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Katholische Gemeinde Buckow-Müncheberg
Mittelfristig Zeichen auf eine Fusion

Pater Theodor Wenzel: Er ist Leitender Pfarrer im pastoralem Raum.
Pater Theodor Wenzel: Er ist Leitender Pfarrer im pastoralem Raum. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 17.07.2019, 07:30 Uhr
Müncheberg Ziemlich genau ein Jahr ist es her, seit Bernhard Töpfner als katholischer Pfarrer von Buckow und Müncheberg in den Ruhestand gegangen ist. Nunmehr ist es Pater Theodor Wenzel, der sich als Pfarradministrator um alle für die Kirchengemeinde St. Hedwig anfallenden Aufgaben in seelsorgerischer wie verwaltungstechnischer Hinsicht kümmert. Für ihn bedeutet das eine Dreiteilung, denn zusammen mit einem weiteren Geistlichen ist er für den gesamten pastoralen Raum Frankfurt, Fürstenwalde und Buckow-Müncheberg zuständig. Machbar sei das in der Praxis schon, merkt er an. Aber es bedeutet teils auch längere Fahrtzeiten zwischen wechselnden Einsatzstellen – und, wie er bedauert, punktuell auch etwas weniger Zeit zur direkten Interaktion mit den Menschen.

Ab Herbst ein weiterer Priester

Im Herbst soll ein dritter Pfarrer hinzukommen, was etwas Erleichterung bringt, blickt er voraus. Zugleich stehe aber die Notwendigkeit, weiter dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Und der sieht eine noch stärkere Vernetzung der drei Gemeinden vor. Dass diese trotz aller Unterschiede und Eigenheiten zusammenpassen können, habe man schon in der "Findungsphase" seit 2013 festgestellt, als es im Erzbistum um eine strukturelle Neuaufstellung angesichts veränderter Rahmenbedingungen ging. Seit etwa 2016 befinde man sich nun in der "Entwicklungsphase": "Das bedeutet, zu sehen, wie das Zusammenwachsen praktisch geschehen kann", wie der Pater erklärt. Der Pastoralausschuss hat ein Konzept erarbeitet, damit aus den drei Gliederungen ab Januar 2021 eine gemeinsame Pfarrei werden kann.

"Es heißt, zu überlegen, was wir mit weniger Personal und Strukturen in jeder Gemeinde in den nächsten Jahren angehen und was wir gemeinsam umsetzen wollen", skizziert der Leitende Pfarrer die anstehende Herausforderung. Zwei Schwerpunkte für mehr Kooperation hätten sich herauskristallisiert. Das eine sei die Kinder- und Jugendarbeit, das andere die Seniorenseelsorge. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst der Älteren am 17. Juli in Frankfurt werde schon ein Grundstein dafür gelegt. Die Vorbereitungen dazu hätten durchaus Vorbildcharakter für andere Bereiche. Drittes Hauptaugenmerk sei die Öffentlichkeitsarbeit – gemeinsame Anteile in den jeweiligen Gemeindebriefen, verlinkte Webseiten und auch sonst Verzahnung beim Informationsfluss.

Theodor Wenzel, Jahrgang 1960, ist ein bodenständiger Mann, der Neuem gegenüber aufgeschlossen ist. Klempner und Installateur hat er in seiner Heimatstadt Essen einst gelernt, dann in Köln Versorgungstechnik studiert. In der Domstadt am Rhein wurde er auch 1997 zum Diakon berufen, in Berlin zwei Jahre später zum Priester geweiht. Zudem verfügt er über die staatliche Lehrbefugnis, ist Religionslehrer für die Sekundarstufe I. Als er 2001 nach Fürstenwalde kam, war er dort als Pfarrer ebenso wie als Religionslehrer und Schulseelsorger am Bernhardinum tätig. 2013 kam der Frankfurter Bereich dazu, 2018 Buckow-Müncheberg.

Pater Theo, wie er sich kurz nennt, gehört den "Missionaren Identes" an, einer Ordensgemeinschaft, die 2001 großteils von Köln nach Berlin wechselte. Zusammen mit seinem aus Spanien stammenden Kollegen Pater Carlos und zwei Schwestern lebt er nun im Frankfurter Pfarrhaus. Das Erzbistum hatte der Ordensgemeinschaft seinerzeit die Pfarrei übertragen. Drohenden Identitätsverlust mit der anstehenden Fusion sieht er nicht. Auch mit dem Bewahren bestimmter Eigenheiten sei es möglich, die Gemeinden in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, was wiederum den pastoralen Raum als Ganzes befruchte und voranbringe.

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