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In der Nähe des Seelower Werkes ist am Montagabend ein Rohr gerissen. Der Schaden war am Dienstagmorgen behoben.

Havarie
Plötzlich war das Wasser weg

Doris Steinkraus / 17.07.2019, 06:45 Uhr
Seelow (MOZ) Am späten Montagnachmittag stutzten viele Wasser-Abnehmer in verschiedenen Oderbruchgemeinden. Ihre Wasserleitungen gaben keinen Tropfen mehr. Gegen 17 Uhr kamen beim Seelower Wasser- und Abwasserzweckverband gleich auf zwei Ebenen Störmeldungen an. "Zum einen zeigten die Systeme einen leichten Druckabfall", erklärte Verbandsvorsteher Gerhard Schulze auf MOZ-Nachfrage. Zum anderen hatte ein Spaziergänger eine ungewöhnliche Vernässung nahe dem Seelower Wasserwerk festgestellt. Er informierte den Bereitschaftsdienst des WAZ.

"Uns erwartete eine böse Überraschung", berichtete Gerhard Schulze am Dienstagvormittag. Da hatten er und einige der Mitarbeiter eine kurze Nacht hinter sich. Einige waren bis zum frühen Morgen auf den Beinen. Denn es musste ein Wasserrohr gewechselt werden. Die WAZ-Verantwortlichen hatten zunächst angenommen, dass möglicherweise eine Dichtung leckt, da es nicht sprudelnd nass war, so der Verbandsvorsteher. Als die Mitarbeiter jedoch der Ursache tiefer auf den Grund gingen, ergoss sich ein riesiger Schwall ins Gelände.

Rohraustausch war nötig

Es stellte sich heraus, dass ein Rohr gerissen war. Nachdem der Schaden freigelegt war, musste schnell gehandelt und abgeschiebert werden. Man habe zum Glück noch einen Hochbehälter füllen können, so Gerhard Schulze. Dadurch blieben anderen Bereiche von der Havarie verschont. Über einen anderen Strang wurde dann das Wasser in die Leitungen gedrückt. 15 bis 30 Minuten blieben die Wasserhähne jedoch trocken.

Mit einem Bagger rückten die Mitarbeiter am Störort an. Der Rohrabschnitt musste erst freigelegt und konnte dann ausgetauscht werden. Am Dienstagmorgen war alles erledigt, konnte alles wieder über den normalen Strang laufen. "Es passiert selten, aber wir sind eben nicht ganz vor solchen Havarien gefeit", resümierte Schulze. Das Leitungssystem des Verbandes sei insgesamt in gutem Zustand, müsse natürlich turnusmäßig erneuert und instand gesetzt werden. Dass es zuverlässig funktioniert, hätten die zurückliegenden sehr heißen Tage gezeigt. An einem Tag sei ein Spitzenwert von 3800 m3 Wasser gefördert worden. Der Dauerspitzenverbrauch habe bei etwa 2800 m3 gelegen. Normalerweise seien es um die 2000 m3 am Tag, erläuterte der Verbandsvorsteher.

Wasservorräte sind gesichert

Versorgungsprobleme habe es bisher nicht gegeben. "Wir haben uns auf den Sommer vorbereitet", sagte Schulze. 2018 sei die Situation noch extremer gewesen. Zumal da noch nicht alle der sieben Filter erneuert waren. Diese Arbeiten wurden in den zurück liegende Monaten erledigt, so dass jetzt eine noch höhere Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Der WAZ fördert das kostbare Nass aus einem gedeckten Grundwasserleiter. "Seit fast 30 Jahren existiert ein Monitoring, so dass wir jederzeit über die Wasservorräte Bescheid wissen", so Schulze. Er mahnt, dennoch, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Es seien schon bald wieder sehr heiße Tage angekündigt. Man sollte dann nicht zu den Spitzenzeiten zwischen 17.30 und 21 Uhr sprengen. Die Morgenstunden wären ideal. Einige Abnehmer würden auch mit Zeitschaltuhren arbeiten. Damit könnte in Spitzenzeiten das System entlastet und ein gleichmäßiger Druck gesichert werden.

Am 14. August wird es in der Verbandsversammlung explizit auch um die Trinkwasserversorgung gehen, kündigt Schulze an. Man wolle über die Trinkwasserkonzeption bis 2020 und damit notwendige weitere Investitionen beraten.

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