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Sicherheit
Großer Andrang bei Radcodierung der Polizei

Pia Rückert / 14.07.2019, 08:00 Uhr
Bad Belzig ([]) Ein Ausflug mit dem Fahrrad ist geplant. Sie wollen ihr Rad aus Keller oder Garage holen – und finden einen leeren Platz vor. Das passiert leider immer wieder. Und oftmals ist selbst die Polizei nicht in der Lage, das gestohlene Rad wieder zu finden. Doch es gibt eine Möglichkeit, einen Diebstahl für die Diebe deutlich unattraktiver zu gestalten, in dem das Fahrrad codiert wird.

Hierbei wird eine individuelle Nummer in das Rad genadelt. "Das Gerät wird mit Druckluft betrieben und hinterlässt dabei winzige Löcher", erklärt Karina Mollenhauer von der Polizeiinspektion Brandenburg. Am Ende der Prozedur wird der Code zum Schutz mit einer Folie abgedeckt. Der Code wurde vorher am Laptop erfasst und an das Gerät gesendet. Er setzt sich aus Wohnort und Straße, einem Namenskürzel und dem Prägejahr zusammen. Wird ein codiertes, gestohlenes Rad aufgefunden, kann die Polizei entschlüsseln, wem es gehört. Das macht den Verkauf von Diebesware um ein Vielfaches komplizierter. Aber auch Käufer sollten auf eine solche Prägung achten und sich vom Verkäufer den Fahrradpass zeigen lassen. In diesem stehen alle relevanten Informationen. Auch im Kaufvertrag sollte der Code vermerkt werden, damit der Käufer den rechtmäßigen Erwerb des Rades nachweisen kann.

Einen Pass zum Mitnehmen erhielten auch all die Radlbesitzer, die in der vergangenen Woche ihr Gefährt codieren ließen. Die Kollegen der Brandenburger Polizei waren mit ihrem Gerät auf dem Bad Belziger Marktplatz zugegen. Karina Mollenhauer war erstaunt über den großen Zulauf, das hat sie auch schon anders erlebt. "Die Leute haben Schlange gestanden", sagt sie, "in einer Stunde haben wir 27 Räder codiert." Dazu mussten die Radler einen Eigentumsnachweis vorlegen, also z.B. einen Kaufbeleg. Wer diesen nicht mehr hatte, konnte auf einer Liste schriftlich bestätigen, dass er der Eigentümer des Rades ist. Von der Aktion in Bad Belzig hörte auch die Fahrradgruppe aus Wiesenburg/Mark. Sie hatten damals den Termin im Ort selbst verpasst. Da der Dienstag eh der Radfahrtag der Gruppe ist, machten sie sich kurzerhand auf den Weg nach Bad Belzig. Da die meisten ein E-Bike haben, wäre ein Verlust besonders hart. Auch Marlies Rottstock kam mit ihrem Rad. "Wir haben es im vergangenen Jahr gekauft", erzählt sie. Seitdem hat sie auf einen Termin für die Codierung gewartet. "Von April bis Oktober suchen wir uns jeweils einen Ort aus, in dem wir noch nicht waren", erklärt Karina Mollenhauer. Natürlich ist das nicht in jedem kleinen Ort möglich. Aber die Menschen sind erfinderisch. Auch heute kam jemand und hatte sich seine Fahrräder auf den PKW-Anhänger geladen.

Termine für weitere Codierungsaktionen finden Interessenten auf der Internetseite der Brandenburger Polizei, aber auch auf Facebook und Twitter.

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