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ÖPNV
Busverkehr Oder-Spree erweitert Liniennetz

Freut sich auf neue Fahrgäste: BOS-Chef Jürgen Ansorge am künftigen Bus-Stopp "Am Fuchsbau" in Petersdorf. Ab 5. August hält dort die Linie 414.
Freut sich auf neue Fahrgäste: BOS-Chef Jürgen Ansorge am künftigen Bus-Stopp "Am Fuchsbau" in Petersdorf. Ab 5. August hält dort die Linie 414. © Foto: Manja Wilde
Manja Wilde / 14.07.2019, 06:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Die Stangen stecken schon in der Erde, nur die Haltestellenschilder fehlen noch: Die Busse der Fürstenwalder Stadtlinie 414 werden ab 5. August eine 7,5 Kilometer längere Route zurücklegen. Erstmals kurven die Fahrer dann um die eigens angelegte Wendeschleife vor der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge "Am Fuchsbau", um wenige Meter weiter an der gleichnamigen Haltestelle zu stoppen. Die befindet sich an der Rückseite der Sommerrodelbahn.

"Wir tragen damit der Entwicklung in Fürstenwalde Süd Rechnung", sagt Jürgen Ansorge, der Geschäftsführer der Busverkehr Oder Spree GmbH (BOS). Zum einen entstanden und entstehen in der Ketschendorfer Feldmark neue Ein- und Mehrfamilienhäuser. Zum anderen würden Industrie und Einkaufseinrichtungen besser angebunden. "Und", sagt Ansorge, die Linie trägt dazu bei, die hohe Konzentration an Fahrgästen im Innenstadtbereich "zu entzerren".

Am Fuchsbau wird der 414er Bus von Montag bis Freitag, zwischen 7 und 18 Uhr, immer zur vollen Stunde abfahren. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 9 bis 18 Uhr. Über die Saarower Chaussee rollt er dann in die Bahnhofstraße. "Hier wollen wir demnächst noch eine weitere Haltestelle einrichten", sagt Ansorge, während er die Route mit seinem Teamleiter Karsten Plink abfährt. Alle 300 bis 500 Meter müsse es im City-Bereich einen Stopp geben. In der Bahnhofstraße ist die Distanz deutlich größer.

In der Langewahler Straße stoppt der 414er künftig auch auf Höhe Charlotte-Apel-Straße. Die Haltestelle gibt es seit 2018 – bislang wird sie nur von Regional-Linien angefahren. Über die Wassergasse geht es dann in Scholl- und Kirchhofstraße.

Stopp vor der Grundschule

Vor der Fontanegrundschule wartet eine weitere Neuerung: Künftig gibt es dort die Haltestelle Holzstraße. "Der Schwimmbus hat schon hier gehalten", sagt Ansorge. Doch nun wird es ein offizieller Stopp. Allerdings nur in Richtung Norden. Auf der anderen Straßenseite habe es keine Erlaubnis gegeben, "weil die Radler ungebremst von der Brücke kommen und das zu gefährlich wäre", erklärt der BOS-Chef. Bevor der Halt realisiert werden kann, müsse die Fahrbahn breiter werden.

Über die Seelower Straße und den Bahnhof erreicht der 414er-Bus dann seine alte Route. Durch die Erweiterung wird diese 7,5 Kilometer länger. Übers Jahr summiert sich dies auf rund 65 000 Kilometer, sagt Ansorge. Einen neuen Gelenkwagen, Bruttopreis rund 350 000 Euro, kaufte der BOS dafür bereits im Dezember. Zudem sind zwei Fahrer nötig, um die zusätzlichen Kilometer anbieten zu können. "Die Personal-Akquise ist  das größere Problem", sagt der Geschäftsführer. Von 110 auf 112 Busfahrerstellen wuchs das Unternehmen. Alle sind besetzt, aufgrund dauerkranker Kollegen sogar einige mehr.

Kauf von 17 Bussen

Seine Fahrzeugflotte will der BOS Ende Oktober mit zwei weiteren 18 Meter langen Gelenkbussen modernisieren. Zwei 12-Meter-Busse werden ausgemustert. Aktuell umfasst der Fuhrpark 92 Busse. "Laut Verkehrsvertrag muss ein Bus 14 Jahre lang fahren", weiß Ansorge. Immer ist das nicht möglich. 2021 kauft der BOS 17 neue Wagen. "Das geschieht im Zusammenhang mit dem Thema Barrierefreiheit", ergänzt er. Mehrere Millionen Euro werden dafür fließen.

Angesichts dieser Aufgaben hat Jürgen Ansorge für Ideen, wie das 365-Euro-Jahresticket, das Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) für den Nahverkehr ins Spiel brachte, wenig übrig. Mit einem Wort fasst der BOS-Chef zusammen, was er davon hält: Nichts. "Es sei denn, die Politik steht dann auch zu ihrer finanziellen Verantwortung", schränkt er ein.

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Holger Wanntke 15.07.2019 - 13:33:53

Neue Buslinie in Fürstenwalde nur oberflächlich positiv

Das es bald eine neue Buslinie in Fürstenwalde gibt ist begrüßenswert. Dort die Art und Weise wie der Landkreis Oder-Spree und Busverkehr Oder-Spree (BOS) solche Dinge heimlich "ausklüngeln" ist bedenklich. Die Bürgen werden an so einem Verfahren wie dem ÖPNV nicht beteiligt. Das in Hinterzimmern "erglaubte - perfekte" erstellte Produkt wird dann den Bürgern und Fahrgästen vor die Nase gesetzt und rühmt sich dann auch noch. Eine Art Fahrgastbeirat im Landkreis, in dem interessierte Bürger ihre Meinungen einbringen könnten, scheint es, so meine Suche im Internet, nicht zu geben. Zu bedenken gebe ich auch, dass bei vielen Bürgern wieder der Kommentar aufkommen wird: "für die Flüchtlinge wird ja alles getan und für uns nicht". Das von der neuen Buslinie viele Fürstenwalder profitieren wird dann gerne übersehen, doch der Landkreis hätte klüger agieren müssen und diesen Kritikern gleichzeitig "Schmankl" präsentieren müssen. So zum Beispiel den Stadtbusverkehr bis Mitternacht ausweiten oder den Samstagsfahrplan deutliche auszuweiten und vom Sonntagsfahrplan zu entkoppeln, da die Bedürfnisse der Bürger an beiden Tagen völlig unterschiedlich sind. Das Argument, dafür ist kein Geld da, kann man nicht gelten lassen. Z.B. wäre es sinnvoll durch eine andere Linienführung der Linie 411 in Fürstenwalde Nord ohne Qualitätsverluste Tausende Buskilometer einzusparen und neu zu verteilen. Auch der Verzicht auf die Beschaffung viel zu großer unflexibler unwirtschaflicher Dieselfressender Gelenkbusse, welche jetzt schon oft genug unausgelastet durch den Landkreis fahren, wäre sinnvoll. Stattdessen sollten wie in den Nachbarlandkreisen erfolgreich praktiziert, flexible und wirtschaftlich sinnvolle Kleinbusse beschafft werden? Beim Landkreis oder dem BOS scheint es aber einen regelrechten "Kleinbushasser" zu geben, oder warum gibt es dazu bisher einen Totalverzicht? Am Tage könnten die Kleinbusse auf den schwach besetzten Regionalbuslinien eingesetzt werden und außerhalb der Hauptverkehrszeiten dann in Stadt- oder Ortsverkehre wechseln. Es bleibt zu hoffen, dass der Landkreis eine 180 Grad-Wende in der nicht mehr Zeitgemäßen ÖPNV Politik vollzieht und die Bürger dazu auch beteiligt.

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