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Musikalische Wanderung
Drei Kirchenorgeln im Vergleich

Dietmar Hiller spielt an der Sauer-Orgel von Groß Briesen. Ihm schaut die Familie Johne aus Berlin zu.
Dietmar Hiller spielt an der Sauer-Orgel von Groß Briesen. Ihm schaut die Familie Johne aus Berlin zu. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 15.07.2019, 07:15 Uhr
Beeskow (MOZ) Immer wieder andere Orgeln in kleinen Dorfkirchen der Region suchen sich die promovierten Musikwissenschaftler Ekkehard Krüger und Dietmar Hiller aus, um sie zu ihren "Orgelwanderungen" vorzustellen. Am Sonnabend, zur 14. Ausgabe der vom Förderverein Marienorgel Beeskow organisierten "Beeskower Orgelwanderungen", ging die Fahrt nach Reudnitz, Groß Briesen und Groß Muckrow.

In allen drei Kirchen stehen gut gewartete Instrumente des 19. Jahrhunderts, einmal von den Gebrüdern Dinse aus Berlin, zum anderen von Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder). Bei der kleinen Orgel ohne Pedal in Groß Muckrow könnte die Entstehungszeit vor 1800 liegen.

Der Beeskower Ekkehard Krüger hat sich bei diesen Orgelwanderungen auf den geschichtlichen Teil spezialisiert, der auch das Kirchenbauwerk mit seinem weiteren Inventar einschließt. Dietmar Hiller jedoch, seit 1984 Dramaturg am Konzerthaus am Gendarmenmarkt, ist für das Orgelspiel und die Erläuterungen zu den Instrumenten zuständig. Beide Wissenschaftler bereiten die Veranstaltung, an der am Sonnabend etwa 70 Besucher teilgenommen haben, immer vor Ort vor. So kann Dietmar Hiller die Literatur immer passend zu dem jeweiligen Instrument mit seinem eigenen Klang und seinen Möglichkeiten im Einsatz der einzelnen Register auswählen. Bei jeder Orgel war mindestens eine Improvisation dabei.

In Reudnitz erklang das sehr gern gehörte "Ave verum corpus" von Wolfgang Amadeus Mozart. Den kleinen Instrumenten angepasst, hat der Wissenschaftler auch immer wieder Choralbearbeitungen ausgesucht, durch die sich in den Variationen besonders gut die verschiedenen Einzelregister und Registerkopplungen darstellen lassen. Eine Orgelwanderung hat den Vorteil, dass man unmittelbar nacheinander die Unterschiedlichkeiten der Instrumente erleben kann. Das respektabelste war diesmal die Sauer-Orgel in Groß Briesen. "Aber sie sieht nur so groß aus, hat aber nur zwei Register mehr als die Reudnitze" stellte Dietmar Hiller schmunzelnd klar.

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