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Die Alte Schulscheune wartet mit einer besonderen Ausstellung auf.

Kunst
Burka und gespreizte Beine: Berliner Meisterin zeigt Malerei

Bernhard Schwiete / 14.07.2019, 06:00 Uhr
Diensdorf-Radlow (MOZ) Der Junge hat es sich auf einem Regenbogen gemütlich gemacht, hat aber nur Augen für seinen Tablet-PC und denkt offenbar an ein Schwert. Die Frau trägt eine Burka, zwischen ihren nackten, geöffneten Schenkeln geht der Blick in eine schier unendliche Tiefe, in eine Landschaft mit Fluss und Bergen. Aus einem Kopf wachsen statt Haaren Kabel mit Steckern verschiedenster Art, der Mund der Person ist weit geöffnet, und auch an dieser Stelle hat Claudia Hauptmann ein Landschaftsbild in ihr Gemälde integriert.

Seit dieser Woche zeigt die Künstlerin aus Berlin eine Auswahl ihrer Werke in der Alten Schulscheune in Diensdorf-Radlow – sehr zur Freude von Brigitte Fricke und Christine Hannemann, die sich im örtlichen Förderverein, der die Alte Schulscheune mit kulturellem Leben füllt, um die Ausstellungen kümmern. Den beiden Frauen ist es gelungen, einen in der Szene angesehenen Namen  an der Scharmützelsee zu locken. Claudia Hauptmann, Jahrgang 1966, studierte Malerei an der Hochschule für Kunst und Design in Halle und war dort Meisterschülerin bei Gudrun Brüne, Witwe des 2011 verstorbenen Bernhard Heisig.

Ihre realistischen, kaum abstrahierenden Bilder machen nachdenklich und verstören auch. "Sie sind zeitnah, kritisch und zugleich sehr emotional. Doch sie moralisieren nicht, sie rütteln auf und schärfen den Blick auf die uns umgebende Welt", sagt Brigitte Fricke.

Ihre Mitstreiterin Christine Hannemann erzählt, wie es ihr zur eigenen Verwunderung gelang, Claudia Hauptmann für die Alte Schulscheune zu gewinnen. "Ich habe eine Ausstellung von ihr in Potsdam besucht und war sofort beeindruckt. Erstaunlicherweise hat es dann gleich geklappt, obwohl Claudia Hauptmann auch international bekannt und sehr gefragt ist."

Zu sehen sind die Bilder in Diensdorf-Radlow noch knapp einen Monat lang, am Ende gibt es anders als dort üblich noch eine Finissage. Sie findet statt am Donnerstag, 8. August, um 16 Uhr. "Wir wollen unseren Gästen damit noch einmal die Möglichkeit für Gespräche mit der Künstlerin geben", sagt Brigitte Fricke.

Wer noch mehr Kunst sehen will, wird unterdessen auch in den beiden Galerien in Bad Saarow fündig. Im Bahnhof zeigt noch bis Ende nächster Woche Monika Arlt aus Berlin Siebdrucke. Grundlage ihrer Werke, die teils aus sehr vielen Schichten bestehen, sind eigene Fotografien. "Einige Bilder sind auch bereits verkauft worden", sagt Margrit Löwi, die Vorsitzende des Vereins Kunst am Bahnhof Bad Saarow.

Künstlerinnen aus Berlin

Im Kunstkabinett im Scharwenka-Kulturforum schließlich, das vom Verein Kunstraum Saarow bespielt wird, ist bis 18. August Malerei von Dagmar Rasper  – ebenfalls eine Berlinerin – zu sehen.

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