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Die Straßensperre im Gruscheweg Neuenhagen ärgert dort neu Zugezogene. Das Rathaus verweist auf die Beschlusslage.

Verkehr
Beschwerden gegen Poller

Sorgt für Gesprächsstoff: die kürzlich gebaute Polleranlage im Gruscheweg
Sorgt für Gesprächsstoff: die kürzlich gebaute Polleranlage im Gruscheweg © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 17.07.2019, 06:15 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Seit dem vorigen Monat steht im Gruscheweg zwischen Jahn- und Bienenstraße der versenkbare Poller. Nur noch Feuerwehr und Rettungsdienst können die Stelle passieren, während die Bewohner der neuen Wohngebiete am Gruscheweg nicht mehr in Richtung Jahn- bzw. Fichtestraße durchkommen. "Wir sind angeschmiert", beklagte sich ein Betroffener. Er kann die Sperrung auch für Pkws nicht recht nachvollziehen. Aus seiner Sicht würden die meisten Neu-Neuenhagener ohnehin in Richtung Carl-Schmäcke-Straße und von da Richtung Berlin oder Autobahn rollen und nur wenige ins Neuenhagener Zentrum. "Das muss noch mal diskutiert werden", findet er.

Rathaus-Sprecherin Jutta Skotnicki verweist darauf, dass der Poller schon im vergangenen Jahr von der Gemeindevertretung beschlossen worden war. Er diene der Verringerung des Durchgangsverkehrs und damit des Verkehrslärms in der Fichte- und der Jahnstraße, erklärte sie.

Udo Rösler, Fachgruppenleiter öffentlicher Straßenraum der Bauverwaltung im Rathaus, erinnerte daran, dass ein Verkehrsgutachten die Maßnahme empfohlen hatte und die Kommunalpolitiker dieser Empfehlung gefolgt seien, um den zunehmenden Verkehr aus dem Baugebiet nur zur Schmäcke-Straße abfließen zu lassen, wo im Zusammenhang mit dem Bau neuer Verkaufseinrichtungen auch ein Kreisel entstehen soll. Eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung lag vor.

Die gebe es auch bereits für eine weitere Polleranlage in Richtung Gewerbegebiet. Damit soll Lkw-Verkehr durch die Fichte-straße verhindert werden. Von Betrieben aus dem Gewerbegebiet und von Landwirten gibt es aber Widerspruch. Und auch Widerstand. Denn Betonplatten, die bereits einmal als provisorische Barriere hingelegt worden waren, seien kurze Zeit später mit schwerer Technik weggeräumt worden, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter. Ihm sei zudem bekannt, dass es Beschwerden gebe und eine Unterschriftensammlung dem Bürgermeister übergeben wurde.

Ortsoberhaupt Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) verweist ebenfalls zunächst auf die derzeitige Beschlusslage. Kurzfristig seien keine Änderungen zu erwarten, machte er auf Anfrage deutlich. Langfristig müsse man sich allerdings schon Gedanken über die Verkehrssituation machen, insbesondere im Gruscheweg mit dem geplanten Schul- und Sportstandort sowie an der Ecke Haupt-/Bahn-/Fichtestraße. "Das wird keine einfache Aufgabe", ist ihm bewusst. Die Fragen sollten in einem Verkehrskonzept für das Zentrum betrachtet werden. Es gebe aber noch keinen Termin, wann so ein Papier vorliegen solle.

Der frühere SPD-Gemeindevertreter Jürgen Hitzges lobte indes den Poller als "intelligente Lösung", die eine Förderung des Fuß- und Radverkehrs und Entlastung von Wohngebieten von Durchgangsverkehr bringe,  "ohne den Autoverkehr zu stark zu beeinträchtigen". Offen seien noch frühzeitige Hinweise für Lkw-Fahrer aus dem Gewerbegebiet, dass der Gruscheweg nicht befahren werden können  und es keine Wendemöglichkeit gebe.

Durchfahrt für Busse

Zudem mahnte Hitzges Gespräche mit dem Landkreis und der Stadt Altlandsberg über eine Bus-Streckenänderung an. Man habe einen absenkbaren Poller beschlossen, um eine Durchfahrtsmöglichkeit für Busse zu lassen. Laut einem Gutachten sollte die Linie von Hoppegarten nach Altlandsberg über Gruscheweg und Gewerbegebiet geführt und diese an den ÖPNV und die S-Bahn angebunden werden. Die Streckenänderung sei zwar besprochen, aber noch nicht aufgenommen. Da sich das Baugebiet Gruscheweg schneller als erwartet entwickele, sollte umgehend etwas passieren. Die etwas längere Fahrzeit für Altlandsberger könnte durch einen besseren Takt aufgrund höherer Nutzung kompensiert werden.

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Patrick Maziul 17.07.2019 - 23:10:13

Modale Filter..

...wünsche ich mir auch in Orten und Städten wie Schöneiche und Berlin. Leider sind die Voraussetzungen zu hoch um einfache Modale Filter anzuwenden. Die Umgebung mit dem angrenzendem Gewebegebiet sind viel zu Autofreundlich gestalt, deswegen ist der Modale Filter an dieser Stelle richtig. Die paar Minuten Umweg per Auto sind mit dem Fahrrad kein Problem weil der Modale Filter das Fahrrad durchlässt.

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