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Die Altglietzener freuen sich über die ersten Jungstörche nach der Erneuerung des Horstes. Zwei Jungvögel sind kurz davor, flügge zu werden.

Bruterfolg
Endlich Nachwuchs im Storchennest

Steffen Göttmann / 14.07.2019, 09:00 Uhr
Alzglietzen (MOZ) Zwei Jungstörche, die bereits das schwarz-weiße Gefieder ihrer Eltern ausgebildet haben, kauern am Freitag bei Regenwetter auf dem Storchennest in Altglietzen. Die Eltern sitzen in Sichtweite des Nestes auf Dächern benachbarter Häuser und beobachten den Nachwuchs. Doch nie zusammen, denn einer der Altstörche muss immer Nahrung für die hungrigen Mäuler der Jungvögel suchen. Der Nahrungsbedarf einer vierköpfigen Storchenfamilie liegt laut "Planet Wissen" bei täglich zwei Kilogramm. 26 Mäuse oder 1100 Regenwürmer ergeben etwa 500 Gramm Nahrung.

Es ist der erste Nachwuchs, nachdem das Storchennest im Dezember 2017 mithilfe der Edis AG und der Elektrofirma Küter aus Sommerfelde bei Eberswalde komplett erneuert wurde. "Wir freuen uns, dass die Störche das Nest endlich angenommen haben", sagt Doreen Stecker. Vergangenes Jahr sei zwar ein Storch gekommen. Der hatte jedoch keine Partnerin gefunden, so dass es keine Familienfreuden gab. In diesem Jahr sei der Storch am 29. März gekommen, berichtet die Altglietzenerin. Sogleich fand er eine Partnerin, die sogar beringt war. Doch nach einer Woche sei sie wieder unverrichteter Dinge weggeflogen. Offensichtlich hatte sie ein anderer Storch dem Altglietzener Adebar ausgespannt. Dieser fand dann aber noch eine passende Partnerin, so dass das Brutgeschäft  beginnen konnte. Bald erspähten Uwe und Doreen Stecker, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Storchennest wohnen, zwei Junge im Nest. Doreen Stecker hält das Treiben auf dem Nachbargrundstück mit der Kamera fest.

Schließlich ist es ihr, ihrem Mann Uwe und weiteren Nachbarn zu verdanken, dass es in Altglietzen überhaupt noch ein Storchennest gibt. Weil der alte Holzmast auf dem Grundstück ihres Nachbarn Albrecht Schön morsch geworden war, drohte er im Herbst 2017 umzukippen.  "Als ich 1968 hierhergezogen bin, da stand das Nest schon", berichtete damals Albrecht Schön, der inzwischen 85 Jahre alt ist. Seit wann es dort steht, sei ihm nicht bekannt. Deshalb hatte er auch nichts dagegen, dass der Horst wieder auf seinem Grundstück errichtet wurde. Heute freue er sich ebenso über den Nachwuchs, berichtet seine Nachbarin.

Neuer Mast ist 13 Meter hoch

Abriss und Neubau organisierte damals die Edis Netz GmbH Brandenburg Ost in Angermünde. Deren Obermeister beauftragte die Elektrofirma aus Sommerfelde, die mit geeigneten Geräten den alten Mast abbaute und den neuen errichtete. Kosten für Material und Montage übernahm der Stromversorger. Der Mast ist 13 Meter hoch und diente bis zu seiner Ausmusterung für eine oberirdische Stromleitung. Um das Nest kümmerten sich Uwe und Doreen Stecker. Hans-Rainer Friedrich, Storchenbeauftragter des Naturschutzbundes (Nabu) Ostbrandenburg, schenkte ihnen ein altes Beregnungsrad aus DDR-Zeiten. Matthias Lutter, Nachbar der Steckers, schweißte einen Fuß an das Rad, mit dem das Nest in der Maströhre versenkt wurde. Die Steckers karrten auf ihrem Anhänger Zweige und Äste einer Weide heran und flochten sie um das Rad herum.

Der Storch habe im vergangenen Jahr ein bisschen an dem Nest gebaut. Doch das aktuelle Paar habe das Nest richtig ausgebaut und die Seitenwände erhöht, damit die Jungen gesichert sind, erläutert Doreen Stecker. Sie hat allerdings noch ein Problem. Die Holztafel an der Mittelstraße, die über Ankunft und Abflug der Störche informiert ist voll. Sybille Knospe, stellvertretende Vorsitzende des Hauses der Naturpflege, Träger des Storchenturms Rathsdorf, will versuchen, eine zu organisieren.

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