demnächst soll es aber auch ein Gespräch mit der Stadt geben, von der er sich Unterstützung erhofft. "Hennigsdorfs Kino bleibt eine Baustelle von mir", versichert der Filmenthusiast. Allerdings sollte sich Khanu nicht zu viel Zeit lassen. Oelstrom erwähnt, dass es auch Kontakte zu anderen Kommunen gibt, darunter Hohen Neuendorf. Mit der dortigen Verwaltung sei er im Gespräch für ein Open-Air-Kino im kommenden Jahr. Oelstrom betreibt das Werderaner Kino seit vier Jahren und bietet dort auch Lesungen, Konzerte und Kleinkunst an.

Vor 23 Jahreneröffnet

Im Rahmen der Bebauung des  Hennigsdorfer Stadtzentrums eröffnete 1996 das Einkaufszentrum Ziel. Nach einem erfolgreichen ersten Jahrzehnt setzte spätestens ab 2005 ein hoher Leerstand ein.

Vor zwei Jahren wurde die Revitalisierung abgeschlossen.⇥rol

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