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Die historische Turmspitze der Danewitzer Dorfkirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Anwohner setzen sich jetzt für die Wiederherstellung ein.

Kirchensanierung
Danewitzer Verein kämpft für den Kirchturm

Olav Schröder / 13.07.2019, 18:45 Uhr
Danwitz (MOZ) Die Aufgabe, die sich die Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins Dorfkirche Danewitz vorgenommen haben, wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Daran zweifelt wohl keiner von ihnen, denn die Gründungsmitglieder setzen sich vor allem für die Wiederherstellung der historischen Turmspitze ihrer Kirche ein. Gegenwärtig bildet ein eher ungewöhnliches Satteldach den Abschluss des Turmes. Als solches war das Dach behelfsmäßig nach 1945 aufgebaut worden, um die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg am Turm zu beseitigen.

Die Idee zur Wiederherstellung des spitzen Kirchturms stammt vom Danewitzer Altbürgermeister Friedrich-Wilhelm Gesche, berichtet Ortsvorsteher Detlef Matzke. Beide nahmen an der Gründungsversammlung teil und freuen sich, dass sich für die Verwirklichung dieser Idee gleich insgesamt 13 Gründungsmitglieder begeistern können. Das Kirchenschiff mit Chor und Apsis ist bereits in den Jahren 2010 bis 2012 instand gesetzt worden. Die kontaminierte Dachkonstruktion des Kirchenschiffs sowie das Dach selbst wurden erneuert. Die Wiederherstellung des oberen Fensterkranzes sowie eine neue Farbfassung werteten auch den Innenraum deutlich auf.

Für den instandsetzungsbedürftigen Turm steht die Sanierung allerdings noch aus. Und in diesem Zusammenhang soll auch die Spitze an Stelle des behelfsmäßigen Satteldachs wieder hergestellt werden. Die Kosten werden dafür gegenwärtig auf rund 200 000 Euro geschätzt. Eine der vordringlichsten Aufgaben des Fördervereins wird es sein, sich zur Finanzierung um Fördermöglichkeiten zu kümmern.

"Unser Anliegen ist aber umfassender", berichtet Babette Hübner, die den Gründungsaufruf initiierte und in der Versammlung zur ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. "Wir wollen die Kirche auch gern für Kultur und Kunstveranstaltungen nutzen, zu denen die Danewitzer in der Kirche zusammenkommen können." Die Kunstschmiede reiche aus Platzgründen schon nicht mehr aus. "Um so anerkennenswerter ist es, dass Pfarrer Christoph Brust für diese Idee offen ist", sagt Babette Hübner.

Erfreulich sei auch, dass in dem Förderverein jüngere und ältere Danewitzer ebenso vertreten seien wie Alteingesessene und Neuhinzugezogene. Auch Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch und Ehefrau Beatrice gehören zu den Gründungsmitgliedern. In den Vorstand wurden neben Babette Hübner Thomas Wolf, Peter Voigt, Josefine Hübner und Dagmar Matzke gewählt.

Kommentar: Bauen an der Zukunft

Nicht weniger als 91 Kirchen gibt es im Landkreis Barnim. Viele sind bereits ganz oder teilweise saniert worden, bei anderen sind noch etliche Arbeiten auszuführen. Die Danewitzer Dorfkirche ist eine davon.

Die Initiative vieler Fördervereine hat die Instandsetzungen meist erst möglich gemacht. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, sich für die Finanzierung einzusetzen, Fördertöpfe aufzutun und so den Grundstein für die oftmals aufwendigen und langwierigen baulichen Arbeiten zu legen. Die Fachwerkkirchen in Prenden und Tuchen gehören zu den bekannten Beispielen im Barnim. Dass für die Umsetzung derartiger Projekte ein langer Atem nötig ist, zeigt unter anderem das Beispiel der Bemühungen um den Wiederaufbau des Kirchturm der Birkholzer Kirche. Ein aktuelles Erfolgsbeispiel der jüngsten Zeit ist die – freilich auch über Jahre laufende – Sanierung der Rüdnitzer Dorfkirche.

Eines ist allen Beispielen gleich: Mit der Sanierung geht auch immer eine erweiterte oder gar eine zusätzliche neue Nutzung der Gotteshäuser einher. Die Jahrhunderte alten Wahrzeichen eines jeden Ortes werden so auch zu Gebäuden der Zukunft und damit zu Häusern des Zusammenlebens auch in kleineren Orten. Dafür lohnt sich der Einsatz, der persönliche, immaterielle, aber auch der oftmals immense finanzielle Aufwand.⇥Olaf Schröder

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