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Die Reise des Fanfarenzuges Strausberg zu den Weltmeisterschaften in Calgary ist Spendern und Sponsoren zu verdanken.

Fanfarenzug
Fanfarenzug bei der WM mit Hosen aus den 1970er-Jahren

Jens Sell / 18.07.2019, 06:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Der frisch gebackene Marsch-Weltmeister, der Fanfarenzug des KSC Strausberg, ist glücklich zurück aus dem kanadischen Calgary. Die letzten drei Tage von insgesamt einem Dutzend haben sich die knapp 100 Teilnehmer entspannt. Sebastian Zahm, der Leiter der Abteilung Marketing des Ensembles, blickt schon wieder voraus: "Jetzt werden wir die Herbstfanfare am 3. Oktober vorbereiten und bis dahin vielleicht schon die ersten Ideen sammeln, wie wir im nächsten  Jahr den 50. Jahrestag des Fanfarenzugs feiern wollen."

Hongkong wäre zu teuer

Fest steht wohl, dass der Fanfarenzug im nächsten Jahr nicht zur Weltmeisterschaft antreten wird, sie findet in Hongkong statt. "Das würde uns völlig überfordern", wehrt Sebastian Zahm ab. Immerhin hat in diesem Jahr wirklich erst bei der finalen Leitungssitzung die schwarze Null auf der Gesamtrechnung gestanden. Rund 170 000 Euro hat die Kanada-Reise gekostet. Von der ersten Idee, die Abteilungsleiterin Anke Schwerinske am 19. März 2018 äußerte, an ging es bis zuletzt neben der inhaltlichen Vorbereitung und den Trainings nur darum, genügend Sponsoren und Spenden einzuwerben. Ohne die Förderung durch die Stadt Strausberg und ihre Stadtwerke, aber auch die Sparkasse Märkisch-Oderland, das E-Center Friedebold und selbst die Partnerstadt Hamont-Achel wäre die WM-Teilnahme nicht möglich gewesen.  Selbst Spendenboxen bei der Herbstfanfare, Einzelspenden von Unterstützern und Familien, Pfandbon-Boxen in Supermärkten und Sponsoring von der TGA Heinemann, der Eggersdorferin Jana Bläsig mit ihrem Salon oder der ProCurand Seniorenresidenz haben geholfen, den Reiseetat auszugleichen. Ein mehrköpfiges Team habe ein Jahr lang einen großen administrativen Aufwand bewältigt, berichtet Sebastian Zahm. Seine Freundin Laura Breuer, Hauptübungsleiterin der zweiten Stimme, bestätigt die traditionell großen Sparanstrengungen der Mitglieder.

Tatsächlich würde heute noch Auftrittskleidung aus den Anfangsjahren getragen! "Da gibt es noch Hosen aus den 1970er-Jahren, die mit in Calgary waren", bekräftigt Laura Breuer, "anders würde das bei uns gar nicht funktionieren, wenn wir die Sachen nicht von Generation zu Generation weitergeben und immer wieder viele Muttis sie aufarbeiten würden. Da werden Biesen über die abgewetzten Nähte genäht und alles immer wieder ausgebessert."

Hauptsponsor gesucht

Überhaupt wäre ohne das große Engagement der Eltern auch die ganze Logistik nicht zu stemmen: Der Transport der Kinder und Instrumente zu Auftrittsorten und eben auch die Pflege der Auftrittskleidung und der Einsatz bei der Absicherung von Festen vom Kuchenbacken und Kaffeekochen bis zur Organisation. "Was wir dringend bräuchten", sagt Sebastian Zahm, "wäre ein richtiger Hauptsponsor, der mit uns kontinuierlich auf Dauer eine Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil eingeht. Wir stehen für eine kulturvolle Stadt und Region."

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